Sonntag, 22. Mai 2011

5. Sonntag der Osterzeit – Ich bin der Weg

Wenn man als Lektor oder auch sonst liturgische Texte liest, spricht einen immer wieder einmal etwas anderes an, und so tritt je nachdem bei der Betonung oder Auslegung etwas anderes in den Vordergrund.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14, 1-6)
Als ich dieses Evangelium bei einer Prozession einmal laut vorgelesen habe, wurde für mich in diesem Augenblick besonders deutlich, daß Jesus da nicht nur gesagt hat, was er ist – Weg, Wahrheit und Leben –, sondern daß er – und nur er – es ist. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Johannes hat sein ganzes Evangelium damit begonnen, was Jesus ist:
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfaßt.
Dieses Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Im Johannesevangelium haben wir eine Vielzahl von Bildern dessen gehört, was Jesus ist: fleischgewordenes Wort, Licht der Welt, das die Finsternis erleuchtet, das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist, die Auferstehung und das Leben in Fülle, die Tür zu den Schafen, der gute Hirte, Weg, Wahrheit Leben, der wahre Weinstock. Die Worte Jesu der Evangelien der letzten Sonntage sind Abschiedsreden und zugleich auch wieder nicht.

Indem Jesus sagt, daß er all das ist, wird offenbar, daß er nicht nur den Weg zum Vater weist oder zum Vater vorangeht (den Gedanken, daß es dort viele Wohnungen gibt, finde ich überaus tröstlich, nicht nur für mich selbst). Er selbst ist zugleich dieser Weg.

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Das ist ein Versprechen. Der Kirchenvater Chrysostomus meint: Dadurch zeigt er ihnen, daß sie ihm voll und ganz vertrauen sollen. Das ist der Weg.

1 Kommentar:

Nameeta hat gesagt…

Dear Bride of the Lamb,

Jesus is the Way ,the Truth ,the Life ! So many people in the world hunger to find the way to truth and life. As Christians I think we should try to be like Him so that others can also experience a glimpse of the Truth.The secularized world longs to see authenticity in the Church.

Nameeta

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