Mittwoch, 13. April 2011

Passionszeit – wenn ich von der Erde erhöht bin


Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben. (Num 21,8)

Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen. (Joh 12,32)

Betrachtet man diese beiden Worte aus der Liturgie des gestrigen Tages, fällt einem ein, daß das Kreuz das Zeichen ist, zu dem wir aufblicken und das uns Heil und Leben schenkt. Zugleich fällt unwillkürlich ins Auge, daß dieses Zeichen gerade jetzt verhüllt ist. Der Brauch der Kreuzverhüllung geht auf das Evangelium über Jesus und Abraham (Joh 8) zurück, das früher am 5. Fastensonntag gelesen wurde – es ist nunmehr das Tagesevangelium des heutigen und morgigen Tages – und das mit den Worten endet: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

Ist das Zeichen des Kreuzes auch verhüllt, so daß es uns am Karfreitag in aller Deutlichkeit und Schmerzhaftigkeit um so eindrücklicher vor Augen tritt, so ist es doch immer bei uns. Dies erinnert uns daran, daß auch Christus immer bei uns ist, wenn es auch manchmal so scheint, als sei er gleichsam verhüllt oder halte sein Angesicht verborgen. Er ist trotzdem da.

Kommentare:

Ludolph hat gesagt…

Wenn sie denn verhüllt sind. Ich kenne genügend katholische Kirchen, wo in diesen Tagen alles so ist wie immer...

In einem alten Schott habe ich mal gelesen, dass die äußeren Zeichen in diesen Tagen immer weniger werden, bis am Karfreitag "das Gotteshaus in völliger Trostlosigkeit erscheint". Und in der Tat wirkt die Kreuzenthüllung am Karfreitag in einer entleerten Kirche um so eindringlicher.

Ich war am Karfreitag mal in einem evangelischen Gottesdienst: Orgel, Kerzen, Licht... Für mich passte es einfach nicht zusammen.

Braut des Lammes hat gesagt…

Die katholische Kirche ohne Kreuzverhüllung kenne ich gar nicht, bei uns wird sogar in den liturgischen Farben verhüllt.

Dein Kommentar hat auch einen Blogbeitrag angeregt, der mir zur Liturgie in der Fastenzeit noch vorschwebte. In Bezug auf die außerordentliche Form hätte man noch mehr Reduktionen – schon in der Vorfastenzeit beginnend – gefunden.

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