Donnerstag, 7. April 2011

Nordlichter…

Karmelitinnen in Tromsö
In seiner gestrigen Katechese sprach Papst Benedikt von der kleinen hl. Therese und ermutigte die Gläubigen unter anderem dazu, ihre Aufzeichnungen, die sie im Karmel von Lisieux machte, wieder zu lesen. Diese Niederschriften fertigte sie auf Anweisung ihrer jeweiligen Priorin. Die Aufzeichnungen nannte der Konvent später Geschichte einer Seele und ließ vor dem Verlegen auch diverse, als zu düster empfundene Passagen streichen. Erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit erschien die Geschichte einer Seele in einer neuen Auflage, die diese Passagen wieder miteinschließt.
Ich lade euch dazu ein, diesen kleinen großen Schatz wiederzuentdecken, diesen leuchtenden Kommentar des Evangeliums, das in seiner Fülle gelebt wurde. Die Geschichte einer Seele ist in der Tat eine wunderbare Geschichte der Liebe, die mit so großer Glaubwürdigkeit, Einfachheit und Frische erzählt wird, daß der Leser nicht anders kann, als davon hingerissen zu sein. (Papst Benedikt in seiner Mittwochskatechese am 6. April 2011)
Zwei Jahre nach ihrer Heiligsprechung am 17. Mai 1925 ernannte Papst Pius XI. Sr. Theresia vom Kinde Jesus und vom hl. Antlitz auch zur Patronin der Weltmission, was besonders bemerkenswert ist, da sie vor ihrem Eintritt in den Karmel im Alter von gerade einmal fünfzehn Jahren kaum je aus Lisieux herausgekommen ist und nachher gar nicht mehr (obwohl sie gerne mit einer Gründung nach Fernost gesandt worden wäre).

Nichtsdestoweniger erscheint es sehr passend, die tapfere kleine Heilige, die alles wählte und dies in Christus fand, zur Patronin derer zu bestimmen, die anderen das Antlitz Christi zeigen sollen, das das Antlitz der Liebe ist. Unter diesen sind auch viele Abkömmlinge des Ordens: so leben seit 1990 Schwestern im Karmelitinnenkloster Totus Tuus von Tromsö (von dort aus kann man, wie man auf dem kleinen Bild unten sehr deutlich sieht, das Nordlicht sehen, denn viel nördlicher geht es nicht mehr…).

Der Karmel im isländischen Hafnafjordir (vom Ortsnamen gibt es
exotische Schreibweisen; auf Plattdeutsch heißt es einfach Hannenfjord)

Die Kontemplativen breiten sich in Skandinavien überhaupt allmählich wieder aus. Die Schwestern des Konvents von Tromsö waren aus Hafnafjordir in Island gekommen, wo sie in den 30er und 40er Jahren unter äußerst einfachen Bedingungen ein Kloster errichtet haben. Die Unbeschuhten haben ja dieses „Amöbenprinzip“: in einem Karmel sollen eigentlich nicht mehr als einundzwanzig Schwestern leben. Ist diese Zahl ungefähr erreicht – bei einer beabsichtigten Gründung nimmt man für einige Zeit mehr Schwestern auf –, teilt sich der Konvent quasi in der Mitte durch und die Hälfte übersiedelt an den neuen Ort.

Außer den Karmelitinnen gibt es seit 1999 auf der Insel Tautra in Frosta(!) das Trappistinnenkloster unserer lieben Frau von Tautra. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Wiederbesiedlung des Ortes einer alten Zisterzienserabtei, die dort seit 1207 errichtet wurde, durch amerikanische Zisterzienserinnen der Abtei unserer lieben Frau von Mississippi in Iowa. Die Schwestern haben mit der Gründung ebenfalls in kleinen Holzhäuschen angefangen, mittlerweile ist aber das Kloster fertiggestellt (in diesem alten Beitrag hier sieht man noch Bilder von der Baustelle). Nun ist noch das Brigittinnenkloster von Trondheim dazugekommen. Bilder von dessen Kirchweihe gibt es hier.

Kommentare:

Oremus hat gesagt…

Danke für den Hinweis auf die kleine (und dabei so große) heilige Therese!

Bei jedem Besuch im Wiener Stephansdom begrüße ich sie (gleich links, neben dem Seitenaltar zum heiligsten Herzen Jesu)
...und es wird wieder Zeit, ihre Texte zu lesen!

Braut des Lammes hat gesagt…

Gern geschehen :) Hätte ich die Geschichte einer Seele nicht gerade im letzten Herbst noch einmal gelesen, täte ich es jetzt bestimmt.

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