Montag, 18. April 2011

Montag der Karwoche

Der Weg zur Schädelhöhe, Jacopo Bassano, 1540
Nur für heute: Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat.
So spricht Gott, der Herr: Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und läßt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln. So spricht Gott, der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht und allen, die auf ihr leben, den Geist: Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.
Eine gewisse unfreiwillige Situationskomik hat, wenn sich der Lektor durch das wunderbare erste Lied vom Gottesknecht brüllt, so daß man vor Schreck zwei Zentimeter hoch springt, einschließlich der Stelle: Er schreit nicht und lärmt nicht und läßt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen. Soviel über den Herrn Jesus.


Anrührend für mich ist immer wieder das wunderbare Evangelium über die Salbung der Füße Christi mit kostbarem Nardenöl[1] – eine verschwenderische Geste, die sogleich angegriffen wird, deren Schönheit aber eben gerade in dem uneigennützigen Sichverschwenden liegt. Eine Liebe jener Art, von der in Korinther 13 und im Hohenlied die Rede ist. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Die Liebe hört niemals auf Stark wie der Tod ist die Liebe. Viele Wasser der Trübsaal löschen sie nicht aus.
___
[1]Grade fiel mir auf, daß mir eigentlich nicht so recht klar war, was Nardenöl so ist (weil ich gedanklich beim zum Trocknen benutzten langen Haar und dem Wohlgeruch, der das ganze Haus erfüllt, verweilte): die Nardenähre ist eine Pflanze aus dem Himalaya, deren indischer Name „wohlriechend“ bedeutet. Das kleine Bild zeigt eine indische Narde.

Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...