Donnerstag, 7. April 2011

Jeder, der an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben

Ist euch schon mal aufgefallen, daß in den Meldungen die Leute heutzutage meist nur noch t-o-t sind? Benoît Mandelbrot, Elizabeth Taylor, Witta Pohl, sie alle sind tot, wenn sie nicht, wie etwa Papst Johannes Paul II.) zunächst einmal „tod“ sind, bevor sie dann „tot“ sein dürfen. Es gibt in der deutschen Sprache eine Fülle von anderen Ausdrücken, die das Ende des irdischen Lebens ausdrücken, wie etwa: verstorben, verblichen*, entschlafen, heimgegangen, an einen besseren Ort gegangen, verschieden, dahingegangen, von hinnen gegangen, heimgerufen worden, die Seele in Gottes Hände zurückgegeben, das Leben ausgehaucht, den Geist ausgehaucht, bei den Heiligen versammelt, im Paradies.

Warum müssen die Leute also tot sein? Ich nehme an, weil das Wort nur drei Buchstaben hat. Vielleicht auch, weil manche Menschen offenbar mit den oben genannte Ausdrücken sehr wenig anfangen können. Tot klingt dann halt so schön endgültig. Ist es aber nicht. Im Evangelium des kommenden Sonntags werden wir Jesu Frage an Martha von Bethanien hören: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?



Vor kurzem war ich erstmals im Leben bei einer völlig entchristlichten Beerdigung. Einerseits war es nicht so trostlos, wie ich vorher befürchtet hatte, was an den liebevollen Beiträgen, zu denen auch ein ergreifender Sprechakt und ein kurzer Film gehörten, und an der großen Zahl der Teilnehmenden lag, andererseits habe ich schmerzlich empfunden, wie sehr mir das vertraute, stützende Gerüst der Liturgie gerade da gefehlt hat. Ich habe dann doch ein Gebet gesprochen. Später habe ich darüber nachgedacht, daß es im Leben zwar immer die Dinge gibt, die man bedauert, getan oder nicht getan zu haben, aber es gibt auch die Dinge, über die man immer froh ist, daß man sie getan hat.

Herr, auf dich vertraue ich, in deine Hände lege ich mein Leben, singen wir im Responsorium der Kompet. Das ist mir jeden Tag wieder ein großer Trost. In deine Hände lege ich auch mein Sterben und das derer, die mir lieb sind.
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*als Kind dachte ich, der Erb-lasser hieße Er-blasser, weil er verblichen ist

1 Kommentar:

.U. hat gesagt…

Zum Erblasser: Ich auch ;)

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