Montag, 4. April 2011

Herumkippeln vor dem Herrgott…

Es gibt Momente, in denen man bei aller Ehrfurcht ein innerliches „Ach Mensch!“ nicht unterdrücken kann, etwa weil es wirklich menschelt und man eben deswegen den Verehrten nicht oder nur unter Schwierigkeiten sehen kann. Ich meine, warum, WARUM? müssen sich in einer kleinen Klosterkirche unmittelbar vor Beginn einer Andacht, die sich erfreulicherweise als eine vor ausgesetztem Sakrament entpuppt, würfelförmige Menschen, definitiv Katholiken, in der ersten Reihe (die ohne Kniebänke davor) wie Leuchttürme aufbauen und gnadenlos stehenbleiben als bekämen sie dafür bezahlt? Eine hat sich gedreht, auf die sämtlich hinter ihr knienden Menschen gelinst, kurz spekuliert, ob sie sich jetzt hinsetzt und sich dann zum Weiterstehen entschlossen (der durchaus ebene Fußboden kam zum Knien offenbar nicht in Betracht, obwohl der Priester da schließlich auch kniete.) – Irgendwann klebten wir alle dahinter so weit außen auf unseren Bänken, die meisten zum Mittelgang hin, daß ich dachte, die Bank kriegt jetzt Übergewicht und katapultiert irgendwen in die Weltgeschichte! Liebe Leuchttürme, bitte nächstes Mal nach hinten stellen, da könnt ihr stehen, so lang ihr wollt… Sonst war alles sehr schön.

Kommentare:

magdi hat gesagt…

Ist das auf dem Bild die Klosterkirche in Alexanderdorf?

Braut des Lammes hat gesagt…

Ja. Witzigerweise ist sie der Kirche des Mutterklosters Dinklage recht ähnlich. Dort gibt es den einzigen Boden auf dem der gemeine Gläubige wirklich nicht knien kann. Folterqualen...

Münsteraner hat gesagt…

Das mit dem Boden stimmt, aber Alexanderdorf ist das Mutterkloster von Dinklage. Nach dem Krieg überließen die von Galens ihre Heimatburg den Schwestern, die aus Alexanderdorf kamen. Die Alexanderdorfer Schwestern hingegen entstanden aus Krankenschwestern einer Berliner Klinik, die sich für ein gemeinsames Leben nach der Regula Benedicti entschlossen.
Verzeiht den Vortrag... ;-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Da gibt es nichts zu verzeihen, danke für die Korrektur. :) Das mit den Krankenschwestern in den 30er Jahren wußte ich ja eigentlich auch, mir war aber irgendwie so, als wenn Dinklage zusätzlich jemand entsandt hätte. Kommt aber zeitlich ja gar nicht hin, war also genau umgekehrt. Jedenfalls sind es beides Scheunenkirchen.

Anonym hat gesagt…

Ich möchte nur einmal die Frage aufwerfen, ob es wirklich wichtig ist das Allerheiligste mit eigenen Augen sehen zu können. Ist es nicht viel mehr so, dass in diesem Moment der inneren Zweisamkeit mit Gott, dem innehalt im Gebet dies auch in den Mittelpunkt rückt. Und beim Beten sieht man Gott mit dem Herzen und nicht mit den Augen. Besser gibt es folgende Bibelstelle wieder: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig, die nicht sehen und doch glauben.“ (Joh. 20 ; 29)

Braut des Lammes hat gesagt…

Anonym: man sieht den Hern zuweilen nicht nur mit dem Herzen, sondern eben auch mit den Augen. Bei der Fronleichnamsprozession stülpen wir ja auch keinen schwarzen Sack über die Monstranz.

Das, was er mit eigenen Augen gesehen hat, war dem Johannes so wichtig, daß er das Wort gesehen in der Vorrede seines ersten Briefes gleich zweimal erwähnt:

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefaßt haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens.
Denn das Leben wurde offenbart; wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns offenbart wurde.
Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.
Wir schreiben dies, damit unsere Freude vollkommen ist

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