Dienstag, 12. April 2011

Hermeneutik für Kirchbanksitzer

„Liebe Gemeinde,

die Lesungen der heutigen heiligen Messe sind großartige Texte, die lange Lesung über Susanna [das war die Kurzfassung, bitte schön!] und wie da der Daniel… – vielleicht setzen Sie sich einfach zu Hause nochmal hin und lesen das nach! – und das Evangelium mit Jesus und der Ehebrecherin. Ich möchte die Texte aber so stehen lassen und stattdessen über das Lied Nr. 180 aus dem Gotteslob predigen: Herzliebster Jesu…

kann bedeuten
  • Ich hatte einfach keine Zeit, eine passende Predigt vorzubereiten
  • diese Lesungen sagen mir gar nichts
  • Ich habe Hunger!
  • Ich bin Priester, holt mich hier raus!
  • es sind zwei Kinder da und die Lesungen sind nicht jugendfrei
  • (setze die Reihe fort)

Alles in allem hat mich das ein wenig an die Anekdote von dem Studenten der Tiermedizin erinnert, der eine Prüfung ablegen soll und sich nur auf die Wurmartigen vorbereitet. In der Prüfung soll er dann über Pferde sprechen: „Das Pferd ist ein sehr schönes Tier. Es hat einen wurmartigen Schwanz. Die Würmer unterteilen sich in die Gruppen A, B, C und D…“

Ich habs mit Humor genommen, obwohl ich bei der Einleitung oben wirklich nicht wußte, in welche Falten ich mein Gesicht legen soll. Leid tut es mir, wenn die Kirche krachvoll ist und alle erwartungsvoll zum Ambo gucken und der Lektor hebt an: In jenen Tagen verurteilte die versammelte Gemeinde Susanna zum Tod… Oh mei!

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