Freitag, 29. April 2011

Der wundersame Fischzug


Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, daß es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. (Joh 21, 4-7)

Zu dem Evangelium vom wunderbaren Fischzug gibt es eine Menge an Auslegungen zu der Frage, wieso gerade 153 Fische, die ich – die Ausleger mögen es mir nachsehen – sämtlich nicht bedeutsam finde. Selbst die Frage „Wer hat die eigentlich gezählt?“ ist mir noch nie in den Sinn gekommen.

Das Evangelium ist so voller Christus und Christussymbolen – selbst der hereinbrechende Morgen ist ja eines – daß mich vor allem die Sehnsucht der beiden Jünger und ihr Handeln anrührt: Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, daß es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.

Der Jünger, den Jesus liebte, Johannes, erkennt ihn zuerst: es ist der Herr! Und indem er es ausspricht, hat Petrus nur den einen Gedanken, zum Herrn zu gelangen, der ihn so ganz erfüllt, daß er nicht darauf wartet, bis das Boot wieder am Ufer ist, sondern den schnellsten Weg nimmt und zu ihm schwimmt. Weil man einem Verehrten nicht nackt gegenübertreten kann und will, wirft er sich zuvor noch sein Gewand über, dann aber hin!

In seiner Homilie über dieses Evangelium führt der hl. Chrysostomus aus, daß der Auferstandene, dem die Jünger hier, wie der Evangelist erwähnt, zum dritten Mal begegnen, das Gespräch mit den Jüngern auf eine Weise beginnt, die sie nicht verschrecken soll: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Als sie zu ihm gelangen, stellt sich heraus, daß er alles hat, was sie brauchen: Fisch und Brot, Wärme und Licht. So ist der, dem sie helfen wollten, schließlich der, der ihren Hunger stillt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Braut,

danke für die schönen Beobachtungen. Aber das Bild - ist das nicht Petrus, der versucht, Jesus über das Wasser zu erreichen, und dann wegen seines Unglaubens fast untergeht?

Herzliche Grüße

Braut des Lammes hat gesagt…

Hmm. Es kommt optisch natürlich auch hin, das Bild war allerdings mit der Beschreibung "wunderbarer Fischzug" versehen. Um nicht noch mehr Leser zu verwirren, habe ich ein anderes eingestellt.

Anonym hat gesagt…

Liebe Braut, danke ... ich hab das nämliche Bild bei meiner (späten, im Zushg mit meiner Konversion geschehenen) Firmung bekommen, da war dieses Evangelium mit dem forschen und dann so fix verzagenden Petrus das Tagesevangelium.

Ihre beiden Highlight-Augenblicke aus der Hochzeit am Freitag wären auch meine gewesen.

Braut des Lammes hat gesagt…

Danke :) Ich hatte gedanklich ja immer noch an einem zweiten Hutposting gebastelt, aber dann wars thematisch dafür zu spät.

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