Dienstag, 5. April 2011

Der Geist der Weisheit und Offenbarung


SPON textet mal wieder, diesmal unter Zuhilfenahme eines Augenarztes (Elsa berichtete):
„Es geht um das gestörte Verhältnis zwischen Laien und Klerus in unserer Kirche“, sagt der Arzt Martin Utsch, der in Bonn seit Jahren als engagierter Katholik wirkt. Damit dreht sich der „Bonner Kirchenstreit“ um eines der zentralen Probleme der gesamten katholischen Kirche in Deutschland, von dessen Lösung die Zukunft der Glaubensgemeinschaft abhängt.
Wenn ich das schon lese – „das gestörte Verhältnis“. Klar, daß ein solches Verhältnis per se nur gestört sein kann (Vorsicht, Sarkasmus!). Wie wäre es mit gegenseitigem Vertrauen, mit dem Fühlen mit der Kirche, mit einem Bewußtsein für den jeweils eigenen Platz und die eigene Bedeutung darin – auch dazu braucht es Selbstbewußtsein. Wer im Bild vom Hirten und den Schafen die Schafe offenbar nur als dumme Tiere oder Befehlsempfänger des Hirten sieht, dem entgeht natürlich das Wunderbare und Tröstliche gerade dieses Bildes: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins. – Mir gefällt das, so gesehen bin ich total gerne Schaf. Ich weiß mich geliebt, getragen, verbunden, wenn ich verletzt bin, aus Dornengestrüpp befreit und gesucht, wenn mich verirrt habe, zum frischen Wasser und zu den Quellen des Lebens geführt.

Vor einiger Zeit hat es hier eine Konferenz über die Frage der Zusammenarbeit zwischen Priestern und Laien gegeben, zu der ich nicht hin bin (was mir später leidgetan hat). Irgendwie war ich zu der Zeit allerdings von dem ewigen Gediskutiere bedient – ich dachte: „Was soll es da denn dauernd zu reden geben, ich stelle mir das so vor, daß die Priester sagen, wie es gemacht werden soll, und die Laien tun das, was ihnen zukommt und womit sie den Priestern tatsächlich helfen.“ Eine Antwort, die mir auf den Vortrag dieser vielleicht zu einfachen Vorstellung wurde, war: „Ja, aber damit wollen sich heute viele nicht mehr abfinden.“ Schade eigentlich, denn dann könnte man die ganze schöne Zeit, die jetzt für nutz- und fruchtlose Diskussionen draufgeht, in Dinge investieren, die zu tun sich lohnt, und die uns aufgetragen sind: am Aufbau des Reiches Gottes mitarbeiten.
Für die Generation der meist 50-, 60-jährigen Mitstreiter sind manche Protestformen im Internet neu, aber sie tragen mit dazu bei, daß sich der Geist vom Ennert in den katholischen Gemeinden ganz Deutschlands ausbreiten kann. Augenarzt Utsch sagt: „Wir haben in den letzten Wochen einige Dinge getan, die wir noch nie vorher in unserem Leben tun mußten: Wir haben innerhalb von 48 Stunden eine Internetseite aus dem Boden gestampft, ich habe jetzt einen Facebook-Account, den ich bisher nur von meinen Kindern her kannte. Ich weiß jetzt, wie man twittert – und ich habe beim Polizeipräsidenten von Bonn eine Demonstration angemeldet.“
Ach du lieber Himmel… (soifz)! Nun gut, man kann man eine Internetseite, einen Facebookaccount, Twitter und eine Demonstration natürlich auch als Protestform für Wutchristen sehen und nutzen, wenn man meint, daß das irgendwem weiterhülfe, einschließlich einem selbst. Man kann (nicht „muß“!) aber mit all dem aber auch unseren Glauben verkünden, daß Christus Gott ist, der Erlöser des Menschen und der Geschichte, in dem alle Dinge ihre Erfüllung finden, wie es der heilige Vater unter Bezug auf den Epheserbrief ausgedrückt hat, in dem man von der Hoffnung schreibt, die uns erfüllt (1 Petr 3). Und demonstrieren, wer es ist, der einen im Leben trägt und hält, kann man an Palmsonntag und Fronleichnam, beim Marsch für das Leben, bei Mahnwachen für ermordete Priester, zu denen der Bischof selbst einlädt (man demonstriert dann mit dem Bischof, nicht gegen den Bischof). Sämtlich übrigens Dinge, die man in jedem Lebensalter tun kann.

Am letzten Sonntag haben wir bei der Betrachtung der Heilung des Blindgeborenen auch an die Blindheit der eigenen Augen und Herzen gedacht. Der Apostel schreibt eben in jenem wunderbaren Brief an die Epheser:
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke. Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat, hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird. Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.
Das ist meiner völlig unmaßgeblichen Meinung nach der Geist, nicht der vom Ennert (WTH?), sondern der Geist der Weisheit und Offenbarung, der Jesu Christi und seiner Kirche, der Geist des Fühlens mit der Kirche.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Braut,

was (th) bitte schön ist denn nun der Geist vom Ennert?

Übrigens ist es doch andererseits unglaublich klasse, dass das Jesusbuch unseres Heiligen Vaters auf Platz 1 der Spiegel-Sachbuchliste ist, oder nicht? Da müsste es doch dann auch viele geben, die das Buch nicht nur kaufen, sondern auch tatsächlich lesen. Und lernen.

Danke! Peace.

Braut des Lammes hat gesagt…

O mei, wenn ich das so genau wüßte, was der Geist vom Ennert ist. Der Geist des Mitspracherechts und des Kein-Befehlsempfänger sein-Wollens. Es scheint der Geist zu sein, der stets verneint.

Mit dem Buch hast du føllich recht.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...