Montag, 25. April 2011

Blindfisch

augenloser Höhlenfisch, ein echter Blindfisch sozusagen
Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht, heißt es gleich in der ersten Lesung des Wortgottesdienstes der Osternacht. In der Tat traf das auf mich in besonderer Weise zu. Eine Untersuchung meiner Augen eine Woche zuvor hatte nämlich ergeben, daß bei mir nicht nur ein Wechsel zur nächsthöheren Dioptrie angezeigt war, sondern ich habe mich beim linken Auge gleich von +3 auf +4,75 gesteigert. (Außerdem war ich bei der Gelegenheit ganz erstaunt, was man alles sieht, wenn man eine passende Fernbrille aufhat. Manchmal ist unscharf sehen allerdings auch eine Gnade).

Daß mit meiner alten Lesebrille nicht alles zum besten stand, darauf deuteten gewisse Schwierigkeiten, bei schlechten Lichtverhältnissen Buchstaben wie h und b oder e und a zweifelsfrei zu unterscheiden, weshalb ich einmal Bahel statt Babel gelesen habe, au weia! Auch wenn ich vermute, daß Gott bei der Erschaffung der Welt auch den Blindfisch erschaffen hat, so eignet er sich als Lektor jedoch nur bedingt.

Jedenfalls: am Karsamstagvormittag konnte ich noch vor dem Kirchenschmücken und dem Bau des Osterfeuers meine neue Lesebrille vom Optiker abholen. Bei den letzten Vorbereitungen in der Kirche vor der Osternacht habe ich noch einen Probeblick ins Lektionar getan – und siehe da: ich sehe alles! Ist das wunderbar: in deinem Lichte schaue ich das Licht.

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