Montag, 25. April 2011

Auf der Straße nach Emmaus

Das Evangelium des heutigen Tages ist irgendwie auch so eine Geschichte: Da gehen am dritten Tag nach Jesu Tod zwei der Jünger nach Emmaus – warum, wissen wir nicht, vielleicht, um andere zu trösten oder um selbst getröstet zu werden. Emmaus ist die Heimat des Kleopas, eines der Jünger und da es nur 60 Stadien (etwas mehr als elf Kilometer) von Jerusalem entfernt liegt, weiß man dort sicher schon von der Kreuzigung.

Unterwegs gesellt sich ein Fremder zu ihnen, der sie nach dem Inhalt ihrer Unterhaltung fragt, und sie geben ihm unbefangen Auskunft. Einer der zwölf Jünger, Simon Petrus, hat sich vor wenigen Tagen noch als äußerst unfelsenhaft erwiesen und geleugnet, daß er Jesus überhaupt kenne. Einer der berührendsten Momente bei der Lesung der Passion ist für mich immer, der, wenn gelesen wird: Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das, was der Herr zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich. (Lk 22,61-62) – In dem Moment tut er mir immer so unsagbar leid, daß ich es gar nicht ausdrücken kann. Hier jedoch bekennen sich zwei andere Jünger zu Jesus und zu ihrer scheinbar zerbrochenen Hoffnung: Wir aber hatten gehofft, daß er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.
Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Mußte nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.

So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen.
Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloß?

Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
Als besonders tröstlich empfinde ich die Reaktion Jesu auf die flehentliche Bitte der Jünger:
Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.
In dem Moment, wenn der Herr das Brot bricht und den Segen spricht, erkennen sie ihn. Und in der Gestalt seines Leibes und Blutes kehrt er tatsächlich bei uns ein und bleibt bei uns. Unser gesamtes geistliches Leben kann eine solche Straße nach Emmaus sein, auf der uns manchmal das Herz brennt, bei dem, was er sagt. In der Begegnung mit ihm erfahren wir die Erkenntnis dessen, wer und was er ist. Deshalb ist mir die tägliche hl. Kommunion wichtig.

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