Montag, 28. März 2011

Wasser des Lebens


Wahrscheinlich hat es jeder gemerkt, aber trotzdem – neben dem schönen Evangelium mit dem Jakobsbrunnen war die ganze Liturgie gestern sozusagen von Wasser durchzogen.[1]

Ich gieße reines Wasser über euch, damit ihr rein werdet,
und gebe euch einen neuen Geist. (Eröffnungsvers)

Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an.
Sieh auf unsere Not und laß uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe. (Tagesgebet)


In der ersten Lesung dürstet das Volk nach Wasser und Mose schlägt es aus dem Felsen an dem Ort, den er daraufhin Massa und Meriba nennt – ein Ort, der uns jeden Morgen im Invitatorium des Stundengebets begegnet. Psalm 95 war darum auch der Antwortpsalm der Heiligen Messe.

In der zweiten Lesung schreibt der Apostel über die Liebe Gottes, die ausgegossen ist in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

Und natürlich der Herr selbst:

Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben.
Es wird in ihm zur Quelle, deren Wasser ins ewige Leben sprudelt. (Evangelium und Kommunionvers)


Der heilige Augustinus schreibt:
Der Erlöser wollte nicht deswegen getauft werden, um für sich Reinheit zu erlangen, sondern damit er die Fluten für uns reinige. Seitdem er selbst in die Fluten hinabstieg, wäscht das Wasser die Sünden aller ab. Und man wundere sich nicht, daß Wasser, das heißt, eine körperliche Substanz es bewirken kann, die Seele zu reinigen. Ja, es bewirkt eine völlige Reinigung, und dringt in alle verborgenen Winkel der Seele ein. Wenn es auch selbst schon fein und zart ist, der Segen Christi macht es noch feiner, so daß seine Tropfen in alle verborgenen Dinge des Lebens und in alle Geheimnisse des menschlichen Geistes eindringen. Der Fluß des Segens ist nämlich noch subtiler als der Lauf des Wassers. Und deshalb gleicht der Segen, der aus der Taufe des Erlösers fließt einem geistigen Fluß, der den Lauf aller Fluten und aller Quellen erfüllt.

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[1] Der wunderbare Film Aus der Mitte entspringt ein Fluß nach dem ebenfalls sehr schönen Roman von Norman Maclean heißt im Original übrigens A river runs through it – das ist bedeutungsmäßig meiner Ansicht nach etwas komplett anderes:
Eventually, all things merge into one, and a river runs through it. The river was cut by the world's great flood and runs over rocks from the basement of time. On some of the rocks are timeless raindrops. Under the rocks are the words, and some of the words are theirs. I am haunted by waters.

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