Mittwoch, 16. März 2011

Staub, Asche und Licht – in paradisum


Mein Wordle vom Freitag nach Aschermittwoch. Abends hatte ich die Kreuzwegandacht zu halten. Menschen, die uns nahestehen, sterben, der eigene Tod kommt unausweichlich auf uns zu und Wir sollen nicht trauern wie die anderen, die keine Hoffnung haben, habe ich an der dreizehnten und vierzehnten Station vorgebetet.

Daß mein eigener Tod unausweichlich auf mich zukommt, ist eine Sache. Nun ist ein Mensch, der mir sehr nahestand, gestorben und im Moment erscheint tatsächlich vieles als Staub und Asche oder zumindest wie von Asche überzogen.



Daß wir nicht trauern wie die anderen, die keine Hoffnung haben, ist richtig, nichtsdestoweniger trauern wir. – Welche Bedeutung soll dieses oder jenes jetzt oder überhaupt haben, wenn Andi ist tot? Beim Anblick eines Fluges Zugvögel fällt mir ein, daß Andi den nicht mehr sehen kann, und auch nicht den nahenden Frühling, den diese Vögel ankündigen. Jemand, der gern gelebt und nicht mit seinem Tod gerechnet hat, ist gestorben. Die Bühne bleibt leer, der letzte Vorhang ist gefallen, und es herrscht wirklich plötzlich große Stille. Ich habe Fotos, Filme, mp3-Dateien – Imitationen des Lebens –, Theaterprogramme, persönliche Unterlagen und einen Wohnungsschlüssel – aber der, der darin gewohnt hat, ist anderswohin gegangen. Ein Körper, den ich berührt und umarmt, gehalten und geküßt habe, ist zu Asche verbrannt. Zu Asche. Ich weine, und denke, das wird noch lange so gehen.

Dann wieder denke ich, wir trauern doch anders. Dinge, die ich jetzt nicht mehr sagen konnte, weil kein Abschied mehr möglich war, kann ich vielleicht dann einmal sagen. Im Moment hält mich das Gebet, das In paradisum und die Gewißheit, daß ein so guter und gütiger Mensch wie Andreas zur ewigen Anschauung Gottes gelangt. Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm.


Ins Paradies mögen Engel dich geleiten,
die heiligen Märtyrer dich begrüßen
und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem.
Die Chöre der Engel mögen dich empfangen.
Und mit Lazarus, dem einstmals Armen,
sollst ewige Ruhe du haben.

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