Dienstag, 1. März 2011

Heiliger N.


Im diozesanen Anhang steht ein Lied für Heiligenfeste, in das der Name des oder der Tagesheiligen eingefügt werden kann: Zu dir schick ich mein Gebet.

Zu dir schick ich mein Gebet, das um deine Hilfe fleht,
heilige(r) N.
Deine Fürbitt ruf ich an, hilf, daß ich dir folgen kann,
heilige(r) N.

usw.

Skeptiker nehmen es niemals als Eingangslied (oder machen vorher eine Ansage). Daß es auch an anderer Stelle drollig ausgehen kann, war am Fest der hl. Elisabeth zu hören. Getreu dem Motto „Alles in uns schweiget“ hörte man beim Schlußgesang den Zelebranten und mich an dieser Stelle zart und allein singen:
„heilige E-li-sa-beth“. [1]

Am Fest des hl. Otto hatte derselbe Zelebrant dieses schöne Lied schon einmal ausgewählt. Nun hat Otto (nur) zwei Silben, was für mich vorher die interessante Frage aufwarf, wie man die Anzahl der Silben auf die Noten verteilen könnte. Die zu diesem Zwecke berufenste Person war der Ansicht, wir müßten singen „heiliger Sankt Otto“. Dies wollte und konnte ich nicht glauben. Doch, Herr Prälat Sowieso hat das auch immer so gemacht! An dieser Stelle machte es der Weihbischof em. beim Schlußgesang dann alleine vor: „Heil'ger Bi-schof Ot-to.“ Voilà! Nimmt man den jeweiligen Stand hinzu und spendiert ab und zu eine Note extra, ergeben sich weitere aufregende Einsatzmöglichkeiten! (Ich mag das Lied gern).

___
[1] Wo sind die, die keinen Ton richtig singen können, dafür aber sehr laut, wenn sie einmal braucht? ;P Nein, Spaß beiseite, der zarte Gesang hat sehr gut zur heiligen Elisabeth gepaßt!
Bild: Matthias Grünewald, unbekannte Heilige – nur Märtyrin ist sicher.

Kommentare:

Stanislaus hat gesagt…

Wir mußten einmal singen "Hei-li-ger Sankt Ste-pha-nus". Ja, so mit Heiligenliedern von der Stange habe ich es nicht. Da nehme ich immer ganz gerne diese selten gesungenen Sparten lieder 610-614, so gut wie nie 608 (das höchstens Allerheiligen). Hier in Köln gibt'S leider fast immer die Anhangsversion von 608 (die scheinen hier nichts anderes zu kennen).

Braut des Lammes hat gesagt…

611 und 612 mag ich sehr gerne, 613 eher aus persönlicher Betroffenheit, die Melodie ist etwas schräg. 614-616 kommen mir langsam zu den Ohren heraus, weil sie bei uns offenbar mit der Farbe Grün einhergehen. Über 608 hatte ich mich ja schonmal geäußert, das ist das Gegenstück für Heiligenfeste.

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