Samstag, 5. März 2011

Der Countdown läuft… (coming soon: Aschermittwoch)


Irgendwie sah es so aus, als käme Aschermittwoch und damit die Fastenzeit in diesem Jahr überhaupt nicht mehr, da der Aschermittwoch in diesem Jahr auf so ziemlich den spätestmöglichen Termin fällt, der überhaupt möglich ist, auf den 9. März (der allerspäteste Termin ist rechnerisch der 10. März). Vom Halleluja verabschiede ich mich innerlich so ziemlich genau seit letzten Dienstag – nicht, daß mir die Christusrufe nicht gefielen. Trotzdem ist mir das Halleluja lieb und es fällt mir schwer, es loszulassen, und sei es auch nur für 46 Tage. Aber das soll es ja auch. Ich hab auch Weihrauch gern, Blumen für den Altarschmuck – jedenfalls schöne – und Orgelnachspiele (dito). Seis drum, auf Wiedersehen!

Früher war es offenbar üblich, am Montag und Dienstag nach dem Sonntag Quinquagesima – dem fünfzigsten Tag vor Ostern – das Sakrament in den Kirchen zur stillen Anbetung auszusetzen, damit Gläubige, die dies wünschten, vor dem Allerheiligsten Sühne für die im Karneval („Carne valet“ – „Fleisch lebe wohl“) begangenen Sünden anderer leisten konnten. Davon habe ich in einem alten Buch einmal gelesen, erlebt habe ich das noch nie – vielleicht, weil der Gedanke der Sühne manchmal „aus der Mode gekommen“ erscheint (viel wahrscheinlicher ist jedoch, daß er nie „en vogue“ war, sondern immer etwas Revolutionäres hatte).

Vielleicht ging dieses Verschwinden jedoch auch mit der Abschaffung der Vorfastenzeit einher, zu deren geistiger Haltung eine solche innerliche Absage an „weltliche Freuden“ ja paßt. Die große Fastenzeit wurde einmal für so bedeutend gehalten, daß es eine eigene Zeitspanne gab, um sich auf die 40 Tage vorzubereiten. Wie schon erwähnt, komme ich immer mehr dahin, diesen Verlust zu bedauern, denn die Beobachtung einer Vorfastenzeit verband einst die lateinische Kirche mit den Kirchen des Ostens. Schade eigentlich. Andererseits heißt das ja nicht, daß man nicht selbst vor dem Tabernakel verweilen und Fürbitte halten könnte. Die drei Tage Quinquagesima, Montag und Dienstag vor Aschermittwoch waren auch klassische Beichttermine. Sich vorbereiten kann man nur selbst. Wunderbar finde ich diesen Vergleich des Apostels:
Wißt ihr nicht, daß die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber daß nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, daß ihr ihn gewinnt.
Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen.
Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde. (1 Kor 9, 24-27)
Bitten dürfen wir daher auch für uns selbst: daß uns der Lauf der Fastenzeit gelingen möge, denn wir laufen nicht ziellos, sondern um den unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen.

Kommentare:

Archangelus hat gesagt…

In Südtirol, wo das Vierzigstündige Gebet noch viel gepflegt wird, haben manche Pfarreien noch den klassischen Termin an den Tagen vor Aschermittwoch. Bei den Benediktinern in Muri-Gries (Bozen) ist tatsächlich am Faschingsdienstag nachmittags eine hochfeierliche Schlußandacht bei rappelvoller Kirche.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ach schön, daß es das noch gibt, ich wünschte, wir hätten es auch.

Anonym hat gesagt…

Liebe Schwester im Herrn, in Berlin gibts das auch: Z.B. im Anbetungskloster St. Gabriel. Hier ist täglich von 5.30-20 Uhr täglich eucharistische Anbetung. Weitere euchr. Anbetungsstätten sind zu finden über die Homepage des Erzbistums...

Liebe Grüße

Alfred

Sursum corda hat gesagt…

Hier gibt es das auf Grund eines Gelübdes auch noch:
http://www.pv-dreilaendereck.de/geluebde.0.html

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