Dienstag, 8. März 2011

Bedenke, Mensch, daß du Staub bist

Gewinnung der Asche aus den Palmzweigen des Vorjahres.
So verbindet uns dieses Zeichen am Beginn der Fastenzeit
mit dem Osterfest des vergangenen Jahres.

„Bedenke, Mensch, daß du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“
Diese nüchterne, zugleich poetisch klingende und letztlich so einfache Aussage ist das, was vom Aschermittwoch und der Spendung des Aschenkreuzes im Gedächtnis bleibt. Etwas, das ich eigentlich weiß, weil es eine unabdingbare Tatsache des Lebens ist, wird mir einmal im Jahr in einem uralten, feierlichen Ritus persönlich und öffentlich gesagt. Mehr noch, ich freue mich darüber.

In der Tat finde ich auch den Gedanken, daß mein sterblicher Leib einmal wieder zu dem zurückkehrt, woraus er erschaffen ist, dem Staub der Erde, schön und tröstlich. Die Kirche greift diesen Gedanken ein weiteres Mal auf, wenn sie dem Sterbenden zuruft: Mögest du zurückkehren zu dem der dich erschaffen hat, aus dem Staub der Erde.[1]

Diese Darstellung der Vertreibung aus dem Paradies ist Teil
einer Altarretabel des Beato Angelico. Der Flügel, der ins Bild ragt,
gehört zur Verkündigung. Der dem Menschen einst den Weg zurück
ins Paradies versperrte, kündigt nun von der Geburt des Erlösers.

Staub bist du und zum Staub wirst du wieder zurückkehren – ein Wort, nach dem Sündenfall bei der Vertreibung aus dem Paradies an Adam und Eva gerichtet.

So ist das vor den Herrn hintreten ein Zeichen der Demut und Anerkenntnis dessen, daß ich ein Sünder und vergänglich bin. Deshalb lasse ich mich mit Asche bezeichnen oder bestreuen. Zugleich wird mir diese Asche in Form eines Kreuzes auf die Stirn bezeichnet oder aufs Haar gestreut, dem triumphalen Zeichen des Sieges des Lebens über den Tod. Dieses Leben ist nicht alles und nicht das Letzte.

Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern, daß er umkehrt und lebt, betet der Priester bei der Segnung der Asche. Darum kann ich freudig hinzutreten und voll Gewißheit mit Hiob sprechen:
Ich weiß: mein Erlöser lebt, als Letzter erhebt er sich über dem Staub. Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen. Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust. (Hiob 19, 23-27)

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[1] Ich empfehle dich dem allmächtigen Gott. Ihm vertraue ich dich an, dessen Geschöpf du bist. Kehre heim zu deinem Schöpfer, der dich aus dem Staub der Erde gebildet hat. (Sterbegebete)

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