Donnerstag, 24. März 2011

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn – Verkündigung des Herrn

Komm, du Heiland aller Welt;
Sohn der Jungfrau, mach dich kund.
Darob staune, was da lebt:
Also will Gott werden Mensch.

Nicht nach eines Menschen Sinn,
sondern durch des Geistes Hauch
kommt das Wort in unser Fleisch
und erblüht aus Mutterschoß.
(Hymnus Veni redemptor gentium der Adventszeit)

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.
Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: Abba, Vater.
Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott. (Gal 4, 4-7)

In dir, Begnadete, freut sich die ganze Schöpfung, das Heer der Engel und das Geschlecht der Menschen, geheiligter Tempel und geistiges Paradies, Zierde der Jungfräulichkeit, aus welcher Gott Fleisch wurde und ein Kind, unser vor aller Zeit daseiender Gott. Er hat deinen Mutterschoß zu seinem Throne gemacht und deinen Leib umfassender als die Himmel gestaltet. An dir, Begnadete, erfreut sich die ganze Welt. Preis dir! (griechische Jakobusliturgie
)




In manchen Jahren in der Fastenzeit, in Jahren mit einem frühen Osterdatum in der Osterzeit – neun Monate vor der Geburt des Erlösers feiert die Kirche das Hochfest der Verkündigung des Herrn und nennt dieses „den Angelpunkt der ganzen Menschheitsgeschichte“. Mit Recht nennt sie dieses Ereignis so, denn die Verkündigung war der erste Augenblick, in dem Jesus Christus als Sohn der Jungfrau Maria Fleisch annahm, mithin der Beginn der Menschwerdung. Von der Menschwerdung Gottes erhält jedes Ereignis der Zeit vorher und nachher seinen Platz – vor Christi Geburt, nach Christi Geburt.

Im Fest der Menschwerdung, dem eigentlichen Beginn des Advents, feiern wir den Eintritt des Erlösers in die menschliche Natur. Durch die Annahme dieser Aufgabe, Mutter dessen zu werden, der der Sohn des Höchsten genannt werden wird, ist Maria tatsächlich ganz und gar erfüllt von Gnade, voll der Gnaden, wie wir im Ave Maria und im Angelus beten.

Brüder und Väter, die Verkündigung ist gekommen, das erste der Herrenfeste, und wir sollten es nicht einfach feiern wie die meisten, sondern mit Verständnis und Ehrerbietung für das Mysterium. Was ist dieses Mysterium? Daß der Sohn Gottes Sohn des Menschen wird, indem er die allerseligste Jungfrau als Weg beschreitet, in ihr wohnt, sich in ihr einen Tempel bereitet und wahrer Mensch wird. Warum dieses? Damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, wie es geschrieben steht, und damit wir die Sohnschaft erlangen, daß wir nicht länger Sklaven wären, sondern frei, nicht länger den Leidenschaften preisgegeben, sondern frei von Leidenschaften, nicht länger Freunde der Welt, sondern Freunde Gottes, nicht länger dem Fleisch nach leben, sondern dem Geist nach.

Nicht nur das, wir sollten für die Welt beten und mit ihr leiden. Warum dieses? Weil der Sohn Gottes kam, um die Welt zu retten und die Welt ihn nicht aufnimmt. Völker und Nationen nehmen ihn nicht auf. Einige, weil sie vom Glauben abgefallen sind, andere durch ein Leben im Bösen. Was hätte er uns noch tun sollen und hat es nicht getan? Er war Gott und wurde Mensch. Er erniedrigte sich bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Er gab uns seinen Leib zu essen und sein Blut zu trinken; er gestattete uns, ihn Vater zu nennen, Bruder, Haupt, Lehrer, Bräutigam, Miterbe und all die anderen Anreden, die aufzuzählen jetzt keine Zeit ist. Und immer noch wird er verleugnet, und er erträgt es immer noch. Er spricht: Ich bin nicht gekommen, die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. (aus einer Predigt des hl. Theodor Studites zum Fest der Verkündigung)



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Bilder: Verkündigungsaltar des Beato Angelico, heute im Museo del Prado in Madrid
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Verkündigung des Herrn

Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Vielen lieben Dank für den Beitrag. Ohne solche wäre die Blogozese wirklich um ein ganzes Stück geistigen Lebens ärmer!

Braut des Lammes hat gesagt…

Vielen lieben Dank! :)

Da der Beitrag versehentlich zu früh und unvollendet lossegelte, habe ich nach Fertigstellung auch die Uhrzeit aktualisiert.

Anonym hat gesagt…

Wunder-, wunder-, wundervoll, herzlichen Dank! Vor einigen Jahren fielen Karfreitag und Mariä Verkündigung auf einen Tag, und die Predigt, die ich damals gehört habe, geht mir bis auf den heutigen Tag nach.

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