Samstag, 26. März 2011

3. Fastensonntag – mich dürstet

Das Evangelium des 3. Fastensonntags zeigt uns den Herrn, wie er in der Hitze des Tages an einem Brunnen rastet. Es war um die sechste Stunde (zwölf Uhr mittags). Die samaritische Frau, die ebenfalls zum Brunnen gekommen ist, bittet Jesus: Gib mir zu trinken! – Irgendwie hat mich dies und die Stunde, zu der es geschah, an eines der letzten Worte Jesu am Kreuz erinnert: Mich dürstet. In diesem Wort drückt sich die tiefe Sehnsucht des Herrn nach denen, die er gekommen ist, zu retten, aus wie auch die Sehnsucht aller Menschen nach dem, der unseren Durst stillen kann.

Im Johannesevangelium heißt es über dieses Wort bei der Kreuzigung, daß er es sagte, damit sich die Schrift erfüllte: Sie gaben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst (Ps 69,22). Und doch muß der körperliche Durst Jesu in seinem Leiden quälend gewesen sein – und noch quälender, daß man ihm stattdessen einen Schwamm mit Essig gab.

Nach seinem Tod strömten aus der Seitenwunde Wasser und Blut.
Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles
heißt es in der sehr schönen Präfation zum Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Gemeint sind die Sakramente des Altars und der Taufe.

Die Begegnung Jesu mit der Samariterin zeigt uns den Herrn, der den Sündern und verlorenen Schafen nachgeht, um sie zurückzubringen und zu retten. Obwohl die Juden mit den Samaritern nicht verkehren, wie es im Evangelium heißt, und obwohl Jesus weiß, daß der Lebenswandel der Frau alles andere als vollkommen ist, bittet er sie, ihm einen Dienst zu leisten, mehr noch, er behandelt sie gütig und offenbart sich ihr als der Messias. Daß er ihr Vertrauen gewonnen hat, wird spätestens deutlich, als sie das irdische Wasser einfach stehen läßt und die anderen holt. Viele kamen zum Glauben an ihn, daran, daß er ist wirklich der Retter der Welt ist. In seinem Tod am Kreuz offenbart sich dies auf die tiefste und unwiderruflichste Weise: wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.

Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles. Und das ist es: in den Sakramenten begegnen wir Jesus Christus selbst, wir haben Gemeinschaft mit ihm, wenn wir zulassen, daß er uns heilt, heil macht und rettet. Er selbst in den Sakramenten ist das lebendige Wasser, das wir schöpfen dürfen, das Wasser, das unseren Durst stillen kann, so daß wir nie wieder Durst bekommen.
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Bilder: Ikonen im sogenannten neuen koptischen Stil. Bei der zweiten gefallen mir besonders die Gesichter und die nette Geste, mit der der Herr auf sich deutet: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.

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