Freitag, 11. Februar 2011

Unsere Liebe Frau in Lourdes

Im Alter von 14 Jahren erschien einem armen Bauernmädchen, das an schwerem Asthma litt, in einer Grotte am Ufer des Flußes Gave eine wunderschöne Dame. Obwohl man Bernadette teils nicht glaubte, sie verachtete und sie von den Behörden schikanieren ließ, scharten sich die Menschen um sie, als sich die Nachricht verbreitete und Bernadette ihre Geschichte nicht widerrief.

Bernadette selbst hat von dieser Erscheinung der Dame nie viel hergemacht. In einem Brief an einen Priester schreibt sie in dürren Worten:
Eines Tages ging ich mit zwei Mädchen an den Gavefluß zum Holzsammeln Da hörte ich ein Geräusch und schaute um nach der Wiese. aber die Bäume bewegten sich nicht. Da schaute ich zu der Höhle hin. Dort sah ich eine Dame in weißen Gewändern. Sie trug ein weißes Kleid, das mit einer blauen Schärpe gegürtet war. Auf jedem Fuß hatte sie eine gelbe Rose von der gleichen Farbe wie ihr Rosenkranz.

Als ich das sah, rieb ich mir die Augen, weil ich dachte: Du täuschst dich! Ich tat die Hände in den Busen meines Kleides, wo ich meinen Rosenkranz fand. Ich wollte mir auch das Kreuz auf die Stirn machen. Aber ich konnte die Hand nicht hochbringen, sondern sie fiel mir herunter. Als aber die Dame das Kreuzzeichen machte, da versuchte ich es auch mit zitternder Hand, und da konnte ich es. Zugleich begann ich den Rosenkranz zu beten, indessen auch die Dame die Perlen gleiten ließ, aber ohne die Lippen zu bewegen. Als ich mit dem Rosenkranz fertig war, verschwand die Erscheinung sofort.


Ich fragte die beiden Mädchen, ob sie etwas gesehen hätten. Das verneinten sie, fragten aber, was ich ihnen zu enthüllen hätte. Da teilte ich ihnen mit: ich hätte eine Dame in weißen Kleidern gesehen, wisse aber nicht, wer sie sei. Ich kam am Sonntag wieder, weil ich mich hingezogen fühlte …


Erst beim dritten Mal sprach die Dame zu mir und fragte mich, ob ich vierzehn Tage lang zu ihr kommen wolle. Ich sagte: Ja! Sie setzte hinzu, ich solle die Priester auffordern, dort eine Kapelle bauen zu lassen. Dann hieß sie mich, aus der Quelle zu trinken. Da ich keine Quelle sah, ging ich zum Gavefluß. Aber sie gab mir zu verstehen, sie spreche nicht von dem Fluß und zeigte mit dem Finger auf die Quelle. Als ich hinging, fand ich nur ein bißchen lehmiges Wasser. Ich hielt die Hand hin, konnte aber nichts fassen. Darum fing ich an zu scharren und konnte schließlich ein wenig schöpfen. Dreimal schüttelte ich es weg. Doch beim vierten Mal konnte ich es trinken. Darauf entfernte sich die Erscheinung, und ich ging weg.


Vierzehn Tage ging ich hin, und jeden Tag erschien die Dame, außer an einem Montag und Freitag. Jedesmal trug sie mir auf, die Priester an den Bau der Kapelle zu mahnen. Jedesmal forderte sie mich auf, mich in der Quelle zu waschen und um die Bekehrung der Sünder zu bitten. Öfters fragte ich sie, wer sie sei, aber sie lächelte nur. Zuletzt sagte sie mir, die Arme und die Augen zum Himmel erhoben: Ich bin die unbefleckte Empfängnis.

Obwohl ihr Worte nicht leicht zu Gebote standen, machte sich Bernadette auf, das auszuführen, was die Erscheinung ihr aufgetragen hatte. Sie ging zum Pfarrer, vor dem sie sich fürchtete, und richtete es ihm aus. Es wurde nicht nur der Wunsch der Gottesmutter nach einer Kapelle erfüllt – es entstand der Wallfahrtsort unserer Lieben Frau von Lourdes, ein Ort, an dem Gesunde und Kranke einem Licht der Hoffnung begegnen können, das die Kraft hat, ein Leben zu verändern. Im Tagesgebet betet die Kirche
Barmherziger Gott,
in unserer Schwachheit
suchen wir bei dir Hilfe und Schutz.
Höre auf die Fürsprache
der jungfräulichen Gottesmutter Maria,
die du vor der Erbschuld bewahrt hast,
und heile uns von aller Krankheit
des Leibes und der Seele.
Der Erscheinung der Jungfrau Maria in der Grotte von Massabielle nachempfunden ist ein Typ von Mariendarstellung, auf den ich erst vor einiger Zeit gestoßen bin: die Bathtub-Madonna, offenbar vor allem in Polen und Amerika verbreitet. Meine Eltern kann ich für eine solche Idee nicht wirklich begeistern, obwohl wir sogar eine Badewanne (mit Tatzfüßen) im Garten haben. Aber wagerecht und mit Blumen drin findet der Schwabe eine Badewanne im Garten halt gemeinhin ordentlicher als senkrecht und mit Madonna drin.



Nachgebacken hat die Szenerie um die Grotte von Massabielle (unsere liebe Frau von Lourdes ist allerdings nicht eßbar) Catholic icing. Hihi!

1 Kommentar:

Sr. Bernadetta hat gesagt…

Ich finde das einfach nur wundervoll, denn so zeigt sich doch, dass Gott auch an uns glaubt - egal wie wir auch "gestrickt" sein mögen. Jeder Mensch hat den göttlichen Funken in sich, auch, wenn er manchmal nur ganz leicht glimmt, dann liegt es an uns ihn neu zu entfachen und zum Strahlen zu bringen.
Ich habe zu meiner 1.hl Kommunion von meiner Großmutter ein kleines Heiligen-Bild von Bernadette bekommen - es befindet sich heute noch in meinem Besitz und ist mir eines meiner wertvollsten Güter und ich glaube mein Name sagt ja auch genug :)
Alles Liebe.
Sr. Bernadetta
Bernadetta aber da ich mir nicht anmaßen wollte mich in irgendeiner Art und Weiße mit ihr gleichstellen zu wollen, aber meiner Verehrung Ausdruck geben wollte.Lange Geschichte :)

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