Montag, 7. Februar 2011

Hll. Paul Miki und Gefährten – Märtyrer


Als ich zu euch kam, Brüder, kam ich nicht, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten. Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch. Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes. (1 Kor 2, 1-5)

Vom Sonntag verdrängt wurde in diesem Jahr das Fest der hll. Märtyrer Paul Miki und Gefährten; die zweite Lesung aus dem Korintherbrief paßte jedoch sehr gut zu ihnen. Schaue ich auf das Schicksal dieser Märtyrer und was diese alles auf sich genommen haben, muß ich mir eingestehen, daß ich vom Leben und Sterben mancher Märtyrer einfach viel zu wenig weiß, und mir kommen die Worte des Apostels, die wir am vergangenen Freitag gehört haben, in den Sinn: Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben; schaut auf das Ende ihres Lebens, und ahmt ihren Glauben nach!

Als die ersten jesuitischen Missionare 1549 nach Japan kamen, hieß man sie willkommen und viele Japaner wurden Christen. Als der Feldherr Hideyoshi Toyotomi das Amt des Generals übernahm, fürchtete dieser nach einiger Zeit, daß die Christen nach der Macht im Land strebten. 1587 belegte er sie mit dem Bann und ließ viele Kirchen zerstören. Einige Priester blieben trotzdem im Land und setzten ihr Wirken im Untergrund fort.

Über 3000 Christen erlitten in Japan das Martyrium. Am 8. Dezember 1596 ließ Hideyoshi in Miako sechsundzwanzig Männer verhaften und zum Tod verurteilen. Unter ihnen waren drei japanische Jesuiten, sechs Franziskaner (unter ihnen vier spanische Missionare) und siebzehn japanische Laien. Sie wurden der Verschwörung gegen die Regierung beschuldigt und zum Tod am Kreuz verurteilt. Einige der Märtyrer waren noch sehr jung: zehn, dreizehn, sechzehn und neunzehn Jahre alt. Der Jesuit Paul Miki stammte aus einer vornehmen Familie und war ein herausragender Prediger. Er stand kurz vor seiner Priesterweihe und wäre der erste japanische Priester geworden, hätte er nicht zuvor die Palme des Martyriums erlangt, im selben Alter wie sein Erlöser und wie er am Kreuz.

Die sechsundzwanzig Männer von Miako wurden gefoltert und anschließend gezwungen, die fast tausend Kilometer von Miako nach Nagasaki durch Eis und Schnee zurückzulegen. Dabei sangen sie Freudenpsalmen und predigten unterwegs den Menschen, die aus ihren Häusern gekommen waren, um sie anzustarren. Sie beteten auch den Rosenkranz und ließen die Leute wissen, daß ein Martyrium wie das ihre ein Grund zur Freude sei, nicht zur Trauer.

Am 5. Februar erreichten sie schließlich Nagasaki, wo auf einem Hügel bereits sechsundzwanzig Kreuze aufgerichtet worden waren. Es wird berichtet, daß die Christen singend förmlich zu ihrem Kreuz hinliefen. Soldaten banden sie mit eisernen Bändern um ihre Handgelenke, Knöchel und Kehlen daran fest und durchbohrten sie mit Lanzen. Viele waren gekommen, um sich das grausame Spektakel anzusehen. Hideyoshi hatte gehofft, dieses Exempel würde andere Christen verschrecken. Stattdessen verlieh es ihnen den Mut, ebenfalls für ihren Glauben zu sterben.

1858 wurde das Christentum in Japan wieder erlaubt. Die Missionare, die daraufhin nach Japan kamen, fanden noch Tausende Christen vor, die ihren Glauben über zweihundert Jahre im Verborgenen gelebt hatten. Den Hügel in Nagasaki, auf dem die Märtyrer starben, nennt man heute den heiligen Berg.

Bevor Paul Miki starb, wandte er sich nicht mit klugen und gelehrten Worten, sondern mit dem Erweis von Geist und Kraft an die Umstehenden:
Der einzige Grund, aus dem ich den Tod erleiden werde, ist, daß ich die Lehre Christi verkündet habe. Ich danke Gott dafür, daß ich aus diesem Grunde sterbe. Ich glaube, daß ich vor meinem Tod die Wahrheit spreche. Ich weiß, daß ihr mir glaubt und ich möchte euch allen noch einmal sagen: bittet Christus, euch zu helfen, und ihr werdet glücklich. Ich gehorche Christus. Nach dem Beispiel Christi vergebe ich meinen Verfolgern, ich hasse sie nicht. Ich bitte Gott, mit allen Erbarmen zu haben und hoffe, daß mein Blut sich als fruchtbarer Regen über meine Mitbrüder ergieße.

Kommentare:

Tiberius hat gesagt…

Das war interessant!

Dorothea hat gesagt…

Vielen Dank für diese Erinnerung, sie berührt mich.
Ich frage mich immer warum Jesuiten, aus deren Reihen es so viele Märtyrer gibt, so oft vergessen, welche Opfer ihre Brüder für ihren Glauben gebracht haben.
Zu viele von ihnen stehen heute nicht mehr treu zu Papst und Kirche.

.U. hat gesagt…

Danke für diesen Beitrag. Sehr berührend.




@Dorothea
Die Lamentationes die man über die Gesellschaft Jesui schreiben könnte, würden Bände füllen ...
Die junge Generation scheint besser, schade allerdings, dass die geplante konservative spanische Abspaltung während der nachkonziliaren Krise verhindert wurde.

Braut des Lammes hat gesagt…

Wie das zusammengeht, daß ausgerechnet die festesten, glühendsten… weiß ich auch nicht. Ich kenne aber im wirklichen Leben zu wenig Jesuiten um mir ein Urteil erlauben zu können.

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