Samstag, 5. Februar 2011

Das unauslöschliche Zeichen seines Blutes – hl. Agatha, Jungfrau und Märtyrin

Heute feiert die Kirche das Fest der heiligen Märtyrin Agatha, die sich schon in der Jugend Christus geweiht hatte. Der Name Agatha kommt aus dem Griechischen und bedeutet „die Gute” oder auch „die Freundliche“. Diese frühchristliche Jungfrau wurde um 225 geboren und erlitt das Martyrium um 250 in Catania auf Sizilien. Die hl. Agatha ist die letzte in einer Reihe von Jungfrauen, deren Feste die Kirche im Winter feiert, und die alle im Kanon des ersten Hochgebets namentlich genannt werden: Cäcilia, Lucia, Anastasia, Agnes und Agatha.

Im Martyrologium Romanum heißt es heute:
Zu Catania auf Sizilien der Todestag der heiligen Jungfrau und Märtyrin Agatha. Zur Zeit des Kaisers Decius ließ sie der Richter Quintianus ins Gesicht schlagen und ins Gefängnis werfen. Hierauf spannte man sie auf die Folter und renkte ihr die Gelenke aus. Dann wurde sie an der Brust verstümmelt, über Scherben und Kohlenglut gewälzt, bis sie endlich im Kerker unter Gebet zu Gott ihre Vollendung empfing.[1]

(Jetzt habe ich bestimmt wieder über Google die merkwürdigsten Hits… Rechts sieht man übrigens die sizilianische Form des Agathabrots: Minni di vergine. Ob die Heilige auf Darstellungen das Tablett mit ihren Brüsten deswegen immer so hält, als wolle sie sie einem zum Essen anbieten oder ob jemand der Darstellungen wegen auf die Idee gekommen ist, solche Teilchen zu backen, konnte nicht restlos geklärt werden.)

Über das Schicksal des des Quintianus erfährt man an anderer Stelle: den Quintianus ereilte der Tod auf dem Weg zu Agathas Gütern, die er sich aneignen wollte. Der Tritt eines Pferdes warf ihn in den Fluß. Der Statthalter wurde von den Wellen fortgetragen und nie wieder gesehen.

In der heutigen Lesung zur Matutin hören wir den hl. Bischof Methodius von Sizilien:
Das Jahresgedächtnis der heiligen Märtyrin hat uns alle an diesem Ort zusammengeführt. Wie ihr, meine Hörer, alle wißt, ist der Grund für unsere Versammlung der ruhmvolle Kampf einer der ersten Märtyrinnen alter Zeit. Aber sie gehört auch der Gegenwart an, da sie auch jetzt im Kampf siegt durch die Wunder Gottes, die täglich ihr Kranz und ihr kostbarer Schmuck sind.

Sie ist Jungfrau, weil sie aus dem Wort des unsterblichen Gottes, das auch für mich in seiner Menschheit den Tod erlitt –, aus dem ungeteilten Gottessohn, geboren ist, wie Johannes sagte: Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden.

Agatha, die euch zu unserem heiligen Mahl geladen hat, ist die Braut, die dem einen Mann Christus verlobt ist, wenn wir im Sinn des Apostels das Bild von der Vereinigung im Brautgemach gebrauchen wollen. Sie trug den Glanz des reinen Gewissens und das Scharlach des Blutes des Lammes, um sich zu schmücken. Immer wieder bedachte sie den Tod ihres göttlichen Geliebten.

Ihr Kleid ist das Zeichen ihres treuen Zeugnisses für Christus. Es trägt das unauslöschliche Zeichen seines scharlachroten Blutes wie auch das ihrer Jungfräulichkeit. So wird die hl. Agatha zur Zeugin unerschöpflicher Beredsamkeit für alle Generationen.

Diese wahrhaft Gute, weil Gottes eigener Anteil, ist Agatha für ihren Bräutigam, und sie ist es kraft der Verbundenheit im Guten, diese Spiegelung von Sinn und Bedeutung ihres Namens, auch für uns. Gott, der Quell des Guten, hat sie uns als Geschenk verliehen.

Welche gute Gabe wäre größer als das höchste Gut? Wo wäre jemand mehr des Lobes wert als Agatha, die Gute?

Agatha, deren Gutsein dem Namen und der Wirklichkeit entspricht: Agatha, die durch ihre herrlichen Taten ihrem guten Namen Ehre macht und eben in diesem guten Namen die guten Taten zeigt, die sie vollbracht hat: Agatha, die durch ihren guten Namen eine solche Anziehungskraft besitzt, daß alle von ganzer Seele zu ihr eilen. Sie lehrt alle Menschen durch ihr gutes Beispiel, unverzüglich mit ihr nach dem wahren Gut zu streben, das allein der eine Gott ist.
Wer sich als aufmerksamer Beter jetzt wundert, die Sätze über den Glanz des reinen Gewissens, das scharlachrote Blut des Lammes und die Zeugin unerschöpflicher Beredsamkeit fehlen im deutschen Lektionar zum Stundenbuch. Fragt mich nicht warum, denn der hl. Methodius hat sie so gepredigt.

Zwischen der heiligen Agatha und einer anderen jungfräulichen Märtyrin, die ebenfalls im Kanon genannt wird, gibt es eine Verbindung: die hl. Lucia unternahm mit ihrer Mutter eine Wallfahrt zum Grab der Heiligen, wo ihr diese in einem Traum erschien und sie im Vorsatz, sich dem Herrn zu weihen, ermutigte.

Gleich mehrfach hat die Heilige, deren Schleier als kostbarste Reliquie im Dom von Catania auf Sizilien verwahrt wird, Unheil von der Stadt, deren Schutzpatronin sie ist, abgewendet. Im Jahr nach ihrem Tod zog man der vom Ausbruch des Ätnas bedrohten Stadt mit ihrem Schleier entgegen, und die Lava kam zum Stillstand. Auf dieser Gedenktafel an der Kirche steht zu lesen:
Vor dieser Kirche versammelten sich am Morgen des 28. Oktober 1908 die Einwohner von Catania, voller Furcht vor dem Erdbeben und ahnungslos über das drohende Verhängnis von Messina und Reggio um den Schleier der hl. Agatha, von Erzbischof Kardinal Giuseppe Francica Nava in einer Prozession getragen, unter Tränen und Gebeten, und aus der abgewendeten Gefahr erwuchs Barmherzigkeit, die den versammelten Überlebenden in überreichem Maß gewährt wurde.

Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Die heilige Agatha ist mir dieses Jahr zum ersten Mal aufgefallen. Weil ihr Fest diesmal auf den Samstag fiel, und ich jeden Samstag unsere kleine tridentinische Dorfmesse besuche. Habe meinen samstäglichen Post selbstredend der heiligen Agatha gewidmet. Nur daß mich die Biilder, die ihr Martyrium darstellen, ziemlich gruseln. Eigentlich ist sie doch die Heilige dieser Tage, oder nicht?

Braut des Lammes hat gesagt…

Mich erfüllen solche Beschreibungen, die man ja auch bei den Märtyrern Nordamerikas findet, mit Ehrfurcht – was die alles auf sich genommen haben, und wie stellen wir uns manchesmal an.

Bei den Darstellungen finde ich eher noch die so ordentlich auf einem Tablett präsentierten Brüste manchmal etwas eigenartig.

Agatha wird auch zur Märtyrin, weil sie bereits an Christus als Bräutigam gebunden ist. Im Weihegebet der Kirche für die Jungfrauen heißt es dazu sehr schön:

Obwohl sie die Würde des Ehebundes, den du gesegnet hast, erkennen, verzichten sie dennoch auf das Glück einer Ehe; denn sie suchen einzig, was das Sakrament der Ehe bedeutet: die Verbindung Christi mit seiner Kirche. Die Jungfräulichkeit um Christi willen erkennt in dir, o Gott, ihren Ursprung, sie verlangt nach dem Leben, das den Engeln eigen ist, und sehnt sich nach der Vermählung mit Christus.

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