Dienstag, 15. Februar 2011

Da vorne kommt jetzt Jesus!

Maryse berichtet aus der Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion; mir ist bei der Kommentierung wieder „Jesu Leben einmal anders“ eingefallen, von dem ich hier schon geschrieben habe. Zwar ging es da um Firmlinge, die Effekte aber sind dieselben.

Ohne eine Jeremiade anstimmen zu wollen, fällt auf, daß es vielen Kindern am elementarsten Wissen zu fehlen scheint, so daß sich die Frage aufdrängt, was zum Geier behandelt eigentlich der Religionsunterricht?

Ich kann mich erinnern, daß mein (evangelischer) Religionsunterricht in der Mittelstufe schon eher einem Gemischtwarenladen – mit Drogen, Verhütungsmitteln und Koran drin – glich, ohne deshalb qualitativ schlecht zu sein. Jedenfalls habe ich bei der Gelegenheit auch mal den Koran gelesen (den ganzen nur, weil ich ihn mir vom Lehrer ausborgte). In der Unter- und Oberstufe ging es jedenfalls um Jesus und das Christentum. Von Ergänzungen wie der Sonntagsschule will ich gar nicht erst anfangen, obwohl gerade diese erfreulich viel Wissen aus der Bibel vermittelte (die Filztafel, an der uns die Sündenvergebung mit einem großen schwarzen, einem roten und einem weißen Papierherzen erläutert wurde, ist sowohl mir als auch meinen Geschwistern in Erinnerung geblieben, wie sich neulich herausgestellt hat).

Heutzutage geht man anscheinend anders vor. Wie, kann ich auch nicht so genau sagen. Offenbar ist Brotbacken bei der Erstkommunionvorbereitung oft ein wesentliches Element. Warum eigentlich, kann mir das einmal jemand erklären? Es ist ja nicht so, daß man sich in der Heiligen Messe den Leib des Herrn selber backt. Warum bietet man den Kindern ein Potpourri, das bis hin zum Besuch einer Synagoge mit Erstkommunikanten („Jesus war Jude!“) reichen kann, wenn die meisten von ihnen viel eher wissen wollen, ob man Hostien essen kann und wozu wir in der Heiligen Messe einen Kelch brauchen? Ganz einfache Fragen nach Leib und Blut Christi, der Eucharistie, Quell und Mitte unseres Lebens.

Diese Frage, ob man Hostien eigentlich essen könne, haben mir drei Kinder vor einiger Zeit nach der Meßfeier gestellt. Ob es klug war, ihnen daraufhin neben einer kurzen Erläuterung der hl. Kommunion auch jeweils eine unkonsekrierte Hostie anzubieten, darüber habe ich später noch nachgedacht. Anscheinend aber hat (auch) in diesem Fall den Kindern keiner erklärt, was beim Empfang der hl. Kommunion eigentlich vor sich geht. Christus und seine Kirche haben uns soviel zu sagen und zu bieten, warum wird mit diesem Pfund oft so wenig gewuchert?

Von einer Frau habe ich einmal gehört, daß ihr als Kind bei der Wandlung gesagt wurde: da vorne kommt jetzt Jesus. Und so ist es immer noch und wird es immer sein, bis zum Ende aller Tage: da vorne kommt jetzt Jesus. Ist es nicht möglich, das zum Gegenstand des Erstkommunionunterrichts zu machen? Denn das ist das Wesentliche. Nicht, ob wir uns irgendwo abgeholt oder irgendwohin begleitet fühlen, sondern, daß wir im Sakrament Jesus Christus wahrhaft begegnen, Gemeinschaft mit ihm haben, daß er uns heilt, heil macht und rettet.

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