Donnerstag, 3. Februar 2011

Auf die Fürsprache des hl. Blasius… – der hl. Märtyrer Blasius und der Blasiussegen


Als mir als mehr oder weniger frischgebackene Katholikin zum ersten Mal der Blasiussegen gespendet wurde – in einem Kloster, auf Latein, und mit Kerzen, die ordentlich was hermachten – (aus meiner Heimatgemeinde kann ich mich nicht auf dieses Sakramentale besinnen), fand ich diesen Ritus einfach nur eigenartig, zumal es auch kein Mensch vorher oder nachher irgendwie erklärt hat. Das schöne Segensgebet ist, wenn man es in der eigenen Sprache hört, natürlich eine kurze Erklärung an sich:
Per intercessionem Sancti Blasii, episcopi et martyris,
liberet te Deus a malo gutturis, et a quolibet alio malo.
In nomine Patris, et Filii +, et Spiritus Sancti.

Auf die Fürsprache des heiligen [Bischofs und Märtyrers] Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Der Blasiussegen ist ein Sakramentale der Kirche, das nach der heiligen Messe des Gedenktags, manchmal auch am darauffolgenden Sonntag noch, denen, die es möchten, vom Priester gespendet wird.

Die Anrufung des Heiligen bei Halskrankheiten und die Spendung des Blasiussegens geht auf eine Erste-Hilfe-Leistung des Heiligen zurück, der einem jungen Mann eine Fischgräte aus dem Hals entfernte, an der dieser zu ersticken drohte.

Über das Leben des Heiligen wissen wir wenig. Blasius war der Bischof von Sebastea in Armenien, der unter der Herrschaft des Licinius im frühen vierten Jahrhundert das Martyrium erlitt. Er war der Überlieferung zufolge das Kind einer reichen und vornehmen christlichen Familie, die ihn im christlichen Glauben erzog. Um die Zeit, als Blasius zum Bischof geweiht wurde, begann eine neue Welle von Christenverfolgungen. In einem Traum wies Gott ihn an, in die Berge zu fliehen, um den Verfolgern zu entkommen. Jäger in den Bergen entdeckten eine Höhle, um die sich viele wilde und kranke Tiere versammelt hatten. Zwischen ihnen ging der hl. Blasius furchtlos umher und heilte sie. Als die Jäger den Heiligen als einen Bischof der Christen erkannten, schleppten sie ihn vor Gericht. Auf dem Weg zurück zu seinen Verfolgern redete er noch zwischendurch einem Wolf aus, ein Schwein zu vertilgen, das einer armen Frau gehörte. Als man den Bischof zum Hungertod verurteilte, stahl sich die Frau ins Gefängnis und brachte ihm heimlich Essen und Kerzen.

Der Heilige gehört zu den vierzehn heiligen Nothelfern und ist auch der Schutzpatron der wilden Tiere, was ihn mir ebenfalls sehr sympathisch macht.
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Bildlegende: Hl. Bischof Blasius, Meister des Murano-Graduales, um 1450; Kerzen für den Blasiussegen.

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