Samstag, 29. Januar 2011

Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben – der Dienst der Kirche

Ich hatte gerade heute die schöne Möglichkeit, an einer Veranstaltung über die Gewissensfreiheit in der katholischen Akademie teilzunehmen, bei der der letzte Referent, P. Vincent Twomey SVD aus Dublin, auf die große Freiheit und Freude verwiesen hat, die für den einzelnen Gläubigen im Lehramt und Dienst der Kirche liegen kann.

Diese große Freiheit und Freude, von der hier die Rede war, findet sich auch in der Lossprechung bei der Beichte:
Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden.
So spreche ich dich los von deinen Sünden.
Nun schreibt Elsa einen tollen Beitrag über die Beichte. Einen Kapuziner mit Kapitänsmütze hatte ich zugegebenermaßen noch nicht, aber einen alten Franziskaner, der mich mit den Worten „Das passiert mir altem Esel auch noch!“ getröstet hat, weil ich beim Beten eingeschlafen war.

Als persönliche Anmerkung des Grauens zum Thema Beichte biete ich die Geschichte von dem Priester, der in Rom eine Pilgergruppe aus einer ländlichen Pfarrgemeinde durch die Kirche geführt hat. Eine der Teilnehmerinnen staunte dabei unverhohlen die Beichtstühle an und erkundigte sich schließlich, das seien also Beichtstühle? Während der Frage sah man den der Gruppe zugehörigen Pfarrer seitwärts retirieren. Die Dame fuhr fort, bei ihnen in der Gemeinde gebe es das gar nicht mehr, der Pfarrer habe sämtliche Beichtgelegenheiten entfernen lassen und gesagt, das Konzil habe die Beichte abgeschafft. Man kann sich ausrechnen, daß in der Gemeinde wahrscheinlich seit Jahrzehnten keiner oder kaum einer mehr gebeichtet hat – und für das Seelenheil dieser Menschen beten.

Beichten kann man übrigens tatsächlich fast an jedem Ort. Mir persönlich ist die klassische Situation (im Beichtstuhl, mit einem Gitter und einer Kniebank) allerdings eine große Hilfe, weshalb ich sie unbedingt bevorzuge: ich kann – und das ist mir wichtig – auch mit dem Leib ausdrücken, wie ich mich fühle. Natürlich ist es möglich, auch in einem Sprech- oder Beichtzimmer auf dem Boden niederzuknien. Trotzdem – vielleicht ist es auch ein wenig die Haltung des Beichtvaters, dem man praktisch ins Ohr, und damit in das Ohr Gottes selbst, spricht.

Meine letzte Beichte war übrigens so wunderbar (und gelacht worden ist dabei auch), daß ich denke, das wird mir immer bleiben, daß da jemand, ein Priester Gottes, so überaus gütig zu mir war.

Kommentare:

Sponsa Agni hat gesagt…

Sehr schön! :-) Einen ganz schönene Sonntag Dir!
LG,
Deine "Mitschwester"

Johannes hat gesagt…

Ja, wirklich mal ein schönes Zeugnis zur Beichte!
Dank auch von mir!

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