Sonntag, 23. Januar 2011

Was nicht in meinem Plan lag, das hat in Gottes Plan gelegen

Die Lesungen, die wir seit dem Advent hören, berichten vom Licht, das dem Volk, das in der Finsternis lebt, erstrahlt und von dem wahren Morgenstern, der uns aufgegangen ist: Jesus Christus. Der Evangelist Matthäus greift dies heute noch einmal auf, indem er den Propheten Jesaja zitiert. Zugleich berichtet er über die Berufung der allerersten Jünger am Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu.

In den letzten Tagen und auch im Zusammenhang mit diesem heutigen Evangelium mußte ich an die hl. Teresia Benedicta denken – was nicht in meinem Plan gelegen hat, das hat in Gottes Plan gelegen.

Dieses Wort, das sie 1936 in ihrem Werk Endliches und ewiges Sein niedergeschrieben hat, bezieht sich unmittelbar auf eines der Evangelien über Christus, das Licht. Im Prolog des Johannes-Evangeliums heißt es:
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. (Joh 1, 9-14)
Hierzu schreibt nun die heilige Teresia Benedicta:
Ich habe ein bestimmtes Studium vor und suche mir dafür eine Universität aus, die mir besonders Förderung in meinem Fach verspricht. Das ist ein sinnvoller und verständlicher Zusammenhang. Daß ich in jener Stadt einen Menschen kennenlerne, der „zufällig“ auch dort studiert, und eines Tages „zufällig“ mit ihm auf weltanschauliche Fragen zu sprechen komme, erscheint mir zunächst durchaus nicht als verständlicher Zusammenhang. Aber wenn ich nach Jahren mein Leben überdenke, dann wird mir klar, daß jenes Gespräch von entscheidendem Einfluß auf mich war, vielleicht „wesentlicher“ als mein ganzes Studium, und es kommt mir der Gedanke, daß ich vielleicht „eigens darum“ in jene Stadt „gehen mußte“. Was nicht in meinem Plan lag, das hat in Gottes Plan gelegen. Und je öfter mir so etwas begegnet, desto lebendiger wird in mir die Glaubensüberzeugung, daß es – von Gott her gesehen – keinen Zufall gibt, daß mein ganzes Leben bis in allen Einzelheiten im Plan der göttlichen Vorsehung vorgezeichnet und vor Gottes allsehendem Auge ein vollendeter Sinnzusammenhang ist. Dann beginne ich mich auf das Licht der Glorie zu freuen, in dem auch mir dieser Sinnzusammenhang entschleiert werden soll. Das gilt aber nicht nur für das einzelne Menschenleben, sondern auch für das Leben der ganzen Menschheit und darüber hinaus für die Gesamtheit alles Seienden.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Danke danke danke.

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