Freitag, 21. Januar 2011

Virgines caste – zum Fest der hl. Agnes




Schöne Fotos von der Segnung der Agneslämmer bietet der Herr Alipius via Orbis catholicus secundus, zwei davon mußte ich mir einfach ausborgen. Eines der Lämmer ist mit roten Blumen geschmückt – die Farbe des im Martyrium vergossenen Blutes – das andere mit weißen, als Sinnbild der Reinheit und Jungfräulichkeit. An sich ist natürlich das Lamm (Agnus) selbst schon ein solches Sinnbild, weshalb es ja das Attribut der Tagesheiligen ist.

Passend dazu für Liturgieliebhaber die Sequenz Virgines caste des Petrus Abelardus über die Jungfrauen, die dem Lamm folgen und das Lied singen, das kein anderer singen kann. Die Sequenz erscheint uns (jedenfalls mir) heutzutage stellenweise doch etwas blumig – in der Tat ist sie voller Blumen und Lämmer –, aber warum nicht?

Virgines caste
virginis summe
decus precinentes
Ceteras quoque
condignas laude
post hanc venerantes

Psalmis et hymnis
canticis dignis
sibi colloquentes

Solvant in istis
debite laudis
hostias sollempnes

Hec est a dextris
assistens regis
illa regina

Juncto latere
sola cum rege
precedit ipsa

Aurata veste
varietate
circum amicta

Tanquam dominam
sequitur ipsam
queque beata

Post eam adducte
virgines devote
regi sunt oblate
christo consecrate

Talis erat Tecla
Agnes et Lucia
Agathes et multa
virginum caterva

Filie Tiri
munera ferentes
Et in his regis
vultum deprecantes
Hostias habent
cunctis puriores
Corpore munde
corde sanctiores

Holocaustum Domino
offerunt ex integro
virgines carne
integre mente
inmortalem sponsum
eligentes christum

0 felices nuptie
quibus nulle macule
nulli dolores
partus sunt graves
nee pelex timenda
nec nutrix molesta

Lectulos harum
christo vacantes
angeli vallant
custodientes
ne quis incestus
temeret illos
ensibus strictis
arcent in mundos

Dormit in istis
christus cum illis
felix hic sompnus
requies dulcis
quo confovetur
virgo fidelis
inter amplexus
sponsi celestis

Dextera sponsi
sponsa complexa
capiti leva
dormit submissa
pervigil corde
corpore dormit
et sponsi grato
sinu quiescit

Aprobans sompnum
sponsus beatum
inquietari
prohibet illum
Ne suscitetis
inquit delictam
dum ipsa volet
ita quietam.

Hic ecclesiastici
flos est ille germinis
tam rosis quam liliis
multiplex innumeris
quorum est fragranciis
ager sponsi nobilis
naribus et oculis
eque delectabilis

Ornate tam bissina
veste quam purpurea
leva tenent lilia
rosas habent dextera
et corona gemina
redimite capita
agni sine macula
percurrunt itinera
Hic quoque floribus
semper recentibus
sanctorum intexta
capitum sunt serta
Hic agnus pascitur
atque reficitur
hi flores electa
sunt illius esca

Hie choro talium
vallatus agminum
hortorum amena
discurrit hac illac
Qui nunc comprehensus
ab his nunc elapsus
quasi quadam fuga
petulans exultat

Crebros saltus dat hic agnus
inter illas discurrendo
Et cum ipsis requiescit
fervore meridiano

In earum pectore
cubat in meridie
Inter mammas virginum
collocat cubiculum

Virgo quippe cum sit ipse
virgineque matre natus
Virginales super omnes
amat et querit recessus

Sompnus illi placidus
in castis est sinibus
Ne qua forte macula
sua redet vellera

Hoc attende canticum
devotarum virginum
insigne collegium

Quo nostra devocio
majore se studio
templum ornet domino

Keusche Jungfrauen,
die Lieder singen, würdig der
allerhöchsten Jungfrau!
Es singen auch andere
hehre Wesen ihr Lob,
erweisen ihr angemessene Verehrung

mit Psalmen und Hymnen
und Lobgesängen
die sie ihr singen.

Wie sich gebührt, bringen sie
in diesen Lobliedern
ihre feierlichen Dankopfer dar.

Sie hat ihren Platz
als Königin an der rechten
Seite des Königs eingenommen.

Voller Freude ihm zugesellt
schreitet sie allein
mit dem König voran

in Gold gekleidet,
verschleiert in den
Farben des Regenbogens,

so wie die heilige Magd
ihrer eigenen
Herrin folgt.

Nachdem man ihr die
heiligen Jungfrauen zugeführt hat,
werden sie dem König dargebracht
und Christus geweiht.

Solch eine war Thekla,
zusammen mit Agnes und Luzia,
Agathe und eine große Schar
von Jungfrauen.

Töchter aus Tyrus,
die Gaben tragend,
und vor diesem König
ihre Augen niederschlagend
bringen sie Opfer,
die reiner sind als alles andere,
und trotz ihrer irdischen Körper
sind ihre Herzen viel heiliger.

Vereint bringen sie
dem Herrn das Brandopfer dar.
Jungfrauen im Fleische
beständig im Geist,
versprechen sie sich Christus,
dem unsterblichen Bräutigam.

0 glückliche Hochzeit,
bei der kein Makel,
keine Traurigkeit
schreckliche Dinge hervorbringt
Auch braucht sie keine Konkubine,
keine lästige Schwiegermutter zu fürchten!

Schutzengel
umstehen ihre Betten,
damit nicht
gottlose Männer
sie schänden.
Mit gezogenem Schwert
schützen sie sie
vor der Welt.

Christus schläft
mit ihnen, glücklich
im Schlummer,
in süßer Ruhe,
und die treue Jungfrau
wärmt
in ihrer Umarmung
den himmlischen Bräutigam.

Vom Bräutigam umarmt,
schläft die Braut
an seiner rechten Seite
und ergibt sich sanft
ihrem Hirten.
obwohl ihr Herz wachsam ist,
schläft ihr Körper und findet Ruhe
in den wunderbaren Armen des Bräutigams.

Froh, sie schlafen zu sehen,
verhindert der Bräutigam
jegliche Störung
dieser heiligen Ruhe.
Weckt sie nicht auf, sagt er,
aus diesem schönen Schlaf,
bis zu der Zeit,
wo sie es selbst wünscht.

Diese Blume ist
die Saat der Kirche
eher wie Rosen denn wie Lilien
vermehrt sie sich ins Unendliche.
Von ihnen duftet das Feld
des edlen Bräutigams,
gleichermaßen köstlich
für Nase und Auge.

Geschmückt mit feinem Linnen
und königlichem Purpur,
tragen sie Lilien in ihrer linken Hand,
und in ihrer rechten halten sie Rosen.
Schmückt ihr Haupt mit einer mit
Juwelen besetzten Krone.
Lämmer in reinem Weiß
spielen auf ihrem Pfad.
Auch hier schmücken
aus den Blumen der Heiligen
geflochtene, ewig blühende
Kronen ihre Häupter.
Hier wird ein Lamm auf die Weide
geführt und umsorgt,
hier sind die erwählten
Blumen seine Weide.

Umgeben von einer solchen
Schar im Tanz,
rennt es hierhin und dorthin
zu den schönsten
Stellen des Gartens.
Eins, welches gerade eingefangen wurde,
ist ihnen nun entschlüpft und
freut sich fast lüstern auf die bevorstehende Hetzjagd.

Das Lamm springt wieder und wieder hoch,
läuft zwischen ihnen hin und her
und mit ihnen entflieht es
der brütenden Mittagshitze.

Auf ihren Busen zieht es sich
um die Mittagszeit zurück,
zwischen den Brüsten des Mädchens
legt es sich zum Schlafen nieder,

eine Jungfrau fürwahr, denn er selbst wird
von einer jungfräulichen Mutter geboren werden.
Er liebt sie mehr als alle jungfräulichen Heiligen
und sie fehlt ihm, wenn er fort ist.

Ruhigen Schlaf findet er
in der reinen Beuge ihres Arms,
wo kein Fleck die reine weiße
Wolle verschmutzen könnte.

Hört nun das Lied
von den geweihten Jungfrauen,
das Zeichen ihres Schwesternordens,

damit könnte unsere Hingabe
an den Herrn dessen Tempel
mit mindestens halb so viel Duft verschönern.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wirklich herzallerliebst, die kleinen Lämmer. Aber was mich, ganz praktisch, interessieren würde, ist, wie man die Tierchen dazu bringt, während der ganzen Zeremonie einigermassen still zu liegen ;))

Braut des Lammes hat gesagt…

Daß das nicht immer ganz so geklappt hat, habe ich hier beschrieben. Wenn man genau hinsieht, sieht man auf den Bildern dünne Satinbänder, die sicherlich auch für ein wenig Stabilität sorgen. Wahrscheinlicht gibt es auch solche und solche Lämmer. ;)

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