Samstag, 8. Januar 2011

Taufe des Herrn

Taufe Christi, Pietro Perugino, um 1498
Christus trat dann auf, als Johannes verkündet hatte: „Tut Buße!“ Dadurch bestätigte er dessen Verkündigung und empfing von Johannes das Zeugnis. Wie aber, wenn der Morgenstern aufgegangen ist, das Sonnenlicht nicht wartet, bis er untergeht, sondern hervorbricht, noch während dieser auf seiner Bahn voranschreitet, und schließlich mit seinen Licht dessen Glanz verdunkelt, so wartete auch Christus nicht darauf, daß Johannes seinen Lauf vollendete, sondern erschien bereits, als jener noch lehrte. (Pseudo-Chrysostomus)
Die Taufe Jesu steht am Beginn des öffentlichen Wirkens des Herrn. Sie verweist zugleich auf die menschliche Natur des Erlösers – die Taufe durch einen Menschen, den hl. Johannes den Täufer: in der Taufe macht sich der Herr ein weiteres Mal den Menschen gleich – und seine göttliche Natur, denn es geschehen dabei „wunderbare Zeichen“, auf die die Präfation des Festes verweist:
Bei der Taufe im Jordan offenbarst du das Geheimnis deines Sohnes durch wunderbare Zeichen: Die Stimme vom Himmel verkündet ihn als deinen geliebten Sohn, der auf Erden erschienen ist, als dein ewiges Wort, das unter uns Menschen wohnt. Der Geist schwebt über ihm in Gestalt einer Taube und bezeugt ihn als deinen Knecht, den du gesalbt hast, den Armen die Botschaft der Freude zu bringen.
Diesen Knecht nennt der Prophet Jesaja den Gottesknecht, er besingt ihn in mehreren Liedern, von denen wir zwei in der ersten Nokturn der Matutin des Festes der Taufe des Herrn hören:

Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht und läßt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.
Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln. (Jes. 42, 1-4)
Als aufeinanderfolgende Lesungen hören wir die Lieder vom Gottesknecht am Montag, Dienstag und Mittwoch der Karwoche. Es ist sicherlich bedeutsam, daß die Kirche die von Licht erfüllte weihnachtliche Festzeit mit einem Blick auf das Kreuz Christi beschließt. Das Kreuz ist die Bestimmung dieses Kindes, wenn es einmal zum Mann herangewachsen sein wird. Die Taufe des Herrn steht am Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu, die Passion und das Kreuz am Ende.

Dieser König schreit nicht und lärmt nicht, er ist der Bringer des Rechts, der das geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht auslöscht. Eben derselbe Prophet nennt den Messias schon zuvor den Fürsten des Friedens, den Bringer des Rechts: Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit.

Aus Demut und eigenem freien Willen läßt der Herr sich taufen, in Demut und freiwillig gibt er sich am Kreuz hin. Am Kreuz begegnet er aller Menschheit und umfängt sie, indem er das Kreuz umfangen hat.

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