Samstag, 22. Januar 2011

Gegenseitige Bereicherung

Auf den Beitrag Mutual Enrichment and the Reform of the Reform: A Game Plan, der auf dem von Father Christopher Smith geführten Blog The chant café erschienen ist, hat Father Mark in seinem Blogbeitrag On the organic restauration of the sacred auf Vultus Christi hingewiesen. (Erfreulicherweise hat sich das mit der geringen Resonanz nun offenbar erledigt, es wird eifrig kommentiert.)

Beide Blogger werfen – meiner unmaßgeblichen Meinung nach nicht ganz zu unrecht – die Frage auf, inwieweit sich die beiden Meßformen der ordentlichen und der außerordentlichen Form, wie von Papst Benedikt gewünscht, gegenseitig bereichern sollen, wenn sie sich zugleich nicht vermischen sollen. Fr. Smith hat nun eine Reihe von Punkten zusammengestellt, wie seiner Ansicht nach die beiden Formen sich durch Einbringen des einen oder anderen Elements in die jeweils andere gegenseitig bereichern könnten.

Verwirrt hat mich in Fr. Smiths Beitrag der Punkt
"Catechesis from the pulpit about the Church’s preference for Holy Communion on the tongue [soweit, so gut] and under one species." [ist das so? Mir ist, als betonten mehrere kirchliche Dokumente die hohe Wertschätzung der Kommunion auch unter beiderlei Gestalt. Meines Wissens wird sie mehrfach ausdrücklich für bestimmte Messen empfohlen, etwa die Feier des letzten Abendmahls am Gründonnerstag oder die Feier der Osternacht. Letzteres habe ich leider noch nie erlebt.]

Vollends unklar ist mir, warum jemand zur Feier der Heiligen Woche nach den Rubriken von vor 1955 zurückmöchte – indes bin ich kein Liturgieexperte. Mir ist, als hätte die Neuordnung Papst Pius' XII. den alten Brauch wiederhergestellt, die Gottesdienste zu einer Zeit stattfinden zu lassen, die dem Leiden und Sterben des Herrn so weit wie möglich entsprechen, was unter anderem bedeutet, daß die Feier der Osternacht nicht mehr am Vormittag des Karsamstags begangen wird, sondern eben wirklich in der Osternacht. Dasselbe gilt für die Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag, die nun am Abend stattfindet. Indes, lest, urteilt oder kommentiert selbst.

Eine Möglichkeit, wie meiner Ansicht nach die ordentliche von der außerordentlichen Form wirklich profitieren kann und es oft auch tut, ist Ruhe und Stille, Innerlichkeit – man muß nicht dauernd etwas „machen“. Wenn das ein Zelebrant ausstrahlt, genieße ich es und erlebe oft auch, wie es auf die Gemeinde übergeht. – Ich will aber auch frei heraus schreiben, daß sich der Wunsch nach mehr Stille in meinem Fall nicht auf das Hochgebet erstreckt. Ich finde es wunderbar, wenn der Zelebrant das Hochgebet (das ganze Hochgebet und nichts als das Hochgebet) laut singt oder spricht. Tut er es nicht, wird die Messe für mich nicht etwa „mysteriöser“ , mir fehlt dann einfach etwas.

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