Montag, 10. Januar 2011

Es grünt so grün…

Da nun endgültig und erstmals in diesem Kirchenjahr Grün – vergleiche dazu auch hier oder hier – angesagt ist, hier noch die feierliche Festankündigung des Kirchenjahres, die in Kathedralkirchen traditionell am Hochfest der Erscheinung und im Ton des Exsultet gesungen wird. Sowas heißt man übrigens einen Cisiojanus.
Liebe Brüder und Schwestern, die Herrlichkeit Christi ist heute erschienen; immerfort leuchtet sie unter uns auf, bis der Menschensohn wiederkommt.

Nach dem Fest seiner Geburt und seiner Erscheinung schauen wir aus nach den Drei Österlichen Tagen: den Feiern seiner Kreuzigung, seiner Ruhe im Grabe und seiner Auferstehung von den Toten.

So kündigen wir euch als erstes das Fest aller Feste an, den Ostersonntag, am vierundzwanzigsten April dieses Jahres. Jubelnd feiern wir den Tag, den Gott gemacht, und rühmen die Auferstehung unseres Erlösers.

Damit auch wir mit ihm auferstehn, begehen wir vierzig Tage hindurch die österliche Bußzeit. Sie beginnt am neunten März dieses Jahres mit der Feier des Aschermittwochs.

Danach schenkt uns der Herr die fünfzig Tage der Osterzeit: Am zweiten Juni das Fest seiner Himmelfahrt und am zwölften Juni das Hohe Pfingstfest, an dem der Heilige Geist herabkam auf seine Jünger.

Am dreiundzwanzigsten Juni feiern wir Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und Blutes Christi.

Die Kirche bereitet sich vor auf das Kommen ihres Herrn und beginnt den Advent am siebenundzwanzigsten November.

Voll Hoffnung erwartet sie am Ende der Zeiten die Wiederkunft unseres Retters Jesus Christus. Ihm gebührt alle Ehre und Herrlichkeit, jetzt und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

So schön wie oben können grüne Gewänder immerhin auch sein – haben wir aber nicht. Noch etwas grüner ist dieses Bild von New liturgical movementich frage mich, was hier wohl dargestellt ist? * Vor dem Prager Jesulein ganz in Grün schrecke ich zugegebenermaßen zurück.


Übrigens mag ich das grüne Brevier. Ich stimme zwar Ecce zu, ich liebe die geprägten Zeiten ebenfalls, aber der Jahreskreis ist nach all dem Weiß wie ein Stück Schwarzbrot mit Käse nach einem opulenten Mahl. Um unser wunderschönes weißgoldenes Kelchvelum in der Akademie tut es mir allerdings doch ein wenig leid, aber halt, das sehe ich zum Patrozinium des hl. Thomas ja schon wieder. :)

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[Anm. OK, ich habs. Es ist die Pfingstliturgie – was ich wegen der fallenden Blütenblätter auch zuerst vermutet hatte. Dann dachte ich "Pfingsten in Grün, sei doch nicht albern!" Im byzantinischen Ritus feiert man Pfingsten aber offenbar in grünen Paramenten (und auch sonst mit viel Grünzeug), was zu gegebener Zeit einen Beitrag darüber wert sein wird.]

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