Dienstag, 25. Januar 2011

Die Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi


Hananias, steh auf und geh zur sogenannten Geraden Straße, und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus. Er betet gerade. Dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug: er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. Ich werde ihm auch zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muß. (Apg 9, 11-12, 15)


Vom Fest der Bekehrung des Apostels Paulus nimmt man an, daß es ursprünglich auf den Tag der Übertragung seiner Gebeine fiel, von der im Martyrologium Hieronymianum berichtet wird. Das Fest der Bekehrung ist seit dem 8. Jahrhundert bezeugt. Papst Innozenz III. führte es als Fest für die ganze Kirche ein, und es wurde mit großer Feierlichkeit begangen. Die liturgische Farbe ist das Rot der Märtyrer.



Bemerkenswert ist, daß der Apostel nach der überwältigenden Erfahrung seiner wunderbaren Bekehrung sich nicht sogleich aufmacht, das Evangelium zu verkünden, sondern er zieht sich volle drei Jahre in die Einsamkeit zurück, bevor er wieder nach Jersualem hinaufgeht. Dann aber spricht und schreibt er aus der ganzen Fülle seines Herzens.

O Gott,
du hast die ganze Welt
durch die Predigt des heiligen Apostels Paulus belehrt.
Wir bitten dich, gib uns,
die wir heute seine Bekehrung feiern,
die Gnade, seinem Beispiel folgend,
dir entgegenzuschreiten.

heißt es im Kirchengebet des Missales von 1952. Der Apostel hat für mich in jeder Lebenslage das passende Wort und verweist doch stets auf Christus.
Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn (Röm 8,38)
Denn Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!, er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit wir erleuchtet werden zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi.
Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, daß das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt. (2 Kor 4,6)
Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. (1 Kor 2,9)

Die Cantica des hl. Paulus hören wir oft im Stundengebet. Ich finde das wunderbar, denn es gibt mir die Gelegenheit, diese wunderbaren Lobsänge gleichsam „wiederzukäuen“ und aus ihnen Nahrung für das geistliche Leben zu ziehen, wie es die Kirchenlehrer empfehlen. Über das Geschenk des Glaubens und die Kirche, für deren Einheit wir in dieser Woche ja besonders beten, findet der Apostel wunderbare Worte:

Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,  hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird. Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht. (Eph 1, 16-23)

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