Dienstag, 4. Januar 2011

Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt

Rembrandt van Rijn, Die Anbetung der Hirten

Die Heiligen Messen, die Weihbischof Weider feiert, und seine überaus schlichte und zugleich anrührende Art zu predigen, erfüllen mich immer wieder mit Dankbarkeit. Manchesmal spricht er so eindringlich, daß man den Tränen nahe ist.

In seiner heutigen Predigt sprach er darüber, daß die Worte aus dem Johannesevangelium Und das Wort hat Fleisch angenommen und hat unter uns gewohnt, im griechischen Original der Übersetzung …und hat sein Zelt unter uns aufgeschlagen entsprechen. Diese Worte haben wir auch im Evangelium des zweiten Sonntags nach Weihnachten noch einmal gehört. Wir beten sie täglich im Angelus und verneigen uns dabei ehrfürchtig.

Die Wohnung, das Zelt Gottes unter den Menschen, ist auch der Tabernakel. Gott selbst wohnt darin und naht sich uns im allerheiligsten Sakrament.



Als ich der Nacht zum Jahreswechsel in St. Afra das Hochamt mitfeiern durfte, hat mir in der Kirche besonders gefallen, daß im Mittelgang ein geschnitztes Christkind in der Krippe stand, vor dem zwei Leuchter brannten. Dies fand ich so schön, daß ich dieses Symbol seiner Menschwerdung verehrt habe wie am Karfreitag das Kreuz. Tags darauf erzählte mir unser Pfarrer, daß dies in manchen Ländern und Regionen offenbar gang und gäbe ist (mein Empfinden war also genau „richtig“).

Beim Nachdenken über das Geheimnis der Menschwerdung und sein Erscheinen im Fleisch sind mir auch die Worte Kardinal Cañizares Lloveras wieder in den Sinn gekommen:
Was bedeutet es, die Kommunion in den Mund zu empfangen? Vor dem Allerheiligsten Sakrament zu knien? Während der Wandlung in der Messe zu knien? Es bedeutet: Anbetung, die wirkliche Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie anzuerkennen, Respekt und eine Haltung des Glaubens eines Menschen, der sich vor Gott niederwirft, weil er weiß, daß alles von ihm kommt, und wir fühlen uns sprachlos, bestürzt vor der Herrlichkeit Gottes, seiner Güte und seiner Barmherzigkeit.

Kommentare:

Katharina-Maria hat gesagt…

Weihbischof Weider, ich liebe ihn!
Ein wunderbarer Priester.
Ich bin sehr froh, dass ich öfter bei ihm ministrieren durfte*. Und noch einen Ticken froher macht es mich, bei dir (also in deinem Blog) so oft vertraute Namen lesen zu dürfen.
Danke dafür!

*es war übrigens eines der ersten Male, die ich in der Unterkirche ministriert habe und ich war mutterseelenallein. WM 2006.^^ Lesen "musste" ich glücklicherweise nicht, aber eben alles andere. Und prompt blieb ich natürlich mit dem Ärmel am Wasserkännchen (oder Wein-?) hängen und riss es polternd um. Glücklicherweise war noch genug darin und nichts kaputt.
Hinterher entschuldigte ich mich bei Weihbischof Weider und er klopfte mir auf die Schulter und meinte nur: "...solange wir richtig gewandelt haben, ist doch alles in Ordnung!".
Das werde ich nie vergessen...

Tiberius hat gesagt…

Ach, schade! Da haben wir uns verpaßt. Den Jahreswechsel hatte ich ausgelassen. Heute zu Epiphanie bin ich da.

Tiberius hat gesagt…

... ich meine natürlich: morgen.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich hatte schon überlegt, ob ihr vielleicht die Vigil feiert?

Katharina: :) (Ich habe mal seinen Pileolus mit dem Ärmel heruntergefegt. Da hat er auf die spätere Entschuldigung geantwortet, "Ach, das hab ich doch gar nicht gemerkt!"

Braut des Lammes hat gesagt…

Tiberius, zu Epiphani kann ich leider nicht (am Silvestertag haben wir übrigen spekuliert, wer Du vielleicht sein könntest und uns dann auf einen der Ministranten geeinigt ;)

Der Zelebrant hat vor der Predigt die Anrede "Liebe Ehrwürdige Schwestern dann auch auf mich ausgedehnt :holy:

Tiberius hat gesagt…

Oh, da habt Ihr Euch hoffentlich einen schönen ausgesucht... So exponiert habe ich jedoch noch nie an einer Messe teilgenommen. Öfter kann man mich auf der Empore finden. Ich kann jetzt schon sagen, daß ich - abgesehen von den Sonntagen - zu Lichtmeß wieder da bin.

Tiberius hat gesagt…

Leider hat sich nicht die Gelegenheit zu einem Gespräch ergeben. Schön, daß Du auch da warst. Ich habe Dich an Deinem Schleier erkannt.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich hab mir schon gedacht, irgendwo ist jetzt Tiberius, wollte mich aber beim Blasiussegen nicht noch hinten in der Kirche herumdrücken. Schön war es jedenfalls.

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