Freitag, 7. Januar 2011

20 * C + M + B * 11 – Segnung der Wohnungen



In der heiligen Messe, die unser Pfarrer an Erscheinung des Herrn feiert, segnet er Wasser, Kreide, Weihrauch und auch Aufkleber, auf die der Segen geschrieben werden kann[1]. Außerdem schenkt er uns als freundliche Gabe ein Bildchen.[2] Vor Ort schreibt er den Segen eigenhändig über die Türen.

Was manche vielleicht nicht wissen: Auch wenn keine Sternsinger kommen, kann die Wohnung gesegnet und der Segen über der Tür angebracht werden. Zu diesem Zweck nimmt man sich idealerweise von den dafür eigens gesegneten Kreidestücken mit, alternativ besorgt man sich Tadelkreide und bittet in der Sakristei um deren Segnung.

20 * C + M + B * 11

Die Buchstaben des Segens in der Mitte der Jahreszahl sind zugleich die Initialen der Sterndeuter und die ersten Buchstaben der lateinischen Worte Christus mansionem benedicat (Christus segne dieses Haus). Die beiden Kreuze stehen für den Schutz des kostbaren Blutes und die Heiligkeit der Sterndeuter, die durch die Anschauung und Anbetung des kindlichen Christus geheiligt wurden.

Daß die Inschrift mit Kreide vorgenommen wird, ist ebenfalls tief symbolisch: Kreide, dem Lehm der Erde verwandt, erinnert uns daran, daß das göttliche Wort, das im Anfang war, im Schoße der Jungfrau Maria unser irdisches Fleisch angenommen hat. Auf dem Bild von der Anbetung der Weisen des niederländischen Meisters Colijn de Coter hat das mitgebrachte Gold der Weisen die Form eines Meßkelches, über den das Kind segnend seine Hand auszustrecken scheint.

Die schlichte Segnung der Kreide, ein Sakramentale, war bereits im Rituale Romanum von 1614 enthalten und enthält auch die traditionellen Namen der Könige:

℣ Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.
℟ Der Himmel und Erde erschaffen hat.
℣ Segne + Herr und Gott, dieses Geschöpf der Kreide.
Laß sie dem Menschengeschlecht zum Heil gereichen
und gewähre durch die Anrufung deines heiligsten Namens,
daß alle, die davon nehmen oder damit die Namen deiner
Heiligen Kaspar, Melchior und Balthasar
auf die Türen ihres Hauses schreiben,
durch deren Fürbitte und Verdienste Gesundheit
des Leibes und das Heil ihrer Seele empfangen.
Durch Christus, unseren Herrn.
℟ Amen.

Es folgt die Besprengung mit Weihwasser.

Mit diesem Zeichen des Segens bitten wir, daß das Licht des Morgensterns, der uns aufgegangen ist, in unsere Herzen und unser Heime dringen möge, daß Christus unser Heim segne und die, die es betreten, unsere Wege, die wir von dort aus einschlagen, wie es im 121. Psalm, den wir zur Terz beten, heißt: Der Herr behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkommst.
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er läßt deinen Fuß nicht wanken; er, der dich behütet, schläft nicht.
Nein, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten; er steht dir zur Seite.
Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht.
Der Herr behüte dich vor allem Bösen, er behüte dein Leben.
Der Herr behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkommst, von nun an bis in Ewigkeit.

___
[1] Nachdem ich im vorletzten Jahr an meiner Tür gleich zweimal zur Tat schreiten mußte, weil jemand tatsächlich noch am 6. Januar den Segen weggewischt hat, habe ich jetzt einen Aufkleber. O tempora, o mores!

[2] Daß manche solchen Gaben auch noch Kritik üben mögen, finde ich, gelinde gesagt, etwas undankbar und hat die dienstbaren Geister in der Sakristei womöglich noch mehr getroffen als den Geber. Gute Güte – lieber Unbekannter, nimm halt kein Bildchen, wenns dir nicht gefällt, aber die Kunstkritik an unserem Pfarrer schenke ich dir auch!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Schöne Information.

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