Freitag, 30. Juli 2010

Die sich den Wolf sucht…


Liebe Leute, ich bräuchte mal eure technische Assistenz. Nachdem sich mir das neue Blogger-Feature „Reaktionen“ gleich mehrmals angeboten hatte, habe ich irgendwann „interessiert mich nicht!“ angeklickt. Jetzt ist Blogger wahrscheinlich beleidigt (wäre ich auch) – jedenfalls suche ich mir einen Wolf nach einer Möglichkeit, z. B. dieses „Cool“ loszuwerden und irgendein anderes Feld wieder einzufügen, das außer mir offenbar jeder hat. Ideas anyone? – Danke. :)

Mittwoch, 28. Juli 2010

Katalonien verbietet die Stierkämpfe

Die Region Katalonien hat heute als erste Region auf dem Festland Spaniens Stierkämpfe verboten (übrigens erst ab Anfang 2012).

Ich hätte gedacht, jedermann müßte darüber froh sein, die Torreros vielleicht ausgenommen. Aber nein! Gewundert hat mich die Rezeption, die das teilweise findet. Da ist von „einer traurigen Nachricht“ die Rede. Andere beklagen das Verbot als Folge der Political correctness (hä?), oder befürchten Identitätsverlust. Sind „wir“ nur „wir“, wenn wir Tiere buchstäblich bis aufs Blut quälen?

Der Verbot dieser Tierquälerei zum bloßen Gaudium – denn das ist es, allen martialischen Anwandlungen zum Trotz – ist in jeder Hinsicht zu begrüßen und bringt uns der Menschlichkeit, dem Ebenbild Gottes, zu dem er uns erschaffen hat, näher. Und nein, ich wüßte diese Stiere auch nicht lieber zum Steak verarbeitet. Können wir sie nicht einfach zufrieden lassen?

Mir sind eigentlich alle Tiere lieb, wilde und zahme. Gut, Riesenschlangen finde ich etwas weniger nett, aber auch sie möchte ich nicht zu Tode gequält sehen; es reicht, wenn sie und ich uns aus dem Weg gehen, was hierzulande in der Regel ja auch gut möglich ist.

Gern könnte Spanien auch gleich mit diesem Unrecht, einer weiteren „alten Tradtion“ weitermachen: dem Umgang mit Jagd- bzw. Rennhunden, den sogenannten Galgos, die „versagt“ haben oder die man am Ende der Saison loswerden will: man pflegt sie an den Beinen an Bäumen aufzuhängen und elendiglich krepieren zu lassen. Menchen, die so etwas tun, sind ein Zerrbild dessen, wozu sie Gott erschaffen hat. Man verstehe mich recht, es geht mir nicht darum, eine Nation als ganzes zu kritisieren (grauenhaften Umgang mit Rennhunden findet man auch anderswo), ich finde einfach Tierquälerei und deren Duldung abscheulich.

Martha diente – Hl. Martha von Bethanien

Der heutige Beitrag über die Ministrantenwallfahrt ist eigentlich beim Nachdenken über die heilige Martha[1] entstanden, deren Gedenktag die Kirche morgen feiert. Es ist mir in den Sinn gekommen, daß diese Heilige auch eine gute Patronin für die Ministranten sein könnte: die heilige Martha dient Christus selbst und erkennt ihn als den Messias. Sie dient dem Herrn, in dem sie für ihn sorgt, ganz schlichte und alltägliche Dinge tut. Nicht deswegen wird sie von ihm getadelt. Sr. Mary Francis Aschmann PCC schreibt:
Als Martha diente, tadelte unser lieber Herr sie nicht. Sie erwies ihm in der ihr bestimmten Berufung einen sehr vollkommenen Dienst. Erst als sie ein anklagendes Auge auf Maria warf, tadelte er sie.
Die heilige Martha lehrt uns, daß die einfachsten Dinge schön, würdig und ehrenvoll sein können, wenn man sie für den Herrn tut, und inspirierte so bedeutende Heilige und Kirchenlehrerinnen – sowohl die große als auch die kleine heilige Therese waren der festen Ansicht, man könne Gott ebenso in den Alltäglichkeiten des Haushalts begegnen wie in der mystischen Versenkung. In der Tat besteht der Tag einer Karmelitin und einer Klarissin – der Karmel und die Klarissen sind die beiden größten beschaulichen Orden – zu einem guten Teil aus solch einfachen Arbeiten.

Auch wenn der Herr in der Perikope vom „besseren Teil“ dieses Maria zuschreibt, so heißt es doch im Johannesevangelium: Jesus liebte Martha, ihre Schwester Maria und Lazarus. Sicherlich war er oft bei ihnen zu Gast. Nach dem Tod des Lazarus wendet sich Martha voll Vertrauen an Christus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Auf Jesu schier ungeheuerliche Aussage: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt bekennt sie ihn als den Messias: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. (Joh, 11, 5, 21-22, 27)
Allmächtiger, ewiger Gott,
die heilige Martha durfte deinen Sohn
in ihr Haus aufnehmen und bewirten.
Auf ihre Fürsprache hin mache uns bereit,
in unseren Mitmenschen Christus zu dienen,
damit wir einst bei dir Aufnahme finden.
____
[1] liebes Meßbuch, ich bringe es einfach nicht fertig, „Marta“ und „Betanien“ zu schreiben. Tut mir leid, ich habs versucht.

Man nehme ein paar Ministranten…


Der Altersdurchschnitt in Rom dürfte sich Anfang August deutlich senken, wenn zur Ministrantenwallfahrt in Rom 53.000 Meßdiener aus ganz Europa dort eintreffen (soviel zum Thema "vorwiegend ältere Leute"). Auch zweihundert Ministranten unseres Erzbistums sind dabei. Da neulich jemand fragte, wie man überhaupt Meßdiener wird: man fragt als erstes den Pfarrer, ersatzweise den Küster einer Kirche, der den entsprechenden Kontakt herstellt.

Schutzpatron der Meßdiener ist der heilige Tarcisius, der sein Leben hingab, um den Leib des Herrn, den er als Krankenkommunion einem Gemeindemitglied überbringen sollte, davor beschützte, verunehrt zu werden.

Gebete für Meßdiener, die des Englischen mächtig sind, findet man zum Beispiel hier. Silja Walter hat die Mediation des jüngsten Ministranten geschrieben:

Ich werde die Kerze tragen.
Dastehn
und dich ansehn.
Dich sieht zwar keiner.
Du bist aber da.
Durch die Flamme hindurch
werde ich dich ansehn.

Ich werde den Wein eingießen.
Dastehn
und dich ansehn.
Dich sieht zwar keiner.
Du bist aber da.
Durch den Priester hindurch
werde ich dich ansehn.

Ich werde zur Wandlung schellen.
Hinknien
und dich ansehn.
Dich sieht zwar keiner.
Du bist aber da.
Durch die Stille hindurch
wirst Du mich ansehn.

Montag, 26. Juli 2010

…oder ein anderes geeignetes Irgendwas

Bei den Fernsehgottesdiensten im ZDF wird ja immer mal wieder Grottiges geboten, was mich bei den Ausschnitten, die ich mir einem verspäteten Frühstück manchmal antue, zwischen der Hoffnung schwanken läßt, diese Gottesdienste möchten bitte nicht repräsentativ für das sein, was sich in anderen katholischen Bistümern so abspielt und der Überzeugung, selbst auf einer Insel der Seligen zu leben.

Besonders … äh, … räusper … interessant wars gestern aus der ÜberwasserkircheStanislaus berichtete ja auch schon. Mir scheint, dieser Gottesdienst hätte ohne weiteres in einer Unterwasserkirche stattfinden können – eigenartiger hätte ich ihn dort sicherlich auch nicht gefunden.

Den ganzen Gottesdienst habe ich mir nicht angetan; die Teile, die ich gesehen habe, reichten mir vollkommen und kamen mir stellenweise vor wie eine dieser Szenen im Film, bei denen man scheints einfach nicht wegschauen kann. Die Faszination des Häßlichen. Traurig ist, daß es sich um eine Heilige Messe handelt und in ihr um die Eucharistie, die die Kirche Ziel und Quell unseres Lebens nennt.

Daß außer dem Priester fast alle Anwesenden Frauen waren, war leicht schräg, konnte aber noch dem Motto „Leidenschaftlich glauben – kfd verbindet“ (wen oder was eigentlich genau?) zugeschrieben werden. Wer, wenn er nicht unbedingt muß, tut sich die Teilnahme an solcher Liturgie freiwillig an? Warum es neben der Predigt zwei weitere Ansprachen braucht, weil Krethi und Plethi unbedingt auch noch etwas sagen müssen, ist schon weniger erklärlich.

Zur Gabenbereitung bringt jemand etwas herbei, ich denke, was wollen die jetzt mit der Salatschüssel? Aber nein, es ist das Weihrauchgefäß, das, nachdem der Priester eingelegt hat, einsam auf einer Stele vor dem Altar vor sich hinkokelt. Gaben beräuchern, Priesterinzens, Inzens des Allerheiligsten – wer braucht sowas?

Gleichzeitig wurde der Altar an dieser Stelle überhaupt erst mit einem Tuch bedeckt, von zwei der Leidenschaftlichen natürlich. Selbige Leidenschaftliche kamen trotz vorhandener Ministranten auch schon zum Evangelium als Leuchterträger mit zwei scheußlichen Kerzen in bloßen Händen. Waren die Leuchter knapp? Oder hat da jemand die Bezeichnung „Armleuchter“ einfach zu sehr verinnerlicht? Auch die Vasa sacra sehen wieder einmal aus, als hätte man sie samt und sonders bei iKEA erstanden. (Zelatus und ich haben in einem albernen Anflug einmal Namen für eine kleine Kollektion sakraler Gefäße für iKEA entworfen, das Rauchfaß hieß jedenfalls RAUCHEN und die Kännchen GiESSEN). Ich weiß schon: Psalm – Bank – Spötter.

Vollends nicht mehr verstanden habe ich die katholische Welt, als die leidenschaftliche Frauentruppe wie zuvor schon auch während des Hochgebets am Altar stehenblieb wie die Figuren auf der Osterinsel und auch dann noch stur in die Kamera glotzte, wenn der Priester das Knie vor dem Allerheiligsten beugte. Abgesehen davon, daß es mich immer befremdet, wenn Leute bei der Konsekration stehenbleiben als bekämen sie dafür bezahlt – was hatten die da überhaupt zu tun? Grundsätzlich gilt: im Altarraum hält sich nur der auf, der einen Dienst verrichtet bzw. dort etwas zu tun hat und auch nur während dieser Zeit. Zieh deine Schuhe von den Füßen, denn der Ort an dem du stehst, ist heiliger Boden.

Leidenschaft, die ja vollmundig im Worte geführt wurde, habe ich jedenfalls genau da vermißt, wo sie angebracht wäre: in dem Bemühen, den Gottesdienst zur höheren Ehre Gottes darzubringen, in dem Glauben Es ist der Herr, in dem, wovon das heutige Evangelium in ganz schlichten Worten spricht:
Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. (Mt 13, 16-17)

Samstag, 24. Juli 2010

Hl. Christophorus – Märtyrer


Christophorus hieß vor seiner Taufe Reprobus, darnach aber ward er Christophorus genannt, das ist: der Christum trägt. Denn er trug Christum auf vierlei Weise: auf seinen Schultern, da er ihn über das Wasser brachte; in seinem Leib durch die Kasteiung, die er sich antat; in seinem Geist durch seine innige Andacht; in seinem Munde durch sein Bekenntnis und durch seine Predigt. (Legenda aurea)

Über das Leben des heiligen Christophorus gibt es verschiedene Überlieferungen. Die bekanntere ist sicherlich die, in der er das immer schwerer werdende Christuskind über den Fluß trägt und dieses ihm anschließend sagt: Du hast nicht nur die ganze Welt getragen, sondern auch denjenigen, der die Welt erschaffen hat.

In einer anderen Überlieferung soll Christophorus ein hundsköpfiger Riese gewesen sein, weshalb es tatsächlich frühe ikonographische Darstellungen gibt, die ihn mit einem Hundekopf zeigen.

Im Jahr 250 erlitt er in Lykien unter Kaiser Decius das Martyrium durch Enthaupten.

Christophorus gehört zu den vierzehn Nothelfern. Als solcher hat er richtig viel zu tun, wie ich mit Erstaunen festgestellt habe: er ist nicht nur Patron der Reisenden (siehe oben), sondern wird auch gegen Rettung aus jeglicher Gefahr, Epilepsie, Unwetter, Gewitter und Hagelstürme, Pest, Zahnschmerzen und schlechte Träume angerufen. Er ist Schutzpatron der Bogenschützen, Autofahrer, Seefahrer, Flößer, LKW-, Bus- und Taxifahrer, Buchbinder, Bleicher, Pförtner und der Obst- und Gemüsehändler (wie kam es denn dazu?). Vor allem aber bittet man Christophorus um Fürsprache, um nicht von einem einen plötzlichen und unversehenen Tod ereilt zu werden.
Allmächtiger Gott,
auf unserem Lebensweg bedrohen uns viele Gefahren.
Höre auf die Fürsprache des heiligen Märtyrers Christoporus.
Gib, daß wir Christus in uns tragen
und mit unseren Weggefährten sicher zu dem Ziel gelangen.
für das wir geschaffen sind.
Heiliger Christophorus, bitte für uns!

Freitag, 23. Juli 2010

Hl. Birgitta von Schweden – Witwe, Ordensgründerin

Darstellung in einem Stundenbuch
des Erlöserordens von 1476
Die heilige Birgitta wurde 1303 auf dem Schloß Finsta bei Uppsala als Kind einer Familie aus dem schwedischen Hochadel geboren. Von Kindheit an hegte sie eine besondere Verehrung für die Leiden Christi. Im Alter von scht Jahren hatte sie nach einer Predigt über die Passion eine Vision des Erlösers am Kreuz, der zu ihr sprach: Sieh mich an, Tochter! Den von ihr gegründeten Orden nannte sie daher später den Orden des allerheiligsten Erlösers, dessen Wahlspruch Amor meus crucifixus est (Meine Liebe ist gekreuzigt) lautet.

Im Alter von nur vierzehn Jahren wurde Birgitta mit dem achtzehnjährigen Ulf Gudmarson, dem Prinzen von von Nercia verheiratet. obwohl sie selbst lieber in ein Kloster eingetreten wäre. Mit Ulf hatte sie acht Kinder; eine ihrer Töchter, Katharina, wurde später ebenfalls heiliggesprochen.

Zeitlebens hatte Birgitta Visionen. Die in ihnen empfangenen Botschaften leitete sie an Regenten, Päpste und Kirchenfürsten weiter.

Nach der Rückkehr von einer gemeinsamen Wallfahrt nach Santiago de Compostela wurde Ulf Zisterzienser, starb jedoch zwei Jahre später. Nach dem Tode Ulfs nahm Birgitta den Schleier als Witwe. 1346 gründete sie in Vadstena den Orden des allerheiligsten Erlösers, einen kontemplativen Doppelorden (eine größere Gemeinschaft von Schwestern lebte mit einer dem Kloster angeschlossenen Gemeinschaft von Priestern unter der gemeinsamen Leitung einer Äbtissin). Die erste Äbtissin des Klosters Pax Mariae in Vadstena wurde ihre Tochter Katharina. Besonders ins Auge fallend ist die Tracht der Birgittinnen: zu einem graunen Habit tragen die Schwestern mit feierlicher Profeß einen schwarzen Schleier, der eine Krone aus drei weißen Leinenbinden mit fünf roten Tropfen, die in Kreuzform angeordnet sind und die fünf Wunden Christi symbolisieren.

Die Schleiernahme der hl. Birgitta  (auch ein
schönes Beispiel dafür, daß Ministranten
früherer Zeiten  ebenfalls mit dem Stemmen
des Meßbuches zu tun hatten)
Auf eine Vision hin ging Birgitta 1349 nach Rom, wo sie sich für die Rückkehr des Papstes aus Avignon einsetzte. In Rom führte sie ein entbehrungsreiches Leben, kümmerte sie sich um Arme und Kranke, pflegte Opfer der Pest und unternahm verschiedene kürzere Pilgerreisen. Sie sollte nie mehr nach Schweden zurückkehren.

Nicht lange vor ihrem Tode unternahm Birgitta im Alter von 69 Jahren eine Wallfahrt ins Heilige Land, während der sie an den verschiedenen Wallfahrtsstätten Visionen der Geschehnisse zu Jesu Lebzeiten hatte. Diese Visionen schrieb sie in den Büchern der Revelationes (Offenbarungen) nieder.

Am 23. Juli 1373 starb Birgitta in Rom. Ihr Leichnam wurde zunächst in der Kirche San Lorenzo in Panisperna beigesetzt, wenige Wochen später wurden ihre Reliquien jedoch in das Kloster von Vadstena überführt, wo sie erst ein Jahr später ankamen. Schon 1391 wurde Birgitta heiliggesprochen, 1999 erklärte sie Papst Johannes Paul zu einer der Patroninnen Europas.

Weltweit gibt es heute dreizehn Klöster des Erlöserordens. Vom mittelalterlichen Zweig blieben nach der Reformation nur noch fünf, davon eines in Altomünster bei Augsburg.

Die Klosterkirche von Vadstena heute
Einige Bilder aus Klöstern des Erlöserordens finden sich hier.

Dienstag, 20. Juli 2010

Komm, Herr Jesus, sei unser Gast!

So spricht der Herr: Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir. (Offb 3, 20).

In der Predigt des Herrn Pfarrers am Sonntag kam dieses Bild des Malers Fritz von Uhde Komm Herr Jesu, sei unser Gast vor, das mir ebenfalls sehr lieb ist (es hängt hier in der Nationalgalerie, wenn Besuch kommt, gehen wir auch immer dorthin). Auf dem Bild werden die Worte des Tischgebets wahr – der Herr selbst kommt und ist zu Gast.

In der Predigt zum Evangelium hieß es später unter anderem:
Ehrlich gesagt, ich stehe beim Essen nur sehr ungern vom Tisch auf. Ich finde es furchtbar, wenn man sich unterhält und einer räumt hier und dort.
Mit der typischen Diktion und Betonung des Wortes „furchtbar“ verschaffte der Herr Pfarrer der versammelten Gemeinde an dieser Stelle einen überaus heiteren Moment, es warf aber zugleich aber tatsächlich ein Licht auf die Situation, wie sie sich dem Herrn dargestellt haben mag, und verhalf so zum besseren Verständnis. Mir tut die arme Martha nämlich immer etwas leid. Eine der Fragen, die sich mir bei dieser Perikope stets stellten, war: Wenn alle sich zu Füßen des Herrn niederlassen und den besseren Teil erwählen, ißt der Herr dann einfach einen Apfel und ein Stück Zwieback?[1]

Zur ganzen Predigt geht es hier weiter.


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[1] Historiker dürfen an dieser Stelle mit Recht einwenden, daß der Zwieback zu des Herrn Zeiten noch nicht erfunden war.

[2] Die Katze ganz links verkriecht sich nicht etwa wegen des eintretenden Herrn unter der Anrichte, sondern trinkt ein Schälchen Milch (hier nicht sichtbar).

Margareta von Antiochia – Jungfrau, Märtyrin



Nachdem die $Aufsichtsperson unschlüssig war, ob für die Frühmesse grün oder rot ausgelegt werden soll, die Probe aufs Exempel machte – „Kennen Sie die heilige Margareta?“ – und sie prompt wieder verwarf – „Na ja, Sie kennen die natürlich, aber hinterher heißt es wieder: Die kennt doch keiner!“ –, dachte ich, ich schreibe etwas über die Tagesheilige, die meiner Ansicht nach zumindest im Brauchtum durchaus bekannt ist. Besonders verehrt wird die hl. Margareta offenbar in England, wo ihr über 250 Kirchen geweiht sind. Die Illustration stammt aus dem Stundenbuch von Sarum.

Margareta von Antiochia war eine christliche Jungfrau, deren Leiden uns in frühen Martyrologien in vielen wundersamen Beschreibungen überliefert ist. In der Ostkirche wird sie als Marina verehrt.

Der Überlieferung zufolge war sie die Tochter eines heidnischen Priesters in Antiochia in Pisidien, die von einer christlichen Amme aufgezogen wurde und selbst den Glauben annahm.

In einer der Überlieferungen wurde Margareta von ihrem Vater wegen ihres Glaubens aus dem Haus gewiesen, in einer anderen liefert er sie selbst deswegen an den Statthalter Olybrius aus. So oder so wurde der Präfekt Olybrius auf die Schönheit Margaretas aufmerksam und machte ihr einen Antrag, den sie mit den Worten ablehnte: „Ich habe mich bereits mit Jesus verlobt und kann mich keinem irdischen Mann vermählen; ich kann den Himmel nicht aufgeben und dafür den Staub der Erde wählen!“

Da Olybrius dies naturgemäß als große Demütigung erschien, ließ er Margareta wegen ihres christlichen Glaubens geißeln und ins Gefängnis werfen. Dort erschien ihr in der Nacht Satan in Gestalt eines Drachens, der sie verschluckte. Jedoch spie er sie wegen des Kreuzes, das sie trug unversehrt wieder aus – es soll ihn im Hals gekitzelt haben (wenn das kein guter Grund ist, immer ein Kreuz zu tragen, dann weiß ich auch nicht). In der christlichen Ikonographie ist Margareta daher oft mit einem Drachen dargestellt ("Margareta mit dem Wurm…").

Bei ihrem Martyrium versuchte man vergeblich, sie zu verbrennen und sie zu ertränken, was ihr nichts anhaben konnte, woraufhin sich viele aus der Menge der Zuschauer bekehrten. Schließlich enthauptete man sie und die, die sich bekehrt hatten, vermutlich in der diokletianischen Christenverfolgung 304. Margareta wurde in Antiochia begraben, ihre Reliquien kamen jedoch später nach Montifiascone und Venedig.

Zusammen mit Barbara von Nikomedien und Katharina von Alexandria gehört Margareta zu den sogenannten Virgines capitales, den großen Jungfrauen, im Volksmund „heilige Madl“ genannt. Die Eselsbrücke ist:
Margareta mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Radl,
das sind die drei heiligen Madl.

Alle drei gehören zu den 14 Nothelfern. Wegen der Episode mit dem Drachen ruft man Margareta vor allem bei schwierigen Schwangerschaften und Geburten an, daneben ist sie natürlich auch eine der Schutzpatroninnen der Jungfrauen.

Kommt, ihr Töchter, tretet vor den Hern; und euer Antlitz wird leuchten. (Antiphon zur ersten Vesper aus dem Commune für Jungfrauen)

Samstag, 17. Juli 2010

Sel. Karmelitinnen von Compiègne – Jungfrauen, Märtyrinnen


Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit.
Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten:
für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit,
für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus,
Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen,
und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen. (1 Kor 1, 22-25)

Am Tag nach dem Hochfest unserer lieben Frau vom Berge Karmel begeht die Kirche den Gedenktag von sechzehn Märtyrinnen dieses Ordens.

Als die französische Revolution im Jahre 1789 ausbrach, lebten im Karmel von Compiègne, der dort seit 1641 bestand, 21 Unbeschuhte Karmelitinnen[1].

Bereits im August 1790 wurde von den Revolutionären die Aufhebung des Klosters angeordnet und die Besitztümer des Konvents beschlagnahmt. Am Fest der Kreuzerhöhung desselben Jahres – an diesem Tag beginnt im Orden die Fastenzeit – wurden die Schwestern dazu gezwungen, den Habit abzulegen und die Klausur zu verlassen. In der Folge lebten sie gruppenweise in vier Häusern, die allesamt in der Nähe derselben Kirche in Compiègne gelegen waren. Über mehrere Jahre hinweg konnten sie so ein geistliches Leben in der Verborgenheit führen, bis sechzehn von ihnen 1794 beschuldigt wurden, miteinander in geistlicher Gemeinschaft zu leben.

Ostern 1792 hatte die Priorin des Konvents, Mutter Therese, ihren Schwestern von einem Traum erzählt, den eine Schwester des Karmels von Compiègne 1693 gehabt hatte, und der in den Archiven des Klosters niedergeschrieben war: in diesem Traum sah die Schwester fast die ganze Kommunität dazu berufen, dem Lamm zu folgen. Nach Ansicht der Priorin bedeutete dies das Martyrium. So weihten Priorin und Konvent ihr Sterben als Opfergabe für den Frieden, für die Kirche und die Rettung Frankreichs.

Am 22. Juni 1794 wurden die Nonnen festgenommen und im Konvent der Visitandinnen in Compiègne arrestiert. Dort nahmen sie sogleich ihr klösterliches Leben wieder auf. Am 12. Juli 1794 wurden die Karmelitinnen nach Paris gebracht und fünf Tage später zum Tode verurteilt. Unter anderem bezichtigte man sie, die Gegner der Revolution mit Waffen versorgt zu haben, worauf die Priorin ein Kreuz hochhielt, mit den Worten: „Das ist die einzige Waffe, die wir je in unserem Haus gehabt haben!“

Am 17. Juli, einen Tag nach dem Hochfest unserer lieben Frau vom Berge Karmel, wurden sie auf einem Karren zur Guillotine gebracht. Bevor sie zur Guillotine hinaufstiegen, knieten sie nieder, sangen das Veni creator spiritus wie am Tag ihrer Profeß und erneuerten danach ihre Gelübde. Als erste erlitt die Jüngste, Sr. Constance, das Martyrium, als letzte die Priorin, Mutter Therese vom hl. Augustinus. Sr. Constance, die Novizin, kniete nieder, erbat den Segen ihrer Priorin und die Erlaubnis, sterben zu dürfen. Als sie hinaufstieg, sang sie den Psalmvers Laudate Dominum omnes gentes.

Man setzte die Karmelitinnen in einem Massengrab bei, in dem über 1.300 Opfer der Revolution ruhen. Einige Reliquien (Gewänder) der Karmelitinnen befinden sich heute im Besitz der Benediktinerinnen von Stanbrook. 1906 sprach Papst Pius X. die Karmelitinnen von Compiègne selig.

Das Schicksal der 16 seligen Märtyrinnen fand vielfachen Eingang in die Kunst. Gertrud von Le Fort schrieb den Roman Die Letzte am Schafott, Georges Bernanos das Stück Les dialogues des Carmélites, Francis Poulenc eine Oper gleichen Namens. Die Verfilmung der literarischen Vorlagen von Le Fort und Bernanos heißt in der deutschen Fassung Opfergang einer Nonne.[2] Bilder aus dem Karmel von Compiègne heutzutage sieht man hier.


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[1] Die heilige Teresa wünschte, daß ein Konvent der Unbeschuhten aus nicht mehr als 21 Schwestern bestehe; nur wenn eine Neugründung beabsichtigt ist, können zeitweilig mehr Schwestern aufgenommen werden.

[2] Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß die Figur der Blanche de la Force in all diesen Umsetzungen rein fiktiv ist.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel


Maria – hier in der braunen Tunika des Ordens mit sternenbesetztem Chormantel – erscheint in einer Vision dem hl. Simon Stock, der 1247 als Generaloberer ihren Schutz für den Orden erfleht. Sie übergibt ihm das Skapulier und verspricht jenen das ewige Leben, die in den Orden eintreten und in ihm bis zum Tode ausharren.

Der Name Karmel leitet sich vom hebräischen Karem El ab, das Weinberg Gottes bedeutet. In früheren Zeiten war der Karmel bedeckt mit Weingärten und die Erde dort zu allen Zeiten berühmt für ihre Fruchtbarkeit.

Die Karmeliten führen ihre traditionsreiche Geschichte auf das 12. Jahrhundert zurück, als Kreuzfahrer und Pilger ins heilige Land sich im Wadi ain es-Siah auf dem Berge Karmel niederließen, um dort ein asketisches Leben des Gebets und der Buße zu führen. Sie folgten damit dem Beispiel des Propheten Elija, der am Berge Karmel für die Errettung des Volkes Israel betete.

Anfang des 13. Jahrhunderts baten sie den Patriarchen von Jerusalem, Albert, darum, ihrer Lebensform eine Regel zu geben. Diese sehr schlichte Regel des hl. Albert entstand zwischen 1206 und 1214 und besteht aus nur 24 Artikeln in einfacher, klarer Sprache. Albert schließt mit den Worten: Dies haben wir euch in Kürze geschrieben, um euch eine Regel zu geben, nach der ihr leben sollt. Will aber einer noch mehr tun, dann wird es ihm der Herr selbst vergelten, wenn er wiederkommt. Er gebrauche jedoch die Unterscheidung, die die Richtschnur der Tugend ist.

Die Regel, der das Leben im Karmel im Prinzip unverändert folgt, erhielt 1425 die päpstliche Anerkennung durch die Bulle Cum Nulla des Papstes Nikolaus V., ebenso die Gemeinschaft als Orden der seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel. Seine Mitglieder lebten eremitisch in einzelnen Lauren, das heißt Zellen, rund um die Quelle des Elija und verpflichteten sich einem Leben des beständigen Gebets, in Schweigen und der Einsamkeit der Zelle. Nach den evangelischen Räten Armut und Keuschheit lebend, bildeten sie eine Gemeinschaft und wählten aus ihrer Mitte einen Prior, der nicht über die anderen herrschen, sondern nach dem Vorbild Christi Diener aller sein sollte. Die Brüder versammelten sich an Sonntagen, um die Angelegenheiten der Gemeinschaft zu besprechen und feierten täglich zusammen die heilige Messe. Ihre Kirchen waren traditionell der Gottesmutter geweiht, die sie als ihre Schutzpatronin erwählt hatten, unserer lieben Frau vom Berge Karmel.

Die starke Hinwendung der Karmeliten zum inneren Leben ist kennzeichnend für das Leben unserer Lieben Frau, die die Lauretanische Litanei vortreffliches Gefäß der Andacht nennt: Jeder soll Tag und Nacht im Gesetz des Herrn betrachten und im Gebet wachen. Der heutige Gedenktag unserer lieben Frau ist im Karmel ein Hochfest.


Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen. Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes. (Jes 35, 1-2)

Mittwoch, 14. Juli 2010

Ministry of silly hats…


Über dieses Bild vom Herrn Alipius im neuen Bloggewande habe ich gestern in der U-Bahn vor mich hingegackert. Das ist jedenfalls definitiv kein Kirchgangshut! Was der heilige Paulus davon gehalten hätte, mag ich mir lieber auch nicht vorstellen, er wär womöglich wirklich traurig geworden. Und Tertullian hätte gleich noch eine Schrift über den weiblichen Putz geschrieben.

Eventuell ließe sich der Hut aber auch mit diesem Schuhwerk kombinieren – Badematte, Flossen, paßt doch alles zusammen…

Montag, 12. Juli 2010

Preiset den Herrn, Feuer und Glut!

Vor einigen Tagen las ich auf einem Blog (ich weiß nicht mehr wo) etwas, das mir in bei den derzeitigen Temperaturen wirklich hilft: Im schmerzhaften Rosenkranz beten wir: Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat. Was sind dagegen meine armseligen Befindlichkeiten? Feuer und Hitze, preiset den Herrn!

Trotzdem haben wir dem Herrn Pfarrer gestern zugeraten, ausnahmsweise in Albe und Überstola zu zelebrieren, bevor ihn noch der Schlag trifft. Mit dem weißgrünen Altarschmuck hatte das Ganze was von Maiglöckchen und spendete so optisch einen Hauch von Frische. Den Ventilator, den eine besorgte Seele vorsorglich im Altarraum unseres Backofens aufgestellt hatte, konnten wir wegen lauten Klapperns dann leider doch nicht übers Gloria hinaus verwenden. Während ich noch über den indignierten Blick des Lektors vor mich hin kicherte, fühlte ich sanft ein Bächlein meinen Rücken hinunterrieseln. Während der Purifikation gab dann eine der Orchideen im Altarschmuck ihre vormalige Position auf und sank so abrupt nach unten, daß ich dem Gesteck beinahe zur Hilfe geeilt wäre. Alles in allem wars High noon bei 37 Grad also eher heiter.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Bischof Zdarsa geht nach Augsburg

Heute hat der Heilige Vater Bischof Dr. Konrad Zdarsa aus Görlitz zum Bischof von Augsburg ernannt. Görlitz ist eines der Suffragranbistümer des Erzbistums Berlin. und Bischof Zdarsa wurde 2007 von Kardinal Sterzinsky geweiht. Im Herbst nach seiner Weihe durfte ich Bischof Zdarsa in der Sakristei einmal beim An- und Ablegen seiner Gewänder helfen. Von dieser Begegnung habe ich ihn als sehr nett, bescheiden und unkompliziert in Erinnerung.

Gottes Segen dem Neuernannten und seinem künftigen Wirken im Bistum Augsburg! Der Wahlspruch des Neuernannten: Ipse est enim pax nostra (Denn Er ist unser Friede).

36 Grad – die Frisur hält…


Nach kurzem Durchatmen geht es wieder weiter mit der Hitzewelle. Nachdem ich letzte Woche zweimal in der Hitze schlapp gemacht habe (einmal mit Sonnenstich, einmal „einfach so“) hoffe ich, daß ich die die nächsten Tage bei angesagten 36 oder 37 Grad besser überstehe. Als letzten Freitag in der U-Bahn Verrenkungen machen gegen das Unwohlsein nichts mehr half und es irgendwann um Yorckstraße herum anfing, vor meinen Augen lustig zu schneien, habe ich mich auf der U-Bahnstation Gneisenaustraße ein wenig hingelegt, um auf Besserung zu warten. Da kam ein total netter junger Mann vorbei, erkundigte sich nach dem Befinden und erstand trotz Protest am nahen Kiosk eine Flasche kaltes Wasser für mich. Mit dieser wirklich christlichen Hilfe habe ich es dann bis nach Hause geschafft. Zum Fest Mariä Heimsuchung wollte ich aber unbedingt zur Messe, also wieder hinaus in den Backofen. Vor Ort hat mich dann der Küster mit Wasser gepäppelt wie eine schlappe Grünpflanze.

Sonntag zum Kirchgang gings dann wieder gut, was mich freute, denn sonst hätte ich bewegende Worte des Herrn Pfarrers zum Stichwort „Sende Arbeiter in deine Herde!“ versäumt.

Obwohl ich das Glück habe, in der Beletage eines Altbaus zu wohnen, wirds in meiner tinzigwinzigen Schlafkammer irgendwann doch stickig. Da ich einen riesengroßen Keller habe, kam mir schon die Idee, einfach in selbigem zu schlafen (ein Außenfenster ist vorhanden). Allerdings ist der Keller wohl vor allem deshalb so groß, weil er früher mal ein Kohlenkeller war, die Fensteröffnung dürfte das Relikt der Kohlenschütte sein.

Der Pfarrer freut sich an Meßgewändern aus Ballonseide, die ihm der Küster statt der üblichen grünen Pferdedecke hingelegt hat (wenn schon keine „Baßgeige“ da ist). Am anderen Ort hat er leider keine solchen und wir träumen von Ventilatoren im Altarraum. Eigentlich müßte man irgendwo doch mindestens einen unauffällig unterbringen können…

Mittwoch, 7. Juli 2010

Arbeiten mit dem Heiligen Vater

Ich hoffe, das findet jetzt niemand despektierlich: vor einiger Zeit hatte ich beruflich den Auftrag, ein paar schöne virtuelle Kniebeugen herbeizuschaffen, da der Präsident einen Fachvortrag über Studien zu Bewegungmodellen des Knies an der Bayerischen Akademie für Wissenschaften hielt. Diese Szenen hier fanden dann ihren Weg in den Vortrag, jeweils mit Originalton. Im einen Film steigt der Heilige Vater flott zu ebenso flotter Musik eine Treppe in Lourdes hinauf, im anderen hört man im Hintergrund die Heiligkreuzer Mönche singen*. Im Abspann wurden mit Dank die Namen der Kooperationspartner aufgeführt und von rechts schwebte dazu noch ein rotes Benedikt XVI., Vatikan ein. Die Bayern sollen sich schneeköniglich gefreut haben.


* Film Nr. 2 einzubinden hat irgendwie nicht geklappt.

Apropos Heiliger Vater: das Bistum lud heute dazu ein, im Rahmen von Deutschland pro papa den Angelus vor der St. Hedwigs-Kathedrale für Papst Benedikt zu beten, anschließend werden in der Heiligen Messe auch Fürbitten für den Heiligen Vater gesprochen. Ich vermute mal, mit „anschließend“ ist die Heilige Messe um 12 Uhr gemeint.

Dienstag, 6. Juli 2010

Maria Goretti – Jungfrau, Märtyrin

Verherrlicht Gott in eurem Leib!
(1 Kor 6,20)

Eine der jüngsten Märtyrinnen ist sicher die heutige Tagesheilige, die hl. Maria Goretti. Wie die heilige Agnes, die Patronin der Jungfrauen, erlitt sie das Martyrium im Alter von nur zwölf Jahren. Maria erlitt schwere Verletzungen, als sie gegen die Vergewaltung durch den 19jährigen Nachbarssohn entgehen wollte. Sie wehrte sich heftig und hielt ihm entgegen, daß er für diese Sünde in die Hölle kommen würde. Bei ihrem Widerstand erlitt sie 14 Stichwunden, an denen sie zwei Tage später im Krankenhaus starb. Zuvor vergab sie ihrem Peiniger Alessandro Serenelli und betete um sein Seelenheil.

Ihr Mörder verbrachte viele Jahre im Gefängnis, zunächst reuelos. Im Gefängnis hatte er eine Vision, in der Maria ihm einen Strauß aus vierzehn Lilien gab. Auf diese Vision hin bekehrte er sich. Nach seiner vorzeitigen Entlassung wegen guter Führung vor dem Weihnachtsfest 1937 bat er zunächst Marias Mutter um Vergebung und sie gingen zusammen zur Christnette. Später schloß er sich als Terziar den Kapuzinern von Macerata an, wo er über vierundzwanzig Jahre bis zu seinem Tode 1970 als Gärtner arbeitete. Am 24. Juni 1950 war er bei der Heiligsprechung Maria Gorettis in Rom anwesend.

Die Kirche sieht in den Heiligen leuchtende Vorbilder des Glaubens. Der heroische Tugendgrad, den Maria zweifellos besaß, liegt nicht vor allem darin, daß sie um ihre Reinheit bis zur Hingabe des Lebens kämpfte, sondern, darin, daß sie ihren Nächsten davor bewahren wollte, eine Todsünde zu begehen und daß sie ihrem Mörder verzeihen konnte.

In seiner Predigt am Abend wies der Weihbischof darauf hin, daß es zur Natur des Menschen gehört, daß wir immer wieder sündigen. Die Kraft zur Vergebung aber bringt uns der Heiligkeit nahe.

Sonntag, 4. Juli 2010

Die Kirche ist kein Biergarten…


…und der Leib des Herrn kein Freibier! Wie ich darauf komme? Weil man beim Wegtreten von der Kommunionbank derzeit regelmäßig von Bermudashorts oder sonstige Hot pants tragenden, ähm, Brüdern im Glauben aus dem Weg gekegelt wird, die es sich offensichtlich in den Kopf gesetzt haben, den Weg nach vorn, den Empfang der hl. Kommunion und wieder zurück in die Kirchbank in Rekordzeit hinter sich zu bringen, koste es, was es wolle. Zugegebenermaßen ist es heiß und vor unzureichender Beinbekleidung können die anderen zur Not die Augen verschließen, zumal beim Kommuniongang. Schöner wird sie davon trotzdem nicht.
Men should always wear a shirt for gymnastics, and shorts should not be worn in public, but only be used for athletics, and should not be too brief or too tight.
heißt es übrigens zu diesem Thema bei The Catholic Standard of Dress.

Bleibt neben der Kleider- auch immer noch die Frage, warum man meint, derartig hasten zu müssen? Auch zu Kommunionschranken (für deren Vorhandensein ich Gott täglich danke) kann man würdig hin- und wieder wegtreten, ohne den Mitkommunikanten das Gefühl zu geben, sie wären unversehens in eine Stampede geraten. Der Kommuniongesang im GL 493 bringt sehr schön zum Ausdruck, in welcher Haltung man zum Tisch des Herrn schreiten sollte:
Lob sei dem Herrn, Ruhm seinem Namen,
Höret es all und freut euch in ihm.

(KV) Kostet und seht, wie gütig der Herr.
Allen wird Heil, die ihm vertraun.

Suchet den Herrn, er wird euch retten,
alle Bedrängnis nimmt er von euch.

Naht euch dem Herrn, Freude im Antlitz,
rufet ihn an, er neigt sich euch zu.

Schaut auf den Herrn, seht seine Engel,
walten um euch, zur Rettung gesandt.

Fürchtet den Herrn, ihr seine Frommen,
denn die ihn fürchten, leiden nicht Not.

So spricht der Herr: Lasset das Böse,
suchet den Frieden, jaget ihm nach.

Hofft auf den Herrn, er ist bei allen,
die in des Herzens Drangsal ihm nahn.

Danket dem Herrn, unserem Erlöser.
Nie geht zugrunde, wer auf ihn baut.
Also liebe Brüder und wer immer auch sich von den Schwestern angesprochen fühlt, nehmt euch Zeit, der Priester nimmt sie sich auch.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Mariä Heimsuchung





In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Juda. (Luk 1,39)

Wir lesen im Evangelium, daß Gott die Welt so sehr geliebt hat, daß er Jesus der reinsten Jungfrau Maria gab. Und sie, als sie Jesus empfangen hatte, ging in Eile, um ihrer Base Elisabeth zu dienen. Sie kam zum Haus Elisabeths, um den demütigen Dienst einer Magd zu tun. Da geschah etwas sehr Merkwürdiges: Als Maria in das Haus kam, sprang das kleine, ungeborene Kind im Schoß Elisabeths vor Freude. Wie merkwürdig, daß Gott sich eines ungeborenen Kindes bediente, um die Ankunft Christi zu verkünden. (Mutter Theresa bei einer Ansprache im Stift Heiligenkreuz)
Am Fest der Heimsuchung Mariens gedenken wir der Freude Mariens und der vormals unfruchtbaren Elisabeth, die beide auf wundersame Weise empfingen – ein adventliches Fest, denn wie das Fest der Verkündigung weist es auf die Menschwerdung und das Kommen des Gottessohnes hin.

Als Elisabeth den Gruß Mariens hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib, heißt es im Evangelium über den Besuch Mariens bei Elisabeth. Die Begegnung mit dem ungeborenen Christus heiligt den ungeborenen Johannes schon im Mutterleib. In diesem Zusammentreffen der Mütter und der Söhne, Maria und Elisabeth, Johannes und Jesus, scheint auch der ungeborene Johannes ein erstes Mal auf den künftigen Erlöser hinzudeuten.

Elisabeth preist Maria selig, diese antwortet mit einem Lobgesang, den die Kirche in jeder Vesper feierlich anstimmt.

Im deutschen Regionalkalender ist das Fest, das der hl. Bonaventura 1263 eingeführt hat, an seinem ursprünglichen Platz, dem Oktavtag der Geburt des hl. Johannes des Täufers (2. Juli), geblieben.
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