Donnerstag, 2. Dezember 2010

Zelebrierst du schon oder schraubst du noch?


Welches dieser Gebilde stammt nicht von einem großen schwedischen Möbelhaus? Die Entscheidung könnte schwerfallen – eines ist jedenfalls mein Schreibtisch*, die beiden anderen sind jüngst geweihte Altäre in hiesigen Kirchen (Stanislaus und Gespräche am Jakobsbrunnen berichteten darüber). Ich wage zu behaupten, hätte ich hinter den Schreibtisch jemanden in liturgischer Gewandung montiert, wäre die Ähnlichkeit vollkommen.



Daß Altäre nicht immer so aussehen können wie hier in Sta. Caecilia in Trastevere (oben) oder in der Kirche Unserer Lieben Frau in Montreal (unten) ist klar, obwohl wir in unseren Diözesen nun wirklich nicht in Armut leben. Daß es auch unter großen Entbehrungen und armeligsten Bedingungen möglich ist, dem Herrn einen würdigen Altar zu bereiten, sieht man hier – der Altar der Kirche Unserer Lieben Frau unter den Huronen.


Die Kirche sagt über den Altar, auf dem das Kreuzesopfer unter sakramentalen Zeichen gegenwärtig wird, daß er der Ort sein soll, der Jesus Christus, den lebendigen Stein deutlich und dauerhaft symbolisiert: Er [der Altar] ist zugleich Mittelpunkt der Danksagung, die in der Eucharistie zur Vollendung kommt.

Warum stellt man also dem Herrn und seinem Volk etwas hin, was Stanislaus zutreffend und völlig zu Recht mit einem Bügelbrett vergleicht? Was will man uns mit solchem Gestänge sagen? Wir wissen es nicht und wollen es vielleicht auch gar nicht wissen. Mir fällt dabei Father Marks Anmerkung über die Auswirkungen vergurkter Katechesen vergangener Jahrzehnte wieder ein: Folks, the Blessed Sacrament just isn't all that we thought it was.

* (einer wie meiner, das heißt der gleiche, nicht derselbe)

Kommentare:

Ludolph hat gesagt…

Ja, Unsere Liebe Frau in Montreal ist eine sehr schöne Kirche. Um so größer war dann meine Enttäuschung, dass man zur Werktagsmesse die Kirche hinten wieder verlassen musste und durch einen langen Gang in einer sehr funktionale Kapelle landete.

Braut des Lammes hat gesagt…

O je – wirklich schade.

Gespräche-am-Jakobsbrunnen hat gesagt…

Liebe Mitschwester,
danke für den Link zu deinem Staubsauger. Wow, krasses Teil. Ich hab da net so was modernes, sondern einen guten alten Miele "Cat&Dog", denn bei 3 Stubentigern - ach ne, du glaubst net, was da Haare zusammen kommen. Alle 2 Wochen könnte ich da ne neue Katze daraus basteln, aber das ist eine andere Geschichte.
Zu deinem Schreibtisch: dachte das wäre ein Tischtennistisch *lach*.

Gespräche-am-Jakobsbrunnen hat gesagt…

Hab noch mal genauer hingesehen: also das linke (!) Modell ist ja wirklich unglaublich hässlich!! In welcher Kirche steht das denn? Da juckts sogar mich in den Beinen, da mal kräftig dagegen zu treten. Und dann möchte ich gar nicht wissen, was der "Künstler" dafür an Geld bekommen hat. Nächstes Mal einfach Kindergartenkinder zeichnen lassen, das kriegen die alle mal auch so hin und ist wesentlich billiger!

Johannes hat gesagt…

Sankt Lego, kann man da nur sagen. Was für ein Kontrast! Danke für die Gegenüberstellung. Das macht einiges deutlich.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich behaupte nicht, daß ich meinen Schreibtisch hübsch finde ;) Da ich ihn aber einmal habe, er zweckmäßig ist (diese Glasplatte ist ca. 2 m lang) behalte ich ihn halt im Sinne der Armut.

Mir kam später auch noch in den Sinn, daß diese Altäre wahrscheinlich noch nicht mal kostengünstig sind…

Der linke Altar steht in der Jugendkirche in München, mehr darüber sieht und liest man, wenn man dem Link zu Stanislaus folgt.

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