Mittwoch, 15. Dezember 2010

O höchste Liebesflamme – Johannes vom Kreuz



Etwas verspätet zum gestrigen Gedenktag des hl. Johannes vom Kreuz (1542-1591) eines seiner Gedichte, der Gesang der Seele in der innigsten Vereinigung mit Gott.

[Eine Anmerkung zu den Bildern: was auf diesen Spruchbändern, die das mystische Gebet versinnbildlichen sollen, steht, wüßte ich gar zu gerne. Es gibt dergleichen noch mehrere Bilder, etwa diese beiden, leider sind die Inschriften – auf dem unteren im Heiligenschein – für mich Blindfisch sämtlich nicht besser deutbar.]

Was vielleicht wenig im Bewußtsein ist: der heilige Johannes vom Kreuz, der auch Schutzpatron der Dichter ist, gehört zu den Kirchenlehrern. Manchmal, man korrigiere mich, falls ich mich irre, glaube ich, daß gerade aus dem Schweigen des Ordens unserer lieben Frau vom Berge Karmel besonders viele Mystiker, Dichter und Kirchenlehrer kommen.

In seiner Predigt gestern führte der Zelebrant nach einem Wort des Heiligen den Gedanken aus, daß Gott in der Seele eines Menschen keinen Raum leer lassen will; sogleich erfülle er ihn – doch muß er dazu eben leer sein.




O höchste Liebesflamme!
Wie dringst du bis zum Stamme
der Seele ein, sie lieblich zu verwunden!
Wie glühst du zart und leise!
Gib, daß der Vorhang reiße,
es sei, was mich von Dir noch fernt, verschwunden.

O Brandmal, süß zu fühlen!
O Wunden, die da kühlen,
der Seele tief von lichter Hand gegeben!
Gefühl aus Gottes Halle!
Die Schulden tilgst Du alle,
und tötend wandelst Du den Tod in Leben!

O Lampen, gluterfüllet!
Bei deren Blitz enthüllet
die Nacht entweichet aus der Sinne Talen!
Daß sie in selt’ner Würde,
mit lichtem Glanz und Zierde
vereint vor ihrem Hochgeliebten strahlen!

Wie wachest Du, o Treuer!
Wie sanft im Liebesfeuer,
in meiner Brust, wo Du verborgen weilest!
Wie flammst Du meine Triebe,
mit süßem Hauch zur Liebe,
voll Glorie und Huld, die Du erteilest!

1 Kommentar:

Yon hat gesagt…

Das erste Bild ist leider zu verpixelt, und ich kann gerade auch keine bessere Version im Netz finden...
Im zweiten steht:
(von Christus aus) "Ioannes quid vis pro laboribus" und (von Johannes aus) "Domine pati et contemni pro te".
Das dritte Bild ist spiegelverkehrt, genau erkennen kann ich nur "vitam meam", das Wort danach würde ich als "anuntiavi" entziffern - vielleicht mit Schreibfehler Psalm 56, 9 "vitam meam annuntiavi tibi..."?

Soviel konnte ich wohl bisher rausfinden. Übersetzen musst Du leider selbst (oder ein guter Mensch, der Latein kann)...
Liebe Grüße!

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