Montag, 20. Dezember 2010

Jungfrauengeburt und Abendtäschchen


Gestern abend in der U-Bahn auf dem Weg in die Stadt las ich sozusagen druckfrisch noch einmal die Predigt unseres Herrn Pfarrers zur Jungfrauengeburt, die ich am Morgen bereits live gehört hatte.

Beim Warten aufs Umsteigen am Fehrbelliner Platz interessierte sich eine Dame dann auch für den Inhalt der Blätter, die ich mir als Blindfisch in angemessen großer Schrift[1] ausgedruckt hatte. Schließlich fragte sie mich, was das für ein schöner Text wäre, den hätte sie auch furchtbar gern! So habe ich ihn ihr „geschenkt“ (eigentlich war es ja nicht meine Predigt) und kurz erklärt, wer das wo gepredigt hat, und sie hat mir erzählt, sie wäre heute morgen auch schon beim Adventsgottesdienst gewesen, in der evangelischen Kirche.

Jetzt wüßte ich ja gern, welche Passage ihr Interesse geweckt hat: war es der nette Abstecher zu den Handtaschen als spielerisches Element[2]? Die Aussage, daß Luther und Calvin sich nicht an der Jungfrauengeburt gestört haben, oder die Hervorhebung der Jungfrauengeburt als Sternstunde der Emanzipation? Leider war die Zeit zur Klärung dieser Frage zu kurz. Sie zog jedenfalls hochbeglückt mit der Predigt von dannen :) Und: so durchsäkularisiert kann Berlin gar nicht sein, wenn solche Gespräche mal eben auf der U-Bahn möglich sind. Hier gehts zur ganzen Predigt: Frucht des Geistes – Ohnmacht des Mannes?

[1] Nein, nicht 36 pt, nur so 14…
[2] sollte ich an dieser Stelle erwähnen, daß ich ein paillettenbesetztes Abendtäschen in Form eines Christbaums und einen Hello-Kitty-Rucksack habe?

1 Kommentar:

Phillip hat gesagt…

Mir als hypervisuellem Menschen gefällt natürlich die dezent drappierte Handtasche in dieser wirklich extraorbitären Kathedrale. Chic!So und nun geh ich bald ins Bett- hatte noch was für morgen geschrieben.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...