Montag, 13. Dezember 2010

Ich fand ihn, den meine Seele liebt – hl. Lucia, Jungfrau und Märtyrin

Meister der Lucialegende


Jungfrauen führt man dem König vor als ihr Gefolge; ihre Freundinnen führt man zu dir unter Jubel und Jauchzen; man führt sie hinein in den Tempel: zum König, dem Herrn. (Offertorium zum Fest der hl. Lucia)


Herr, unser Gott,
wir feiern den Gedenktag
der heiligen Jungfrau und Märtyrin Lucia,
die du uns als Fürsprecherin gegeben hast.
Gib, daß wir nach ihrem Beispiel
als Kinder des Lichtes leben
und einst in der Gemeinschaft der Heiligen
den Glanz deiner Herrlichkeit schauen.

Daß der Sonntag Gaudete in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Gedenktag der hl. Lucia (286-304) steht, bringt eine schöne innere Verbundenheit der Haltung des adventlichen Menschen und der gottgeweihten Jungfrauen, die Abbild der Kirche sind, zum Ausdruck. Schon das Tagesgebet des Freitags der zweiten Adventswoche weist auf diese innere Verbindung hin:
Allmächtiger Gott,
gib, daß wir die Ankunft deines Sohnes
mit großer Wachsamkeit erwarten
und unserem Erlöser und Heiland Jesus Christus
mit brennenden Lampen entgegengehen.
Im Kanon des ersten Hochgebets werden viele jungfräuliche Märtyrinnen genannt, deren Gedenktage die Kirche im Winter begeht: Agatha, Lucia, Agnes, Cäcilia, Anastasia.

„Du hast dem Herrn Jesus durch das Gelübde der Jungfräulichkeit eine bräutliche Wohnung in deinem Herzen bereitet“, läßt die heilige Agatha Lucia in einem Traum am ihrem Grabe wissen. Hier führt Father Mark aus, daß die heilige Lucia, von heiliger Leidenschaft ergriffen, sogar als gewaltsamer bezeichnet werden kann, als ihre Verfolger:
And Saint Lucy? She could have saved her life in this world, had she not insisted on being altogether more violent than the torturers who took her life by violence. More violent? Yes. More violent, because Saint Lucy applied all the strength of her virginal love swiftly, intensely, and forcefully to bearing away the Kingdom of Heaven.
Das Martyrium der hl. Lucia,
unbekannter niederländischer Meister
All die Stärke ihres Herzens und ihrer jungfräulichen Liebe hat die Heilige auf dieses eine Ziel gerichtet, ihren Bräutigam Christus zu gewinnen und die Krone des ewigen Lebens.

Dem einfachen Volk gehörst du an; aber vor allem: du bist eine aus den Jungfrauen, welche die Anmut des Leibes mit dem Glanz des Geistes erleuchtet: fast bist du mit der Kirche zu vergleichen. Nächtlicherweise sinne in der Kammer über Christus nach und erhoffe jeden Augenblick seine Ankunft!

So wollte dich Christus, als er nach dir verlangte; so wollte er dich, als er dich erwählte. Er hat versprochen, zu dir zu kommen, er enttäuscht dich nicht. Durch die offene Tür kommt er herein. Umarme ihn also, den du gesucht hast. "Tritt hin zu ihm, und du wirst erstrahlen." Halte ihn fest, bitte ihn, daß er nicht schnell wieder geht, beschwöre ihn, daß er bleibt. Denn das Wort Gottes eilt. Wer hochmütig ist, faßt es nicht; wer gleichgültig, hält es nicht fest. Deine Seele gehe seinem Wort entgegen, hefte dich an die Spur seiner himmlischen Rede; denn er eilt schnell vorüber!

Denn was sagt jene (Braut)? Ich suchte ich, ich fand ihn nicht. Ich rief ihn, er antwortet nicht. Denk nicht, daß du ihm mißfällst, weil du gerufen, gebeten und aufgemacht hast, er aber so schnell wieder wegging. Oft läßt er Prüfung über uns kommen. Was sagte er schließlich, als das Volk ihn bat, nicht wegzugehen? Ich muß auch den anderen Städten das Wort Gottes verkünden: denn dazu bin ich gesandt worden. Wenn es dir auch scheint, er sei weggegangen, geh hinaus und suche wieder nach ihm.

Wer darf dich lehren, Christus festzuhalten, als die Kirche allein? Ja, sie hat es dich schon gelehrt, wenn du verstehst, was du bist: Kaum war ich an ihnen vorüber, fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich faßte ihn und ließ ihn nicht mehr los.
Womit wird Christus also festgehalten? Nicht mit Schlingen des Unrechts, nicht mit Seilen und Stricken, sondern mit Fesseln der Liebe, mit Zügeln des Geistes läßt er sich binden und festhalten durch die Zuneigung des Herzens.

Wenn auch du Christus festhalten willst, such ihn und fürchte keine Pein. Denn häufig läßt er sich besser finden, wenn der Leib gezüchtigt wird, den Verfolgern in die Hände gefallen ist. Kaum war ich an ihnen vorüber, sagt sie. Denn eine kleine Weile, einen kurzen Augenblick, nachdem du den Verfolgern entronnen bist, ohne den Mächten der Welt unterlegen zu sein, da kommt dir Christus entgegen und läßt nicht länger zu, daß du auf die Probe gestellt wirst.

Die Christus so sucht und findet, kann sagen: Ich faßte ihn, ich ließ ihn nicht mehr los, bis ich ihn in das Haus meiner Mutter brachte, in die Kammer derer, die mich geboren hat. Was ist das Haus deiner Mutter und ihre Kammer, wenn nicht der innerste und verborgenste Winkel deines Wesens?

Auf dieses Haus habe acht und reinige sein Innerstes. Wenn es makellos ist, dann wird es sich als geistliches Haus erheben für ein heiliges Priestertum, vom Schlußstein zusammengehalten, und der Heilige Geist wird in ihm wohnen.

Die Christus so sucht, die ihn so beschwört, die verläßt er nicht, ja er besucht sie oft. Denn er ist bei uns bis ans Ende der Welt. 
(aus dem Buch über die Jungfräulichkeit des hl. Ambrosius)
Hier ein schöner Beitrag bei Josef Bordat.

1 Kommentar:

Phillip hat gesagt…

Die hl. Lucia- eine meiner Lieblingspatrone. Ach wie schön!

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