Donnerstag, 2. Dezember 2010

Hl. Bibiana – Jungfrau und Märtyrin

Thomas Merton schreibt in seinem Berg der sieben Stufen über die hl. Bibiana, sie stünde auf der Schwelle zum neuen Kirchenjahr und habe im allgemeinen nicht viel zu sagen. Der Überlieferung zufolge war die Heilige eine frühchristliche Jungfrau und Märtyrin zur Zeit Kaiser Julians (des Abtrünningen), etwa im Jahr 361. „Den Abtrünnigen“ nannte man ihn deshalb, weil er das römische Reich zum Heidentum zurückführen wollte. Bibiana und ihre Schwester Demetria waren die Kinder der Christen Flavian und Dafrosa, die vor ihnen das Martyrium erlitten.

Man hielt sie im Haus ihrer Eltern fest und wollte sie dazu bringen, den römischen Göttern zu opfern. Da sie sich weigerten, warf man sie in den Kerker. Bibiana und Demetria fasteten und beten monatelang. Als man sie schließlich vor den Richter brachte, starb Demetria an Entkräftung, Bibiana wurde zu Tode gepeitscht. Man warf ihren Leichnam den wilden Hunden vor, die ihn nicht anrühren wollten. Von einem Priester wurde er schließlich in ihrem Geburtshaus bestattet, wo sich heute die Kirche Sta. Bibiana befindet. Beim Wiederaufbau der Kirche 1628 ließ Papst Urban VIII. auch die Reliquien Demetrias und Dafrosas dorthin übertragen.

Die Heilige ist neben den hll. Agnes und Cäcilia eine der drei jungfräulichen Märtyrinnen, die in Rom besondere Verehrung erfahren; ihr liturgischer Gedenktag am 2. Dezember ist jedoch nicht mehr im Generalkalender verzeichnet. Man darf sich allerdings mit Recht fragen, warum man gerade in Rom heilige Märtyrer erfinden sollte, es hat der Stadt nun wahrlich nicht daran gemangelt.

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