Dienstag, 7. Dezember 2010

Großes hat man von dir gesagt, Maria – Immaculata


Verkündigung des Herrn, Altartafel von Dieric Bouts, um 1475

Großes hat man von dir gesagt, Maria,
denn aus dir ging hervor die Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, unser Gott.


Das Fest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria ist eigentlich ein sehr altes, denn leitet sich von dem seit dem vierten Jahrhundert bezeugten Fest der wunderbaren Empfängnis Mariens am 8. Dezember ab.

Allerseligste Jungfrau, Himmel und Sterne Erde und Flüsse, Tag und Nacht, alles, was bestimmt ist, dem Menschen untertan zu sein und ihm Nutzen zu bringen, sie alle beglückwünschen sich, Herrin, daß sie durch dich zu der verlorenen Schönheit von einst wiedererweckt und mit einer neuen unsagbaren Gnade beschenkt sind.

Sie alle waren geschaffen, den Menschen, die Gott loben, untertan zu sein und ihnen zu dienen. Aber diese Würde war verlorengegangen und verdorben durch die Götzendiener, für die Gott sie nicht gemacht hat. Nun sind sie zu dieser Würde gleichsam wiedererweckt und freuen sich ihrer, da sie nun wieder unter der Herrschaft derer stehen, die Gott loben und wieder den Menschen dienen dürfen.

Sie jubeln aber auch über die neue und unschätzbare Gnade: Gott selbst, ihren Schöpfer, spüren sie nicht nur als unsichtbaren König und Herrscher über sich, sondern sie erblicken ihn sichtbar in ihrer Mitte; wie er Gebrauch von ihnen macht und sie heiligt. Diese große Gnade kommt von der gebenedeiten Frucht des gebenedeiten Leibes der gebenedeiten Jungfrau Maria.

Durch die Fülle deiner Gnade fühlen sich jene befreit, die in der Welt des Todes waren und jene, die über der Welt sind, freuen sich an ihrer Wiederherstellung. Denn durch den ruhmvollen Sohn seiner ruhmvollen Jungfräulichkeit jubeln alle Gerechten, die vor seinem lebensspendenden Tod gestorben sind, weil er ihr Gefängnis aufgebrochen hat. Die Engel freuen sich, weil ihre halbzerstörte Stadt wiederaufgebaut ist.

O Frau voll und übervoll der Gnade, von deiner überströmenden Fülle ist die ganze Schöpfung benetzt und prangt in frischem Grün. Du Gesegnete, in höchstem Maß gesegnete Jungfrau! Der Segen über dir ist Segen für die ganze Natur. Gesegnet ist die Schöpfung von Schöpfer und gepriesen durch seine Schöpfung.

Gott hat Maria seinen einzigen wesensgleichen Sohn gegeben, den er aus seinem Herzen zeugt, den er liebt wie sich selbst. Aus Maria schuf er sich den Sohn, nicht einen anderen, sondern eben diesen. So ist der eine und gleiche Jesus wesenhaft der gemeinsame Sohn Gottes und Marias. Alle Geschöpfe sind von Gott gemacht, und Gott ist aus Maria geboren. Gott hat alles geschaffen und Maria hat Gott geboren. Gott hat alles gemacht, und sich selbst hat er aus Maria gebildet. So hat er alles, was er schuf, neu geschaffen. Der die Macht hat, alles aus dem Nichts zu schaffen, wollte die verwundete Schöpfung nicht ohne Maria wiederherstellen.

Gott ist also Vater der geschaffenen Dinge, Maria die Mutter der neugeschaffenen. Gott ist Vater, der alles begründete, Maria die Mutter, die es wiederbegründete. Denn Gott zeugte den Sohn, durch den alles geschaffen ist, Maria gebar ihn, durch den alles gerettet wurde. Gott zeugte den, ohne den überhaupt nichts ist, Maria gebar den ohne den nichts so ist, wie es sein sollte.

Wahrhaftig! Der Herr ist mit dir, da der Herr die ganze Schöpfung mit seiner Person so sehr zur Schuldnerin gemacht hat. (Predigt des hl. Anselm von Canterbury)


Großer und heiliger Gott,
im Hinblick auf den Erlösertod Christi
hast du die selige Jungfrau Maria
schon im ersten Augenblick ihres Daseins
vor jeder Sünde bewahrt,
um deinem Sohn eine würdige Wohnung zu bereiten.
Höre auf ihre Fürsprache:
Mache uns frei von Sünden
und erhalte uns in deiner Gnade,
damit wir mit reinem Herzen zu dir gelangen. (Tagesgebet)

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