Sonntag, 19. Dezember 2010

4. Adventssonntag – Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen


Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel – Gott mit uns – geben. (Jes. 7,14)
Obgleich der Herr als Mensch erschien, war er doch nicht in allem den Gesetzen der menschlichen Natur unterworfen. Denn daß er geboren wurde von einer Frau, läßt die Demut des Menschgewordenen erkennen. Die Jungfräulichkeit der Geburt aber zeigt, wie sehr er über die Menschen hinausragte. ... Von dem Augenblick an, da er aus dem Schoß der Jungfrau in das sterbliche Leben eintrat, lichtete sich die Finsternis und das nächtliche Dunkel mußte dem hervorbrechenden Lichtstrahl weichen. Der Tod aus der Sünde hatte den Gipfel seiner Bosheit erreicht, nun fällt er zurück ins Nichts durch die Gegenwart des wahren Lichtes, das mit den Strahlen des Evangeliums den ganzen Erdkreis erleuchtet hat. (Gregor von Nyssa)
Die Ikone der Muttergottes vom Zeichen ist eine Darstellung der Gottesmutter bei der Verkündigung durch den Engel; der Augenblick, in dem sie spricht, Mir geschehe nach deinem Wort, und das Wort in ihr Fleisch anzunehmen beginnt.

Die Gottesmutter wird in der Ostkirche manchmal als Platytera (größer als der Himmel) bezeichnet, weil die Jungfrau den in ihrem Schoß geborgen hat, den der Himmel nicht fassen kann. Die drei Sterne auf dem Gewand symbolisieren die Jungfräulichkeit der Gottesmutter vor, bei und nach der Geburt Jesu Christi.

Christus erscheint in den rosenfarbenen, hohepriesterlichen Gewändern. Der Farbstoff, der im Altertum zum Färben dieser Gewänder benutzt wurde, war besonders kostbar, da er aus der Murexschnecke gewonnen wurde. Die Verwendung der Farben rot und blau verweist auf die zweifache Natur des Erlösers: wahrer Gott und wahrer Mensch. So hat Christus auch zugleich die Gestalt eines menschlichen Kindes – nicht eines Ungeborenen – und das Gesicht des göttlichen Lehrers.

Diese Darstellung der Muttergottes vom Zeichen erinnert uns daran, daß sich hier noch im Leib seiner jungfräulichen Mutter, eingeschlossen in die Entsagung dieser Welt und gekleidet in die Erbärmlichkeit und Einfachheit des menschlichen Fleisches, der Hohepriester des neuen Bundes verbirgt: Christus, der König der Könige und Herr der Herren, Immanuel, Gott mit uns.

Komm, du Heiland aller Welt;

Sohn der Jungfrau, mach dich kund.
Darob staune, was da lebt:
Also will Gott werden Mensch.

Nicht nach eines Menschen Sinn,
sondern durch des Geistes Hauch
kommt das Wort in unser Fleisch
und erblüht aus Mutterschoß.

Wie die Sonne sich erhebt
und den Weg als Held durcheilt,
so erschien er in der Welt,
wesenhaft ganz Gott und Mensch.

Glanz strahlt von der Krippe auf,
neues Licht entströmt der Nacht.
Nun obsiegt kein Dunkel mehr,
und der Glaube trägt das Licht.

Gott dem Vater Ehr und Preis
und dem Sohne Jesus Christ;
Lob sei Gott dem Heilgen Geist
jetzt und ewig, Amen.

(dt. Übertragung des Hymnus Veni redemptor gentium)

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