Samstag, 6. November 2010

Weihetag der Kathedrale


die Hedwigskathedrale, wie sie einmal war,
mit der früheren Kuppel und Dachlaterne
… und was von ihr nach den Bombenangriffen des zweiten Weltkrieges noch übrig war

Bein Blick auf die beiden Kuppeln heute
(das Turmkreuz sieht man aus dieser Perspektive leider nicht)

Im Jahre 1746 überließ der König von Preußen der katholischen Gemeinde zu Berlin den Bauplatz für eine Kirche. Nach großen Schwierigkeiten und mit Hilfe von Spenden aus vielen Teilen Europas, dem Wohlwollen des Papstes Klemens XIV. sowie des Bischofs von Brescia, Kardinal Ouerini, konnte der Bau fertiggestellt werden und der Bischof von Ermland, Ignacy Krasicki, die St.-Hedwigs-Kirche am 1. November 1773 konsekrieren. Seit 1821 wurde sie zum Mittelpunkt des katholischen Lebens in der damals gegründeten Fürstbischöflichen Delegatur für die Mark Brandenburg und Pommern, da der Propst von St. Hedwig auch als Delegat amtierte. 1923 wird sie in den Rang einer Basilica minor erhoben, 1930 Kathedrale des neuerrichteten Bistums Berlin. Am 1. März 1943 brannte sie bei einem Bombenangriff aus und wurde nach dem Kriege wieder aufgebaut. Am 1. November 1963 konsekrierte Erzbischof Alfred Bengsch den neuen Hochaltar. (aus dem Schott-Meßbuch für die Eigenfeiern)



Hier eine kleine Bildersammlung zum heutigen Weihetag der St.-Hedwigs-Kathedrale – eigentlich ist sie ja am Hochfest Allerheiligen geweiht, der Weihetag tritt liturgisch jedoch hinter diesem Fest zurück und wird daher am 6. November nachgeholt.

Über Aussagekraft und Schönheit der heutigen Ausgestaltung der ursprünglich barocken und innen viel dunkleren Kathedrale – ohne die Altarsäule, „das Loch“ und die Treppe zur Krypta in der Mitte – kann man sehr unterschiedener Meinung sein. Für mich tritt all das eigentlich immer völlig hinter dem zurück, daß die Kathedrale für mich einfach der Ort ist, an den ich täglich komme, um zu beten und Christus in den Sakramenten zu begegnen, und ich mich daher dort völlig vertraut fühle. In der Krypta ist der selige Bernhard Lichtenberg begraben, zugleich ist sie die Grablege der Berliner Bischöfe, hier wurde ich geweiht. Der Boden, über den wir beim Einzug zur Heiligen Messe schreiten, ist die Stelle vor dem Altar, an der ich mich bei der Allerheiligenlitanei niederwerfen durfte, und die Krypta ein wirklicher Ort des Gebets. Aus diesem Grund ist mir die Kathedrale sehr teuer.
Erhabener Gott,
du erbaust dir aus lebendigen
und erlesenen Steinen ein ewiges Haus.
Mache die Kirche reich an Früchten des Geistes,
den du ihr geschenkt hast,
und laß alle Gläubigen in der Gnade wachsen,
bis das Volk, das dir gehört,
im himmlischen Jerusalem vollendet wird.

Kommentare:

Stanislaus hat gesagt…

Und weißt Du, was diese Kathedrale mit Aachen verbindet?

Braut des Lammes hat gesagt…

Äh, nein, da steh ich jetzt grad auf dem Schlauch. Der DKM vielleicht?

Stanislaus hat gesagt…

1942 wurde die große Glocke des fünfstimmigen Geläutes von St. Adalbert in Aachen zu Kriegszwecken abgeliefert. Aus ihrem Metall wurden nach dem Krieg die vier kleinen Glocken der Berliner St. Hedwigs-Kathedrale gegossen. Der Platz im Aachener Glockenstuhl ist seither leer.

Braut des Lammes hat gesagt…

Das ist ja auch traurig, eine Kirche ohne Geläut. Kann man da keine Spenden organisieren?

Stanislaus hat gesagt…

Die vier kleinen hängen ja noch, aber der Platz der großen Glocke ist eben seit 1942 leer. Ob das der Gemeinde bewußt ist, wage ich eher zu bezweifeln.

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