Mittwoch, 10. November 2010

Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt – der hl. Martin


Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?
Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. (Mt 25, 35-40)

Als bei den jährlich stattfindenden Umzügen zu Ehren des hl. Martin auch „ökumenisch gestaltete“ angekündigt wurden, hatte ich ein leichtes Fragezeichen im Gesicht. Wie geht denn ein ökumenischer Martinsumzug? Schon als ich noch klein war, ist der heilige Martin mit seinem Pferd immer für alle Kinder gekommen, in unserer pietistischen Gegend sowieso vor allem protestantische.

Der heilige Martin, 316 in Pannonien geboren, ist einer der bekanntesten Heiligen. einer der ersten, der als Bekenner heiliggesprochen wurde (das heißt, der nicht das Martyrium erlitten hat). Er war römischer Soldat und empfing junger Mann die Taufe. Am bekanntesten aus seinem Leben ist sicherlich die Begebenheit, in der er seinen Mantel mit einem armen Bettler teilt. In der Nacht darauf erschien ihm Christus selbst, in das Gewandstück gehüllt.




Traum, Tod und Begräbnis des heiligen Martin,
Freskenzyklus von Simone Martini

Wegen Gewissenskonflikten wollte er seinen Abschied aus dem römischen Heer nehmen, was ihm erst im Alter von 40 Jahren bewilligt wurde. Er lebte dann zunächst als Einsiedler, später gründete er mit einigen Anhängern in Gallien ein Kloster, schließlich wurde er (nicht ganz freiwillig) Bischof von Tours. Martinus zeichnete sich durch seine große Liebe zum Frieden und als Mann des Gebets aus, was uns von seinem Biographen Sulpicius Severus berichtet wird.

Einer Legende zufolge hatte Martinus eines Nachts wiederum eine Vision Christi in der Gestalt eines prächtigen Königs. Als Martinus ihn fragte, wer er sei, antwortete jener „Ich bin dein Heiland Jesus Christus“. Auf die Frage, wo dann seine Wunden seien, antwortete die Erscheinung, er käme jetzt „nicht vom Kreuz, sondern vom Himmel her in meiner Herrlichkeit!“ Martinus darauf: „Geh mir aus den Augen, du mußt der Teufel sein. Den Heiland, der ohne Wunden ist, den mag ich nicht sehen; den erkenne ich nicht, der das Zeichen seines Leidens nicht hat.“

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