Donnerstag, 25. November 2010

Hl. Katharina von Alexandria – Jungfrau, Märtyrin

Altarflügel, heute im Tiroler Landesmuseum Ferdiandeum
Ich sehne mich, mein Fleisch und Blut dem Herrn darzubringen, da er sich selbst einst für mich geopfert hat. Denn er ist mein Gott, mein Geliebter, mein Hirt und mein einiger Bräutigam.


In Heiligengruppen ist die heilige Katharina im allgemeinen leicht herauszufinden („Katharina mit dem Radl“), etwa hier. Zwar hat sie das bekannteste Attribut ihres Martyriums, das Rad, nicht in der Hand, trägt aber einen Mantel mit Rädermuster und eine Krone. Die rechte Hand reicht sie dem Christuskind zur Vermählung und empfängt von ihm den Ring.

Die heilige Katharina war eine gebildete, vornehme Jungfrau aus Alexandria. Im Alter von etwa 17 Jahren bekehrte sie sich nach einem Traum von der Gottesmutter als Königin des Himmels zum Christentum. Nach ihrer Taufe hatte sie der Überlieferung der Legenda aurea zufolge einen weiteren Traum, in der Christus sie mit großer Freude im Himmel begrüßte und zur Braut nahm. Die Legenda aurea rühmt Katharina (die Reine) für ihre Weisheit, ihre Redekunst, ihre Standhaftigkeit, ihre reine Keuschheit und ihre Würde. Es ist von ihr überliefert, daß sie nicht nur die Kaiserin, die Frau des Kaisers Maxentius, bekehrte, sondern bei einer Disputation vor seinem Hofstaat die etwa fünfzig anwesenden Philosophen von der Wahrheit des christlichen Glaubens überzeugte. Diese wollten sich sogleich taufen lassen und erlitten deswegen ebenfalls das Martyrium durch Verbrennen. Da sie darüber in Verzweiflung gerieten, daß sie zuvor die Taufe nicht mehr empfangen konnten, ermutigte sie Katharina mit den Worten: „Fürchtet euch nicht, denn euer Blut wird euch taufen und krönen.“

Der Kaiser, der wider Willen von ihrer Schönheit und Klugheit angetan gewesen sein soll, wollte sie zu seiner Geliebten machen, was ihm Katharina verweigerte: „Entscheide mit rechtem Urteil und Prüfung, wen ich mir erwählen soll – den Mächtigen, Ewigen, Glorreichen und Gezierten, oder den Schwachen, Sterblichen, Unedeln und Ungestalten?“ Solcherart zurückgewiesen, verurteilte sie der Kaiser zum Tod durch Rädern. Als das Rad wundersamerweise zerbrach, ließ er Katharina enthaupten. Einer Legende zufolge betete Katharina vor dem Martyrium darum, daß kein Mann ihren Leichnam ansehen oder berühren möge. Darum wurde ihr Leib von Engeln auf den Berg Sinai getragen. An der Stelle, an der man ihn bestattete, wurde das Katharinenkloster errichtet, sicherlich die bekannteste der mehr als 1200 Kirchen, die der heiligen Katharina geweiht sind. Wegen des berühmten Disputs mit den kaiserlichen Philosophen ist sie nicht nur Schutzpatronin der Jungfrauen, sondern auch die der Theologiestudenten und Philosophen, sicherlich auch derjenigen, die eine philosophische Doktorarbeit schreiben… :P

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