Montag, 1. November 2010

Du bist verherrlicht in deinen Heiligen – zum Hochfest Allerheiligen

Ihr seid zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott, dem Richter aller, zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler eines neuen Bundes, Jesus, und zum Blut der Besprengten, das mächtiger ruft als das Blut Abels. (Hebr. 12, 22-24)


Das Fest Allerheiligen ist eines der strahlendsten und wunderbarsten Feste, es feiert Frucht und Ernte, die der Baum des Kreuzes trägt – dies ist das wahre Erntedankfest der Kirche. Inmitten seiner Heiligen wird Gott verherrlicht, kommt, wir beten ihn an, singen wir im Invitatorium dieses Hochfestes.

Wir feiern die Gemeinschaft der Heiligen, zu der wir einerseits durch die Taufe schon gehören, zum anderen aber hoffen wir, in einem tieferen Sinn wahrhaft heilig zu werden, durch unser eigenes Streben und durch die Gnade Gottes, die alle Heiligung vollendet.

Wie Thomas Merton finde ich es aufregend, einen Heiligen zu entdecken, und die Vorstellung, was Gott in einem einfachen Menschen bewirken kann, erfüllt mich immer wieder mit Ehrfurcht. Wunderschön hat es Kardinal Sterzinsky in seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit ausgedrückt:
So sehr wir auch Kirche der Sünder sind, so ist die Gnade Gottes auch jetzt schon siegreich. Siegreich in Jesus Christus, dem Sieger über Sünde und Tod, wie es gerade in der Feier der österlichen Geheimnisse aufleuchtet und in seiner Auferstehung zum Hoffnungszeichen wird.

Das Sieghafte an dieser Gnade und dem Erbarmen unseres Gottes ist aber auch schon erkennbar im Leben so vieler Menschen, die wir als heilige Frauen und Männer verehren, die mit uns gewöhnlichen Sündern zur Gemeinschaft dieser Kirche gehören. Das ist verwunderlich und tröstlich zugleich. Ich muß mir nicht für die Zukunft eine ideale Kirche erst erträumen. Ich kann getrost in der realen Kirche bleiben, die eine Kirche von Sündern ist, denn der Herr ist nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder, und Er hat bereits unübersehbar viele geheiligt, die treu geblieben sind. Uns allen zum Trost.

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