Sonntag, 3. Oktober 2010

Nun sich der Tag geendet

Noch ein Hymnus des reformierten Mystikers und Kirchenlieddichters Gerhard Tersteegen (1697–1769). Dieser Hymnus wird auf die Melodie im GL 503 (O wunderbare Speise) bzw. 639 (O Welt, ich muß dich lassen) gesungen.


Nun sich der Tag geendet,
mein Herz zu Dir sich wendet
und danket inniglich.
Dein holdes Angesichte
zum Segen auf mich richte,
erleuchte und entzünde mich!

Die Zeit ist wie verschenket,
drin man nicht dein gedenket,
da hat mans nirgend gut;
weil du uns Herz und Leben
allein für dich gegeben,
das Herz allein in dir auch ruht.

Ich schließe mich aufs Neue
in deine Vatertreue
und Schutz und Herze ein.
der Finsternis Geschäfte
und alle bösen Kräfte
vertreibe durch dein Nahesein!

Daß Du mich stets umgibest,
daß Du mich herzlich liebest
und rufst zu Dir hinein,
daß Du vergnügst alleine
so wesentlich, so reine,
laß früh und spät mir wichtig sein!

Ein Tag, der sagt dem andern,
mein Leben sei ein Wandern
zur großen Ewigkeit.
O Ewigkeit, so schöne,
mein Herz an dich gewöhne,
mein Heim ist nicht in dieser Zeit!

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