Samstag, 2. Oktober 2010

Mögen Engel dich geleiten – hll. Schutzengel

Der Engel erscheint Josef in einem Traum. (Rembrandt van Rijn, 1645)
Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. Achte auf ihn, und hör auf seine Stimme! (Ex 23, 20-21)

Auf einem Friedhof, den ich oft besuche, hat jemand einem Grabengel eine rote Blume in die rechte Hand gesteckt – so nett das für manche aussehen mag, verstellt dies doch den Blick auf das Eigentliche: dieser Engel vollführt nämlich eigentlich einen Zeigegestus. Der Engel ist im Moment des Todes bei uns und geleitet uns zu Gott. Er führt und weist den Weg zur Ewigkeit, zum Leben. So heißt es im Hymnus In paradisum:
Ins Paradies mögen Engel dich geleiten,
und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem.
Die Chöre der Engel mögen dich empfangen.
Seit ältester Zeit sind die Engel den Gläubigen als Boten des Willens Gottes, als Beschützer und Wegbereiter empfohlen. Sowohl das Alte als auch das Neue Testament berichten vom Wirken der Engel an je 165 Stellen. Die Verehrung der Schutzengel ist in der Kirche seit 813 bezeugt; später nahm Papst Clemens X. als Ergänzung zum Fest des hl. Michael und aller Engel das Schutzengelfest in den römischen Generalkalender auf.

Eine der Glaubenswahrheiten der Kirche besagt, daß jeder Gläubige einen Schutzengel hat, der über ihn wacht, ihm in der Versuchung beisteht und ihm dabei hilft, das ewige Heil zu erlangen – wenn man ihn nicht durch die Sünde vertreibt: Einem jeden der Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen. (Basilius)

Der Schutzengel geleitet die Seele ins Fegefeuer oder in den Himmel und wird, wie es der hl. Bernhard in der Lesung zur Matutin formuliert, in der ewigen Seligkeit unser Miterbe sein. Ein Grund, sich täglich in Dankbarkeit an ihn zu wenden:
Angele Dei,
qui custos es mei,
me, tibi commissum pietate superna,
illumina, custodi, rege et guberna.

Engel Gottes,
mein Beschützer,
Gott hat dich gesandt, mich zu begleiten.
Erleuchte, beschütze, leite und führe mich.

Kommentare:

aikaterina hat gesagt…

Mal eine ganz blöde Frage...

Wenn jemand seinen Schutzengel durch (ich vermute mal wirklich schwere) Sünde vertrieben hat- hat er den Schutzengel dann ein für alle Male verloren, oder kommt der Schutzengel zurück, wenn man umkehrt, beichtet und sich dann bemüht, nicht mehr zu sündigen (mit mehr oder weniger starkem Erfolg)?

Mich hat das schon ne Weile interessiert.

Braut des Lammes hat gesagt…

Daß man den Engel durch Sünde vertreibt, ist eine Ausführung des Kirchenvaters Basilius, und sicher geht es dabei um schwere, dauerhafte Sünde, in der man "unbußfertig" verharrt, das heißt, keine Reue empfindet, nicht umkehrt und nicht das Bußsakrament empfängt. Kehrt jemand um, herrscht, wie es im Gleichnis vom verlorenen Sohn heißt "Freude im Himmel" – und ebenso freut sich sicher auch der Schutzengel.

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