Donnerstag, 21. Oktober 2010

Hll. Ursula und Gefährtinnen – Jungfrauen, Märtyrinnen



Auctori vite psalmis iubilando
venite
est quia virginei deus ipse corona trophei.

Kommt zum Schöpfer des Lebens und jauchzt ihm mit Psalmen, denn Gott selbst ist die Siegeskrone der Jungfrau.
(Antiphon zum Invitatorium)

Von Ursula und ihren Begleiterinnen wissen wir wenig, im Grunde nur, daß an der Stelle in Köln, an der Jungfrauen das Martyrium erlitten haben (wovon eine Inschrift zeugt) schon in frühester Zeit eine Basilika errichtet wurde, die den heiligen Jungfrauen geweiht ist.

Die heilige Ursula lebte vermutlich im dritten oder vierten Jahrhundert. Sie erlitt das Martyrium zusammen mit anderen Jungfrauen, deren genaue Zahl Anlaß zur Verwirrung gibt – verschiedenen Überlieferungen zufolge zwischen fünf und 11.000 (es ist möglich, daß die Zahl 11.000 aus der Ursula-Legende auf einer mißdeuteten römischen Inschrift beruht, die von 11 jungfräulichen Märtyrinnen berichtet).


Einer der Überlieferungen zufolge war Ursula die schöne Tochter des Königs Dionotus von Cornwall (in wieder einer anderen die Tochter des Königs Maurus aus der Bretagne). Auf Geheiß des Kaises Maximilian wurden sie und viele andere junge Frauen heidnischen Verbündeten in Armorica versprochen. Ursula hatte jedoch ein jungfräuliches Leben um Christi willen gelobt. Um einen Eklat zu vermeiden, ersann sie drei schwierige Bedingungen, unter denen sie einer Hochzeit zustimmen würde: eine dreijährige Frist bis zur Hochzeit, während dieser sie eine Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten unternehmen wollte, die Begleitung von 10 anderen Jungfrauen, die ihrerseits von wiederum 1.000 Jungfrauen begleitet werden sollten, außerdem sollte der künftige Bräutigam sich auf die Taufe vorbereiten.


In einem Traum wird Ursula das Martyrium verkündigt

Auf der Rückreise aus Rom trieb ein Sturm die Schiffe ans kölnische Ufer. Die dort lagernden Hunnen wollten die Jungfrauen heiraten, diese aber weigerten sich und wurden von den Hunnen mit Pfeil und Bogen erschossen, als letzte Ursula. In einer weiteren Ausschmückung verbarg sich eine der Jungfrauen, Cordula, zunächst. Am nächsten Tag aber reute sie dies und sie ging hin, um das Schicksal der anderen zu teilen.

Man warf alle Leiber in ein Massengrab, an dessen Stelle später von dem römischen Senator Clematius eine Basilika errichtet wurde, die den Jungfrauen geweiht ist.


Specie tua et pulchritudine tua
intende prospere procede et regna.

In deiner Lieblichkeit und Schönheit mache dich auf,
schreite glücklich voran und regiere. (Versikel)

Von der hohen Verehrung, die die heiligen Jungfrauen genossen, künden auch die liturgischen Gesänge und Texte, die die heilige Hildegard eigens für das Fest der 11 000 Jungfrauen geschaffen hat. Auch die Antiphon zum Invitatorium und der Versikel stammen aus dem Offizium dieses Festes.

Spiritui sancto honor sit
qui in mente Ursule virginis
virginalem turbam velut columbas collegit
unde ipsam patriam suam sicut Abraham reliquit.
Et etiam propter amplexionem agni
desponsationem viri sibi abstraxit.
Nam iste casisstimus
et aureus exercitus
in virgeneo crine mare transivit.
O quis umquam talia audivit?

Ehre sei dem Heiligen Geist,
der im Herzen der Jungfrau Ursula
eine jungfräuliche Schar gleich Tauben um sich versammelte.
Daher hat sie ihr Vaterland verlassen wie Abraham.
Aus Liebe zum Lamm verzichtete sie auf die Hochzeit mit einem Manne.
Denn diese so überaus keusche und goldene Schar überquerte mit jungfräulichem Haar das Meer.
Wer hat je etwas so Großes gehört? (Responsorium)

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