Donnerstag, 28. Oktober 2010

Hl. Judas Thaddäus, Apostel


So spricht der Herr,
Wer mich liebt, wird mein Wort festhalten,
mein Vater wird ihn lieben
und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen (Kommunionvers). 


Die heilige Schrift nennt den heiligen Judas schlicht „den Sohn des Jakobus“. In zwei der Evangelien wird ihm der Beiname Thaddäus gegeben, um ihn vom anderen Judas in der Jüngerschar zu unterscheiden. Johannes dagegen versieht in seiner Beschreibung des letzten Abendmahls des letzten Abendmahls einfach mit dem Zusatz „nicht der Judas Ischariot“:
Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es. der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Judas – nicht der Judas Ischariot – fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?

Als einer der zwölf Apostel verbreitete Judas das Evangelium von Jesus, dem Christus in Galiläa, Samaria und Judäa. Der Überlieferung zufolge ging er um das Jahr 37 von dort nach Mesopotamien und bereiste als Bischof zusammen mit dem hl. Simon auch Libyen, Persien und Armenien. Dem heiligen Judas wurde auch ein um das Jahr 60 entstandenes Evangelium zugeschrieben, in dem er sich tröstend an die Christen wendet, und sie ermuntert, auch unter schwierigen Umständen nicht zu verzagen. So wurde der hl. Judas zum Schutzpatron für besonders schwierig Nöte und aussichtslos erscheinende Anliegen.

Daß man ihn ikonographisch außer mit der Flamme des Pfingstereignisses über dem Haupt auch mit einem Bild Christi darstellt, das er auf der Brust oder in Händen trägt, liegt an einer legendarischen Überlieferung, derzufolge der König Abgar von Edessa (im Süden der heutigen Türkei) einst Jesus einen Brief schrieb, denn der König war von Aussatz befallen. Der König schrieb, er habe gehört, daß der bloße Anblick Jesu Kranke heilen könne und sandte einen Maler, um ein Bild Jesu für ihn anzufertigen. Beeindruckt von dem Glauben des Königs schickte Jesus ihm stattdessen ein Stück Tuch, in das er sein Antlitz gedrückt hatte. Als Überbringer dieses Tuches wählte er Judas, den Sohn des Jakobus. Der König wurde vom Aussatz geheilt und wurde Christ, ebenso viele an seinem Hof.

Nach Abgars Tod fiel sein Nachfolger Sanatruk wieder vom Glauben ab und ließ alle Christen im Lande verfolgen. Um das Jahr 64 erlitt der heilige Judas Thaddäus in Syrien das Martyrium. Da man ihn erschlug, wird er manchmal auch mit einer Axt oder einer Keule dargestellt.

Wegen der Namensgleichheit mit Judas Ischariot geriet der Heilige zeitweilig fast in Vergessenheit. Seine Verehrung lebte aber Anfang des letzten Jahrhunderts wieder auf, als sich viele Auswanderer in ihrer oft schwierigen Lage an den Patron für aussichtlose Angelegenheiten wandten. In den darauf folgenden Zeiten der Depression und der Weltkrieges wurden dem heiligen Judas besonders in Nordamerika viele Kirchen geweiht.

Die Novene zum hl. Judas Thaddäus in aussichtlosen Angelegenheiten habe ich bisher noch nicht ausprobiert, ich spare sie mir sozusagen als Trumpfkarte auf.

Wer sich wundert, daß der hl. Simon hier quasi hinten runterfiel: nächstes Jahr schreibe ich dann zu diesem Heiligenfest über Simon den Eiferer, versprochen!

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