Donnerstag, 16. September 2010

Zum Gedächnis der Schmerzen Mariens

Ihr alle, die ihr vorüberkommt, gebt acht und schaut, ob ein Schmerz dem meinen gleicht.

Am Tag nach dem Fest Kreuzerhöhung gedenkt die Kirche der Schmerzen Mariens. Zwischen diesen Festen besteht naturgemäß eine sehr innige Verbindung.

Nicht zuletzt ihrer Kraft und Stärke, die Maria auch die Kraft gab, unter dem Kreuz zu stehen, ruft die Kirche sie in der lauretanischen Litanei gleich zweimal mit dem Attribut „Turm“ an: du starker Turm Davids, du elfenbeinerner Turm.

Unter den Schmerzen Marias ist der schwerste und tiefste sicherlich der, das Leiden und Sterben des eigenen Sohnes mitansehen zu müssen: Schlimmer als selbst zu leiden, kann es sein, das Leiden mitanzusehen, das einem geliebten Menschen widerfährt. Etwas, das am ehesten von denen nachempfunden werden kann, die selbst ein Kind verloren haben, unter ihnen meine eigene Mutter: einer meiner Brüder hat nur ein halbes Jahr gelebt. Und doch finden viele gerade beim Blick auf diesen ungeheuren Schmerz, beim Verweilen vor einer Schmerzensmutter, Trost und Stärkung in ihrem eigenen Schmerz.

Wir glauben nicht, daß das Leben, wie es bei Bach heißt, nur Schatten ist. Wo es Schatten gibt, gibt es notwendigerweise genausoviel Licht. So vertrauen wir, daß wir aus dem Schatten des Todes zum Licht der Auferstehung gelangen.
Du bist eine von uns Maria,
du bist eine von uns auf unserem Weg.
Du gehst mit uns auf unseren Straßen
den steinigen Weg in der Spur deines Sohnes.
(Br. Samuel Schraufstetter)

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