Dienstag, 7. September 2010

Mariä Geburt


Voll Freude feiern wir das Geburtsfest der Jungfrau Maria,
aus ihr ist hervorgegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott (Eröffnungsvers)


Seit dem 5. Jahrhundert feiert die Kirche am 8. September die Geburt der Jungfrau Maria. Mit der Geburt des heiligen Johannes, der als Vorläufer Christi bezeichnet wird, gehört dieses Fest zu den beiden Tagen, an denen die Kirche auch der Geburt eines Heiligen gedenkt. Vom Datum des Festes der Geburt Mariens leitet sich schon im vierten Jahrhundert bezeugte Fest der wunderbaren Empfängnis Mariens am 8. Dezember ab.

Das apokryphe Protoevangelium des Jakobus, das etwa 150 nach Christus entstanden ist, beschreibt die Umstände der Geburt der Jungfrau Maria. Ihre Eltern Joachim und Anna, die schon älter waren, erbaten durch Gebet und Fasten vom Herrn ein Kind, denn sie litten beide schwer unter ihrer Kinderlosigkeit. Joachim erinnerte sich an Abraham und Sarah, denen Gott im hohen Alter noch den Isaak schenkte. Daraufhin erschien ein Engel und verkündete Anna: Erhört hat Gott der Herr deine Bitte. Du wirst empfangen und gebären, und man wird von deiner Nachkommenschaft reden auf dem ganzen Erdkreis. Anna weihte daraufhin das ungeborene Kind dem Dienst des Herrn. So wurde Maria, sobald sie drei Jahre alt war, als dem Herrn geweihte Jungfrau im Tempel erzogen.

Über die Ankunft der kleinen Maria im Tempel heißt es:
Der Priester des Herrn nahm Maria in Empfang, küßte sie, gab den Segen und sprach: "Gott der Herr hat deinen Namen groß gemacht unter allen Geschlechtern. An dir wird der Herr am Ende der Tage offenbar machen die Erlösung für die Söhne Israels." Und Gott der Herr legte Anmut auf sie, und sie tanzte mit ihren kleinen Füßen. Das ganze Haus Israel gewann sie lieb.

Das Fest der Geburt Mariens ist untrennbar mit der Menschwerdung Christi verbunden, denn die Geburt Mariens bereitet dieser den Weg.

Denn das ist der Höhepunkt der Wohltaten, die uns Christus erwiesen hat: Das ist die Offenbarung des verborgenen Geheimnisses. Das ist die Natur, die sich entäußert hat: der Gott und Mensch und Vergöttlichung der von Gott angenommenen Menschheit. Dieses so strahlend aufscheinende Wohnen Gottes bei den Menschen mußte der Freude Eingang verschaffen, weil uns hier das große Geschenk des Heiles zuteil wird. Das meint das heutige Fest, dessen Anlaß die Geburt der Gottesmutter ist, dessen Ziel und Ende jedoch die Vereinigung des Wortes mit dem Fleisch ist. Denn eine Jungfrau wird geboren, gepflegt und herangezogen und zur Mutter geformt für Gott, den König der Ewigkeiten.

So singe und tanze also die ganze Schöpfung trage etwas bei, was des Tages würdig ist. Der heutige Tag werde ein gemeinsames Fest für Himmel und Erde. Alles, was auf Erden ist und über der Erde, soll zusammen feiern. Heute werde das Heiligtum für den Schöpfer des Alls errichtet. Die Schöpfung bereite dem Schöpfer ein neues und würdiges Haus.
(aus der zweiten Lesung der Matutin, einer Predigt des Andreas von Kreta über das Mysterium der Menschwerdung Gottes)

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